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Monatsarchiv für October 2007

Die Suche nach 'Monatsarchiv für October 2007' ergab 13 Treffer:

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28. October 2007 | René Seifert

10 nützliche Tools für Unternehmer

Heute zur Abwechslung mal was gaaaaanz Praktisches von der Kauffman-Foundation, die sich die Förderung von Unternehmertum und Bildung auf die Fahne geschrieben hat. Oder wie es in der Selbstbeschreibung genau heißt:

The vision of the Kauffman Foundation is to foster "a society of economically independent individuals who are engaged citizens, contributing to the improvement of their communities." In service of this vision, and in keeping with our founder’s wishes, the Foundation focuses its grant making and operations on two areas: advancing entrepreneurship and improving the education of children and youth.

Na, das klingt doch mal zur Abwechslung von Lokführerstreik und Kurt Beck recht erfrischend. Und in diesem Zusammenhang wurde ich heute auf eine Übersicht auf der Seite aufmerksam gemacht, die echt ‘was ganz Nützliches zu bieten hat: "Top Ten Tools and Templates for Entrepreneurs."

Ein paar von denen hab’ ich mir angeschaut, so als Waschzettel für allerlei Lebenslagen des Unternehmers allemal zu gebrauchen wie zum Beispiel:

  • Ein Excel-Template für tägliche Cash-Flow Planung
  • Eine Checklist für eine Due Diligence, wenn man beabsichtigt eine andere Firma zu kaufen.
  • Ein Beispielmodell wie man sein Vertriebsteam motiviert und inzentiviert.
  • Ein Modell wie man mehrere Eigentümer an einer Firma strukturiert.
  • Hilfe wie man eine Jobanzeige für Führungskräfte aufsetzt.

Einfach mal kucken, ob etwas für den eigenen Gebrauch dabei ist. Kost’ nix :-)

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Kategorie: Best Practices
25. October 2007 | René Seifert

PageRank: Google gibt - Google nimmt

Bei einigen prominenten Seiten im deutschen Internet scheint Google den PageRank abgewertet zu haben, schreibt Mario von SuchmaschinenNews.

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25. October 2007 | René Seifert

Das Kreuz mit E-Mails: Bringt Boxbe die Lösung?

Für die Generation der heute 14 bis 23-Jährigen ist E-Mail aber auch so was von out. Etwa so, als würden wir Web 2.0 Industrie-Nerds noch anfangen aus dem Urlaub Postkarten nach Hause zu verschicken. Bei den Youngstern dagegen ist SMS in Kurzschrift cool, Instant Messaging sowieso und ansonsten spielt sich die Welt zwischen studiVZ, MySpace und Lokalisten ab. Einerseits ist der soziale Wert so einer "One-to-Many"-Kommunikation ungleich höher, andererseits ist es sicherlich auch das Kreuz mit E-Mail welches diesen Kanal so unsexy macht:

  • Der weltweit populärste Spam-"Abonnent" Bill Gates hatte für 2006 progostiziert, dass das Problem mit ungewünschen E-Mails auf den Müllhaufen der Geschichte verbannt worden würde. Auch der reichste Mann auf dem Planeten kann sich täuschen.
  • Neben der offensichtlichen Belästigung beim Empfänger hat bringt E-Mail eine zusätzliche Unsicherheit beim Sender: Es ist mir in der Vergangenheit immer öfter passiert, dass meine Mails entweder gar nicht angekommen oder im Spamfilter des Adressaten gelandet sind. (Und ich schwör’: Es war im Inhalt weder von Viaaaaaagra noch Penisverlängerung die Rede.) Irgendwie werde ich mit diesem E-Mail Kanal offen gestanden zunehmend frustrierter.
  • Insofern lösen eigene Messaging-Systeme von XING oder Facebook gleich eine Reihe von Problemen: Mit hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit kann man davon ausgehen, dass der Sender der Nachricht eine natürliche Person ist (keinSpam-Bot) und es sich bei seiner Identität um den handelt, für den er sich ausgibt. Ferner hat man die Möglichkeit sozusagen präventiv und sehr granular einzustellen, wer einem überhaupt Nachrichten schicken darf bzw. falls man von jemandem belästigt wird, für die Zukunft weitere Nachrichten mit einem Klick zu unterbinden. Alles das kann E-Mail nicht.

Auf einer Präsentation letzte Woche auf dem Web 2.0 Summit versucht ein Start-Up namens Boxbe E-Mail eine zweite Chance zu geben. E-Mail ist fraglos enorm populär und neben dem engen "walled garden" eines Social Networks will man sich eben doch auch noch etwas breiter erreichbar machen. Und wenn man in diesem Zusammenhang für einen wirklich relevante Angebote erhält, dann sagt man vielleicht nichtg von vorneherein nein. Boxbe’s Grundprizip beruht auf dem "Marktplatz der Aufmerksamkeit". (Hier auch ein Artikel aus "The Economist" dazu.)

Das Prinzip ist nicht ganz neu, für das Versenden von Mail einen Mini-Betrag zu bezahlen, der das Geschäftsmodell vom Spamming komplett zerhageln würde. Es geht darum, dass man für - sagen wir - 5 sekunden seiner Aufmerksamkeit einen frei definierbaren Preis festsetzt, der gegen dem Empfang einer Mail getauscht wird. Umgekehrt kann man andere vertrauensvolle Kontakte, die ebenfalls bei Boxbe registriert sind, auf die "Whitelist" setzen. Das kostet den Versender dann nix. Möglich machen diese Art von Austausch die gesunkenen Transaktionkosten selbst für einen "Deal" von nur wenigen Cent, so der Gründer Thede Loder.

Web 2.0-Summit07-016

Das Geschäftsmodell beruht auf hoch targetierter Werbung, sobald der Dienst eine kritische Masse erreicht hat: Um für Marketer den Empfänger besser einschätzen zu können, ist jeder Nutzer aufgerufen ein Profil seiner Interessen einzugeben. Die soll die Relevanz von der Botschaften erhöhen. In Verbindung mit dem Preisschild, welches bei jedem Nutzer für den Zugang einer Mail klebt, kann ein Marketer entscheiden ob ihm der Preis im Hinblick auf seine Konversionskaskade (vergleichbar mit CPM-CPC-CPA-CPO) sinnvoll erscheint. Der Betrag für die Aufmerksamkeit in der Regel zwischen 0,15-0,25 US-Cents kommt abzüglich einer 25 %-Provision für Boxbe freilich dem Empfänger zu Gute. Der Versender muss den Betrag seiner Versandkosten vorab auf ein Konto einfrieren, bezahlt wird erst wenn der Empfänger je Mail die Bezahlung mit einem Klick wirklich beansprucht. Dies soll z.B. wohltätigen Organisationen ermöglichen, Mails ohne Bezahlung zu versenden.

Loder erwähnte, dass man dam offensichtliche Missbrauchspotenzial auf Empfängerseite mit Algorithmen zur Mustererkennung begegnen wolle. Ich finde das ganze Konzept per se sehr ausgeklügelt, bin mir aber nicht sicher ob sich hinreichend viele Nutzer (als bekanntermaßen träge Masse) zum Wechsel bewegen lassen. Und Boxbe funktioniert eigentlich nur, wenn so gut wie alle meine relevanten und potenziellen E-Mail Schreiber auch dabei sind. Sonst gibt es für die kein Durchkommen. Außerdem habe ich auch so meine Zweifel, dass die geschätzten FünfEuroFuffzig im Monat als Einnahme einen wirklichen Anreiz zur Teilnahme bieten. Aber ich will nicht zu tranig klingen, weil man jede Initiative bei E-Mail wieder die Lufthoheit zurückzugewinnen, nur aufrichtig begrüßen kann.

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21. October 2007 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Top-Level Betrachtung von Morgan Stanley

"The knowledge is there, but it’s not yet equally distributed", kommt von Web 2.0 Summit Veranstalter Tim O’Reilly. So weit wir mit diesem Blog noch behilflich sein können das zu ändern, tun wir das auch gerne. Der Web 2.0 Summit ist vorbei, ich fand’s super-inspirierend drei Tage lang neuen Trends zu lauschen und neue Dienste anzuschauen bzw. mich mit smarten Leuten auf der Konferenz dazu auszutauschen. Kritische Stimmen hört man auch, so wie von Tech-Guru Om Malilk, der gestern bei einem Treffen im Starbucks mit die Augenbraue nach oben zog und fragte: "War dieses Jahr wirklich etwas Neues dabei?"

Eines der eingeführten Formate auf dem Event ist das verbale Maschinengewehrfeuer von Tech-Analystin Mary Meeker von der Investment-Bank Morgan Stanley: In - kein Scheiß - 12 Minuten prügelt sie 49 Slides ihrer Präsentation durch und man versteht im großen und ganzen auch, was sie einem da vermitteln will. Erfreulicherweise kann man sich die Präsentation noch mal herunterladen und z.B. an einem gemütlichen Sonntag Abend in Deutschland intellektuell einverleiben. Zum Download geht’s hier. Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Die wichtigsten Internet-Trends laut Morgan Stanley:

- Man schaut man in den USA, was sowohl Entwicklungen als auch Investitionsmöglichkeiten der VCs betrifft, sehr wohl über den eigenen nationalen Tellerrand hinaus: Das Internet wächst nach wie vor stark, am schnellesten aber außerhalb der USA und gewisse Formen der Nutzung liegen anderen Ländern vorne, wie diese Weltkarte zeigt.

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- Die Penetration von Breitband nimmt zu, nach wie vor mit genügend Potenzial nach oben. Immer wieder wurde hier die pathologisch miserable Situation in den USA angesprochen, in Punkto breitbandiger Verbindungen im Vergleich zu z.B. Südkorea und Japan kläglich hinterherzuhinken.

- Suche entwickelt sich immer stärker als das entscheidende Instrument Online-Inhalte zu erreichen. 36 % des Traffics kommt mittlerweile so durch Google & Co. zu Stande, präziser ausgedrückt eigentlich Google ohne "Co." wenn man sich nämlich den ernuten Zuwachs von Google’s Marktanteil anschaut. 29 % des Traffics auf den Seiten ist nur noch organisch, wo man also in der einen oder anderen Form die URL direkt ansteuert.

- Wir befinden und Mitten im Übergang von Offline zu Online-Inhaltenutzung, mit noch einem Riesenmarkt vor uns samt Formen der Transformation, die noch erfunden werden müssen.

- Die Schlacht zwischen den großen Spielern im Markt ist voll im Gange, z.B. bei Werbung zwischen Google vs. Yahoo! vs. Microsoft bzw. TKP-Modelle vs. kontextuelle vs. verhaltensbezogene Modell. Oder bei Commerce zwischen Amazon vs. eBay vs. WalMart vs. neuen Marktteilnehmern. Bei Social Networks Facebook vs. MySpace vs. Yahoo! vs. Google/Orkut usw.

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- Man kann den Begriff "Web 2.0" kritisieren wie viel man mag und Vieles was derzeit so gelauncht wird (zurecht) als aussichtslos halten. Aber nur mal im Rückblick von zwei Jahren muss man anerkennen, dass sich alleine in den Top 10 genutzten Diensten das Kräfteverhältnis genau zu jenen verschoben hat, die diese "Web 2.0" Konzepte geprägt haben.

- "Software as a Service" ist weiter auf dem Vormarsch und die Anwendungsfälle verbretern sich zunehmend. Von Kundengewinnungstools wie Google AdWords/AdSense, Bezahldiensten wie Paypal, CRM-Systeme wie Salesforce, Informationsmanagement wie Wikipedia, Human Resources Tools wie Taleo oder Kanexa oder Web Analytics à la Alexa oder Omniture.

- Neue internetfähige Hardwaredevices fassen im Markt zunehmend Fuß: Nintendo Wii, Microsoft Xbox live, Apple iPhone, 3 Skype Phone oder Amazon Kindle.

Alles weitere und vor allem in voller Länge in der erstklassigen Präsentation hier. Noch einen schönen Sonntag bzw. guten Start in die neue Woche :-)

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19. October 2007 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Weniger ist mehr ist innovativ

Einen sauwitzen Kurzvortrag vom Mittwoch wollte ich noch nachreichen, den der Gründer von Twitter Evan Williams gehalten hat. Insbesondere weil er so was von offene Türen eingerannt hat. Also, Ausgangslage ist bei Software-Development üblicherweise: "Was müssen wir hinzufügen, um dern Service zu verbessern?" Evans jüngster Erfolg mit Twitter dreht das Prinzip um 180° quasi wie ein Bildhauer um.

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Dafür zitiert er gerne auch Tantek Celik, CTO von Technorati.

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Ein paar weitere Beispiele, die er mit einem gewissen Augenzwinkern nennt:

  • Zunächst aus technischen Restriktionen geboren, erlaubte Fotolog im Gegensatz zu Flickr nur ein Foto pro Tag hochzuladen. Dieser Fokus für die MItglieder, nur ihr Lieblingsfoto hochzuladen, ist bis heute Markenzeichen des Dienstes geblieben.
  • Wie würde sich ein Dating-Service machen, der nur ein Bild mit der Abstimmung "ja" oder "nein" erlaubt? Gibt’s als Internet.-Klassiker HotorNot.
  • Videos online, zunächst nicht länger als 10 Minuten heißt YouTube. Und in der Nomen-est-Omen Form auch 5 Minutes.
  • Ein Social Network à la MySpace anfangs nur für Studenten kann man unter der URL www.facebook.com erreichen.
  • Und dann gab’s mal Yahoo! als führende Suchmaschine bis diese weiße Seite mit nur einem länglichen Eingabefeld dahergelaufen kam.
  • Na ja, und so weiter … :-)
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19. October 2007 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Wie geht’s weiter mit Werbung?

Lassen Sie uns über Geld sprechen. Ein großes Thema auf dem Web 2.0 Summit, entweder in einem exklusiven Panel oder auch lateral ist Werbung. Modelle, Netzwerke und Markttrends. Ein paar Beobachtungen dazu.

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  • Mircosoft-CEO Steve Ballmer wiederholte die Absicht, dass seine Firma in "ein paar Jahren" 25 % seines Umsatzes mit Werbung erzielen will. Das mag relativ zunächst nicht so spekakulär klingen; in absoluten Zahlen läuft der Plan auf US-$ 14-15 Milliarden hinaus. So viel in etwa wie Rupert Murdochs Newscorp in einem Jahr einfährt, nur mit dem Unterschied dass es sich dabei um ein etabliertes Medienunternehmen und keine Software-Firma handelt. Zweifelsfrei gibt Google den Trend vor und Ballmer, der nicht nur enorm viel auf dem Kasten hat, sondern auch im nächsten Leben als Entertainer auftreten könnte, erläuterte bestens präpariert auf welchen vier Säulen man das Ziel erreichen will.

    Erstens spielt - wen wundert’s - Suche eine entscheidende Rolle und da müsse Microsoft noch besser werden. Zweitens bedürfe es profunder Kenntnis in Community & Communication, dem die Kooperation mit AOL und Facebook dient. Drittens, muss Werbung breiter gedacht werden als heute, so sollen alle Werbeformate von Text, Bannern, Bildern, Video und Telefon zum Einsatz kommen und wesentlich besser als heute im Festpreis via "Ratecard" oder Auktion nach soziodemografischen Faktoren und dem Konsumentenverhalten zugeschnitten sein. Und schließlich reiche es keineswegs aus, selbst eigene "Properties" mit Inhalten im weitesten Sinne aufzubauen, vielmehr muss man seine systemische Kompetenz durch Syndication auch auf Drittseiten ausdehnen.

  • Ich schrieb gerade "Inhalte im weitesten Sinne", weil inzwischen auch erfolgreiche Applikationen rein auf werbefinanzierten Modellen laufen. So bietet das Unternehmen Spiceworks, welches gestern auf dem Launchpad präsentierte, eine Software für Netzwerk-Administratoren kleiner und mittelständischer Unternehmen an, die ein Monitoring und Verwaltung der Systemlandschaft zulässt und webzweinullig den Austausch mit anderen Admins in der Community zulässt. Die Software ist gratis, always on und spielt in Echtzeit via Internet äußert zielgruppentargetierte Werbung ein.
  • Web 2.0-Summit07-120

  • Die Werbeköpfe von AOL, Yahoo! und Microsoft beklagten, dass die Kunden sich an Online-Leistungsmessung gewöhnt hätten, Nutznießer davon sei jedoch fast ausschließlich Google mit seinem Pay-per-Click Modell, während die Wirkung der z.B. markenfördernden "Display Ads" ohne hinreichende finanzielle Würdigung verpufft. Als kollektive Gegenmaßnahme beabsichtigen dieser drei Player zwar unabhängige Werbenetzwerke und - systeme zu entwickeln, die jedoch über Schnittstellen einen Austausch untereinander über ein Marktplatzverfahren ermöglichen. In die gleiche Richtung weist eine Konsolidierung im Markt der Netzwerke, zuletzt durch Microsofts "all time high" Akquisition von eQuantum. Aus Nachfragerseite auch gut verständlich, wenn Werbetreibende bzw. deren Agenturen nicht mit ‘zig Dienstleistern gleichzeitig sprechen wollen.
  • Letztlich muss es darum gehen, die Preise für Online-Werbung zu steigern. Mit mageren 0,50 Cent TKP für Display-Ads für viele Seiten lässt sich kein Blumentopf gewinnen, es sei denn man heißt z.B. Facebook und macht auch einen TKP vom im Schnitt 0,15 Cent mit schierer Masse wieder wett. Dies kann nur gelingen, wenn man Werbung für den Nutzer relevanter macht. Ein Weg dorthin führt über die entsprechenden Systemtools für Werbetreibende und Publisher. Ein anderer darüber, dass man Werbung besser personalisiert. Die hier oft verwendete Beschreibung: Man müsse weg von einer kontextbasierten Werbung (z.B. durch Google AdSense) hin zu einer dem Verhalten des Nutzers angepassten Werbeform. Dazu passt es ganz gut, dass so ein Personalisierungsdienst (wenn auch hauptsächlich für eCommerce-Seiten) wie CleverSet gestern auf dem Launchpad die größte Beachtung gefunden hat. Hier ein Schaubild aus der Präsentation, welche Faktoren alle in ein personalisiertes Angebot einfließen.

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Erwähnenswert war noch die Bemerkung, dass "digitale Werbung" in Zukunft die erste Geige spielen wird, und alle anderen Werbeformate darauf aufbauend gebucht werden. Ich glaube wir werden in diesem Markt in den nächsten Jahren noch eine Menge Dynamik erleben.

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Kategorie: Commerce, Content
18. October 2007 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Nokias Eiertanz mit dem N 8100

Ein Märchen aus Absurdistan führt Nokia mit seinem gestern auf dem Kongress neu gelaunchten N 8100 auf (rechts oben im Bild).
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Nichts gegen diesen kleinen netten Linux Computer, der alles kann außer telefonieren. Nur die Argumentation des "weshalb" ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten und versucht nicht ganz auf den Kopf gefallene Branchenkenner als Volltrottel zu verkaufen.

Wenn man sich mit einem Repräsentanten von Nokia unterhält und die Frage stellt: "Kann man mit dem Ding auch ‘ganz normal’ telefonieren", kommt wahrheitsgemäß die Antwort: "Nein kann man nicht, es ist kein Steckplatz für einen SIM-Karte vorgesehen. Dafür kann man sich per WLAN mit dem Internet vebinden und allerlei Applikationen installieren, unter anderem auch Skype, womit man über VOiP Sprachdienste abwickeln kann." Fein. Und dann wird verräterrisch nachgeschoben: "Übrigens 80 % der Leute fragen das gleiche,; das mit dem Telefonieren".

Fragt man dann zurück, warum man es nicht einfach einbaut, so geht das Gewürge los: Es sei sicherlich für Nokia technisch überhaupt kein Problem die Telefonie vorzusehen, aber man hätte da verschiedene Nutzer in verschiedenen Anwendungsfällen im Auge. Und überhaupt sei das N 8110 eher als Zweitgerät vorgesehen, welches keine Telefonie brauche. Bla, bla, bla. Und bezahlte Schreiblingslobbyisten erblöden sich auch nicht, diesen Scheiß auch noch mit Geek-Talk von "den verschiedenen nicht kompatiblen internationalen GSM-Standards" auzuwalzen.

Hallo? Geht’s eigentlich noch? Bei einem Gerät welches 400 Dollar kostet und der Zusatzchip fürs Telefonieren bestenfalls noch mal 10 oben drauf, können Kosten schon mal kein Argument sein. Vor allem: Wenn 80 Prozent von "Opion Leaders" genau diese Funktion nachfragt, dann kann man sich eigentlich auch sonst sauteure Marktforschung für die Prouktentwicklung sparen. Die Wahrheit bei dem Gerät ist vielmehr ein Frontalangriff auf die Telcos, die bisher fast durchgehend alles dran setzen, VoIP-Anwendungen über ihre Netze zu verhindern. Und dann kommt eben Nokia mit einem voll programmierbaren Computer, mit dem man über die Hintertür via Skype und Co. doch umsonst telefonieren kann. So weit so gut, sogar wirklich sehr gut. Nur was wirklich zum Himmel stinkt ist diese geheuchelte Diplomatie von Nokia anstatt einfach zu sagen: "Wir kommen mit den Telcos aus einer Reihe von Gründen nicht zusammen mit diesem Gerät, wir glauben aber daran dass sich künftig Telefonie anders entwickeln wird und daher gehen wir mit Mut und Zuversicht in diesen Markt". Das wäre korrekt und ehrlich.

So aber wundert man sich über die Mär von "des Kaisers neue Kleider". Anderseits ein schönes Thema über (nicht) authentische Kommunikation für einen Blog wie diesen.

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Kategorie: Makro-Trends, Mobile
18. October 2007 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Plattformen und Eco-Systeme

In einer ganzen Reihe von Sessions ging es gestern direkt oder indirekt um Plattformen und deren Gesetzmäßigkeiten, über die wir an dieser Stelle schon öfter gesprochen haben. Der grundsätzliche Tenor: Wer seinen erfolgreichen Dienst nicht als Plattform konzipert und betreibt, der vergibt sich eine Riesenchance. Im Kern gibt es drei Vorteile:

  • Die eigene Kreativität ist immer beschränkt. Das Aufsetzen von Applikationen durch Dritte vergrößert den eigen Wirkungskreis in Punkto Innovation ungemein.
  • Die eigenen Ressourcen sind erst recht beschränkt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, immer zuverlässig barfuß in Adiletten zu erkennen, erwähnte gestern, dass in seinem Unternehmen gut 300 Leute arbeiten, davon auch nicht alles Software-Ingenieure. Dagegen hätten über 100.000 unabhängige Entwickler (wenn freilich auch nicht full-time) bisher 4.000 Applikationen für Facebook geschrieben.
  • Web 2.0-Summit07-050

  • Im Idealfall baut sich ein selbst verstärkendes Momumentum auf, bei dem die Plattform durch die Option zahlreicher darauf angepasster Zusatzoptionen für den Nutzer attraktiver wird, was im Gegenzug weitere Entwickler dazu veranlasst in die Tasten zu hauen.

Um das Programm "Plattform" mit APIs oder gar der Möglichkeit direkt Code in einen Plattformschicht zu schreiben auch von Erfolg gekrönt wird, beschrieb Max Mancini von eBay die Anfänge und wesentlichen Instrumente: Von Anfang an glaubwürdig belegen, dass man es ernst meint und einen langen Atem haben wird, Top-Management "buy-in" einholen, intern in der Kommunikation immer darauf bestehen dass neue Features auch unter dem Aspekt "Software as as Service" entwickelt werden und schließlich einen intensiven Dialog via Blog und Konferenzen mit der Developer-Community pflegen. Unterm Strich nütze dies aber alles nicht, wenn das Geschäftsmodell für beide nicht aufgeht. Bei eBay und seinem transaktionsbasierten Modell liegt eine Verlängerung der Wertschöpfungskette recht nahe, bei Facebook wird sich erst noch beweisen müssen inwieweit mit den Apps auf "f5" Geld zu verdienen ist. MySpace hat gestern  stellvertretend durch CEO Chris DeWolfe und Medienmogul Rupert Murdoch höchstselbst angekündigt, sein API Programm künftig als Nachzügler auch noch deutlich auszubauen.

Web 2.0-Summit07-078

Gleichzeitig unterliegt das Verhältnis des Developer Eco-Systems und dem "Mutterschiff" auch immer gewissen Spannungen. Vor allem wenn der Dienst gewisse Features anfängt zu integrieren, die vorher von Entwicklern als Drittapplikationen geschrieben worden waren. Mark Zukerberg meint dazu, es sei unvermeidbar am besten sei aber: "So offen wie nur möglich mit der eigenen Community kommunizieren."

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17. October 2007 | René Seifert

Erste Eindrücke Web 2.0 Summit: Virgin Charters

Erster halber Tag geschafft und da hacke ich doch gerne ein paar Zeilen im Hotelzimmer in den Rechner. Ein guter Einstieg heute Morgen mit Workshops, ein paar Bekannte trifft man auch wie z.B. Martin Weber, CEO der Schwesterfirma Holtzbrinck Ventures. Auf meinem Flickr-Account hänge ich auf diesem "Web 2.0 Summit"-Set übrigens die ganzen Bilder, davon viele Slides der Sessions rein.

In einem der Workshops durften exemplarisch vier Firmen "from the Web’s Edge" präsentieren: Der demnächst startende E-Mail 2.0 Dienst Boxbe, der webbasierte Instant Messenger Meebo, die Local News Seite Topix und ein neuer Marktplatz Virgin Charters.

Letzteres Business welches im Februar 2008 an den Start geht fand ich besonders interessant, weil es zum einen gar nicht so zu Richard Branson’s Brick & Mortar Geschäften passt und es alles mitbringt, was Web 2.0 so zu bieten hat. (Außerdem erwärmt jedes Thema rund ums Fliegen selbstverständlich mein eigenes Privatpilotenherz :-) Wie der CEO Scott Duffy erläuterte hat sich Virgin zwei Jahre damit beschäftigt, in den USA einen Charterdienst zu starten. Mit eigenen Flugzeugen versteht sind.

Bis man im Research auf den Trichter kam, dass nicht das Angebot von Flugzeugen das zu lösende Problem darstellt. Denn die Verteilung von Flugzeugen genügt dem klassischen "Power Law". Das heißt die wenigen kommerziellen Fluggesellschaften zusammen besitzen wesentlich weniger Flugzeuge als das Intergral unter dem "Long Tail" der vielen kleinen unabhängigen Charteranbieter.

Web 2.0-Summit07-037

Vielmehr liegt das Problem in der fehlenden Markttransparenz, da die meisten Charterfirmen nach dem Motto "low tech or no tech" weiße Filzstifttafeln verwenden, um ihre Flugzeuge zu disponieren. Außerdem sind 40 % der Charterflüge in den USA leer, weil ein Flugzeug einen Gast oder eine Gruppe von Passagieren von A nach B fliegt, leer von B nach A und wieder von A nach B fliegt, um die gleichen Leute wieder von B nach A zurückzufliegen. Das Phänomen hat mit "Double Rate" einen Namen, den die Chartergäste zahlen, was im Ergebnis bisher diese Art von Transport definitiv zum Luxus gemacht hat.

Man kann sich schon denken wohin Virgin Charter hinaus will: Ein Marktplatz, der zum einem den Charterfirmen die Möglichkeit gibt ihre Flugzeuge samt Ausstattung und der bereits gebuchten Flüge abzubilden und den Nachfragern ein Auktionsverfahren eröffnet, um nach Eingabe einer gewünschten Route um die freien Kapazitäten zu bieten. Damit das Spiel nicht nur in einem reinen Preiskampf mündet, gibt man den Käufern über ein eigens aufgesetztes Qualitätsmessungstool noch zusätzliche Kriterien bei der Entscheidung an die Hand.

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Der Mechanismus ist nicht ganz neu und hat mich aus dem eLAB-Portfolio ein bisschen an Arzt-Preisvergleich.de erinnert. Umgekehrt bin ich mir ziemlich sicher, dass man mit einem sauber aufgesetzten Dienst über das Prinzip "mehr Transparenz" auch noch weitere Märkte aufrollen kann.

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16. October 2007 | René Seifert

Auf zum Web 2.0 Summit nach San Franciso

Sitze auf gepackten Koffern und freue mich schon wie ein Schnitzel auf den Abflug heute Nachmittag mit LH 458 von MUC nach SFO. Ab morgen gibt es dort den vierten Web 2.0 Summit. mit einer interessanten Agenda und spannenden Speakers. Nachdem das Event letztes Jahr wirklich lohnend war, hab’ ich mich entschlossen auch heuer wieder rüberzumachen und werde so artig wie es geht an dieser Stelle bloggen.

Was ich mir erhoffe mitzubringen ist freilich ein Update zu den "aktuellen Trends" durch die Veranstaltungen und durch Gespräche mit interessanten Teilnehmern. Letztlich juckt es mich als Unternehmer so konkret wie möglich für neue Produktideen inspiriert zu werden. Man muss umgekehrt auch die Kirche im Dorf lassen und darf sich von drei Tagen Konferenzbesuch keine Atem beraubende Enthüllung erwarten, wenn man ansonsten die Branche durch Blogs und Produktreviews verfolgt. Aber eine Veranstaltung von diesem Kaliber reicht einem die Materie zumindest in einem hoch verdichteten Aggregationszustand dar.

Der gestrige Spiegel-Artikel über Dotcom-Phantasien war eigentlich überfällig, wenn man sich die die Vielzahl von debilen Web 2.0 Firmennamen anschaut, deren Qualität nur noch von der Produktidee selbst und dem nicht vorhandenen Geschäftsmodell unterboten wird. Aber wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. So sollte man sich nicht täuschen lassen, dass in einem Internetjahr nicht eine Menge passiert wäre und die Themen auf dem diesjährigen Web 2.0 Summit ohne Kunstgriff andere Schwerpunkte besetzen als noch auf dem Letzten. Der offizielle Titel lautet "The Web’s Edge".

Dieser Wired Blog-Post deutet das etwa griffiger um in "The Socialization of Presence" und bezieht sich dabei auch auf Chris Messinas Ausführungen zur jüngsten Jaiku-Akquisition durch Google. Voraussetzung für folgenden Usecase wäre ein (bisher in dieser Form noch nicht existentes) Adressbuch 2.0:

Rather than calling somebody or sending an e-mail or a Twitter or an IM, you just open up your contact list and click on their name. Wherever they are, your communication reaches them via the most convenient and appropriate means. So, they’re walking on the beach, their iPhone rings. If they’re in a meeting, they get a text message. If they’re at their desk, they get an e-mail. If they’re in Asia, they’re probably asleep, so they get a voicemail. Another name for it is the "presence-enabled phone book."

In einem solchen Szenario, und da bewegen wir uns wirklich an den Rändern des Internet, geht es in erster Linie nicht um proprietäre Dienste wir Facebook, Twitter, Skype oder Plazes die Informationen zu unserem Aufenthaltsort und unserer aktuellen Kommunikationsbereitschaft isoliert vorhalten. Vielmehr geht es um die Möglichkeit die "bits & pieces" aus diesen und vielen anderen Anwendungen seinem vertrauten sozialen Netzwerk so sinnvoll anzubieten, damit sich ihnen dadurch eine Vielfalt von Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet.

In den nächsten Tagen dann mehr aus San Francisco und hoffentlich auch etwas konkreter … ;-)

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