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Monatsarchiv für April 2008

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30. April 2008 | René Seifert

Relaunch: Der neue eLAB Blog

Nach dem Start im Oktober 2006 hatte der Blog zwischenzeitlich ein wenig Staub angesetzt, was auch zeigt wie viel sich im Hinblick auf „state-of-the-art“ im Internet in 1,5 Jahren verändert. Daher haben wir für einen kleinen Frühjahrsputz Hand angelegt, hoffe es behagt. Wenn ja oder auch nein, Feedback ist immer willkommen. An der Stelle ein großes Dankeschön an unseren Entwicklungspartner mineus in Prag (Tschechien) und Andreas Goss für die Projektleitung aus Poitiers (Frankreich)

Die wichtigsten Änderungen (inkl. Seitenverweise) auf einen Blick:

  • Wordpress Update auf die Version 2.5.1, welche wichtige Sicherheitslücken schließt.
  • Die Suche wurde komplett überarbeitet und liefert nun für den Blog alle relevanten Einträge. So spuckt die Suche nach z.B. dem Autor sauber nach Datum geordnet alle Artikel aus.
  • Es ist nun möglich die Posts des Blogs per einheitlichem RSS-Standard, sowie auch per E-Mail zu abonnieren. Das RSS-Widget zeigt dabei die Anzahl der Abonnenten an. Weiter können außerdem Kommentare als RSS-Feed bezogen werden um bei den Diskussionen nichts zu verpassen.
  • Kategorien zeigen nun auch die Anzahl der erhaltenen Artikel an und im Archiv lassen sich per Drop-Down Liste Artikel nach Monaten heraussuchen.
  • Wir haben das ShareThis Plugin installiert mit dem jetzt Artikel in SocialWeb-Anwendungen, Facebook, oder auch per E-Mail weiterempfohlen werden können. Sicher besser als vorher, allerdings ist das Plug-In nicht Open Source, so dass man die UI auch nicht auf deutsch anpassen kann.
  • Unter jedem Artikel findet sich nun ein Info-Fenster, das z.B. Tags, Feed-Optionen und Einstellungsdatum anzeigt. Die Tags und das Datum ermöglichen dabei die Anzeige aller Artikel mit gleichem Tag oder im selben Monat.
  • Um den meist mobilen Besuchern das Lesen des Blogs zu erleichtern, wurde das Schriftbild verdunkelt.
  • Wer kreativ genug ist, kann per Seesmic Plugin nun auch Kommentare per Video hinterlassen.
  • Auch im Bereich SEO haben wir einige Änderungen vorgenommen:
    • Für den Blog sowie die Homepage wurde ein Sitemapprotokoll erzeugt um Suchmaschinen Metadaten-Informationen zu liefern, die das Durchsuchen des Internetauftritts einfacher gestalten.
    • Eine permanente Weiterleitung 301 für http://holtzbrinck-elab.de auf http://www.holtzbrinck-elab.de bündelt den vorhandenen „Google Juice“ besser.
    • Ebenso wurden die Datumsanzeigen der Posts aus den Permalinks gelöscht und die URL somit kürzer und suchmaschinenfreundlicher gemacht. Tipps zu diesem Thema finden sich hier.
    • Außerdem wurden in Anbetracht des Pageranks die Links des Archivs auf no-follow und no-index gesetzt.

Jetzt ist die Hütte fürs erste mal durchgeputzt, der Sommer kann kommen …

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25. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: Sun’s CEO Jonathan Schwartz über Kommunikation per Blog

Eine erstklassige Vorstellung hat heute Morgen zur Web 2.0-Expo Keynote der CEO von Sun Microsystems, Jonathan Schwartz hingelegt. Schwartz ist nicht nur ein erfolgreicher Unternehmenslenker einer Großfirma, sondern auch ein anerkannter Pionier inmitten der Veränderungen, in der wir uns bewegen und unser eigenen Geschäfte modellieren. Sein Führungsstil ist radikal revolutionär wie er für den CEO eines 32.000-Mitarbeiter großen, börsennotierten Ladens nur sein kann. Beispielweise ist es gerade im Begriff sein Büro abbzuschhaffen und arbeitet zunehmend von unterwegs oder vom "Third Place", wie "The Economist" hier schreibt.

Mr Schwartz himself leads by example. He usually carries only his BlackBerry and works from “anywhere that has Wi-Fi”. He has an assistant who manages his diary (“she recently put her foot down and has forbidden me to modify what she puts in”) so that “150% of my time is structured.” The difference is that he now rarely sees her, and that the venues for his scheduled meetings are flexible. He conducts many on Skype, a free internet-telephone service, or in person at cafés. “Time provides the structure, location takes care of itself,” he says. He is now planning to get rid of his physical office entirely; Sun’s top lawyer has already done so.

Außerdem ist Schwartz als der "Blogging CEO" bekannt. Heute hat er sich etwas ausführlicher dazu geäußert.

080425_jonathan_schwartz

Er hält den Begriff des "Bloggens" für überholt, sondern es geht ihm eher um die Aufgabe des Kommunizierens. "Mein Job als CEO ist zu einem größten Teil Kommunikation, daher verwende ich ungefähr 30 % meiner Zeit darauf." Ein Teil fließt in seinen Blog. Man könne auch durch Taten führen, aber nachdem er selbst zum Beispiel nicht mehr am Rechner sitzt und Code schreibt, hat sich der Blog als ideales Tool zur Kommunikation mit den 32.000 Mitarbeitern entwickelt. Dass "der Rest der Welt" dabei auch mitlesen kann, ist für ihn nur der Beleg dafür dass die Grenzen zwischen innerhalb und außerhalb der Unternehmenorganisation zunehmend verschwimmen. Dass er von Mitarbeitern kritische Fragen beantworten muss, wie die kürzliche Akquisition von MySQL sieht er als Teil einer intakten und streitbaren Unternehmenskultur, der er auf seinem Blog eine allseits wahrgenommene Heimat verleiht.

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25. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: Neues zur Zukunft von Mobile

Drama
Dank Jetlag kommt man in San Francisco auch mitten in der Nacht zum Nachdenken und Bloggen, und zwar zu einem Thema welches dieser Tage sowohl direkt als auch indirekt ziemlich verschärft hier die Runde macht: Mobile. Die indirekten Anwendungen werden vor allem durch die Massenseuche Twitter angefacht, der ich inzwischen auch verfallen bin. Ein perfektes Beispiel für das Web 2.0-Kriterium "Software above a single Device", nach der Definition von Tim O’Reilly. Denn inzwischen nutzt man Twitter entweder auch per SMS oder SMS wird auf dem Handy durch eine von inzwischen vielen verfügbaren Twitter-Mobilapplikationen verdrängt. In letzterem Fall muss man sich mit verschiedenen, nicht zueinander kompatiblen Betriebssystemen bei der Installation herumschlagen und nutzt dann den reinen Datenkanal von seinem Mobile-Operator. Dieser wiederum ist von seinem konkurrierenden Mobile-Operator wie in einem vertikal abgeschotteten Silo getrennt. Und genau darin liegt die Crux: Nichts liegt stärker im Interesse von T-Mobile & Co. als dieser ätztende Status Quo, denn allen Beteiligten ist glasklar, dass sich die ARPU (Average Revenue per User) für die Telcos nur verschlechtern wird, sofern sie auf die Lieferung des reinen Datenkanals reduziert werden. Technisch wäre das längst mit besten Bandbreiten möglich. Dieser Status Quo wird gelegentlich auch noch in einer kartellhaften Symbiose zwischen Telcos und Handset-Herstellern zementiert, indem halbherzige Geräte wie das Nokia N 8100 gelauncht werden, die zwar mehr nach Internet-Nutzererfahrung riechen, mit denen man aber dafür nicht klassisch telefonieren kann.

Open Source Browser als Lösung
Und mein letzter Satz bzw. der ganze letzte Absatz beschreibt implizit das ganze Drama: Wir leben in einer Welt, haben ein Internet aber sind trotzdem noch in parallelen Welten zwischen einem vermeintlich statischen Desktop und einem vermeintlich mobilen Endgerät unterwegs. Dazu hat gestern auf der Web 2.0 Mitchell Baker, Chairman der Mozilla Foundation, einen - wie man so schön auf Englisch sagt - "thought provoking" Vortrag gehalten. Kernaussage: "Wir behindern uns mit diesem erlernten Denken selbst darin, eine bessere Lösung auf den Weg zu bringen." Aus ihrer Sicht dreht sich Lösung - wenig überraschend- um einen offenen Browser-Standard von Mozilla, derzeitiger Codename "Fennec".

Mitchell Baker at Web 2.0 Expo

Vorher war auch noch der Wegbereiter des Browsers Marc Andreesen zu Gast, der sich mit seniorer Bescheidenheit daran erfreut hat, dass vieles was sich Mozaic bzw. Netscape als Funktionen wie Cookies, Backbutton und Java Script hat einfallen lassen, heute im Browser nicht mehr wegzudenken ist. Es macht aus meiner Sicht wirklich Sinn, die schöne neue Welt im Internet, ohne Grenzen zwischen Desktop und Mobile über einen Browser zu lösen. Um so mehr, als durch distribuierte Datenspeicherung in der "Cloud" bzw. dezentraler Rechenleistung aus dem "Grid" der Browser zum Schlüssel des "Homo Mobilis" unterwegs und im zunehmend populäreren "Third Place" wird.

Altes Denken

Laut Baker liegt der Denkfehler schon darin verhaftet, dass wir uns in 30 Jahren PC und 15 Jahren Internet so sehr an diese eine Nutzungsform gewöhnt haben, dass es sich zur fixen Idee entwickelt hat, diesen Usability-Standard konvergent auf das mobile Endgerät zu übertragen, der immer sofort an den Beschränkungen des Handys wie kleiner Bildschirm und behäbigere Eingabefunktion kleben bleibt. Konsequent weitergedacht, gibt es das "mobile Endgerät" in seiner engen sprachlichen Fassung gar nicht. Oder will irgendjemand, dass dass dieses Gerät ohnen seinen Besitzer einsam in der Straßenbahn herumfährt? Mobil ist allenfalls der Mensch und aus diesem Szenario heraus lassen sich brauchbare Usecases stricken, die schließlich von Technologie in einer dienenden Rolle umgesetzt werden. Im Idealfall wird ein solches Überdenken der mobile Anwendungsfälle auch positiv auf jene zurückwirken, die wir bisher als "nicht mobil" (d.h. Desktop) ansehen.

Usecase
Ein Nutzer mit einer Glutenunveträglichkeit ist viel auf Achse und muss sicherstellen, dass sie unterwegs etwas zu essen bekommt, was ihr wirklich bekommt. Sie setzt sich zu Hause an ihren Rechner, sucht und recherchiert, speichert und taggt sich für ihre nächste Desitination in München Schwabing alle Bäckereien, die glutenfreies Brot verkaufen. Unterwegs in München ist sie dann mit einigen wenigen Tastenfunktionen auf dem PDA in der Lage, diese Informationen auf dem mobilen Endgerät wieder auszugraben, sich eine Karte anzeigen zu lassen und sich idealerweise per GPS ans Verkaufsregal leiten zu lassen.

Niemand "browst" mehr
Das klingt doch ganz passabel, wenn man sich auch noch zusätzlich aus dem historischen Ballast löst, den alleine der Begriff "Browser" mit sich bringt. Wer hat zum letzten mal jemanden sagen gehört, es sei durch das Internet "gebrowst"? Dürfe lange her sein, weil der Begriff von der ganzen Passivität von "hier das Medium, dort der Leser" gelähmt wird. Aber das ist alles Schnee von gestern. Der Brower heute kann nicht nur Inhalte anzeigen, er erlaubt es auch Applikationen auf z.B. Facebook bzw. bei den bald angeschlossenen Open Social Netzwerken zu installieren. Insofern kann vom "browsen" herkömmlicher Natur keine Rede mehr sein. Stattdessen geht es darum, das eigene Sozialverhalten immer, überall und auch unterwegs durch lesen, schreiben, fotografieren, teilen, Videos, Livestrams und Mesh-Ups weiterzuführen. So schaffen wir uns in den verschwommenen Rollen zwischen Internet-Unternehmern und Usern jeden Tag aufs Neue unsere Online-Welt. Ein Open Source-, Open Code-Browser ist das rechte Tor dorthin.

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24. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: 4 Schrauben für mehr Werbeumsatz

Aus der Rubrik "News to User" eine Zusammenfassung von einem Klasse Vortrag heute Vormittag auf der Web 2.0 Expo zum Thema "Maximierung von Werbeumsatz durch Formatoptimierung" von Paul Edmondson, CEO von Webyield. Nach wie vor ist Werbung für die meisten Online-Dienste entweder die einzige oder die wichtigste Einnahmequelle. Google AdSense beispielsweise ist schnell installiert und die Faszination stellt sich schon nach der ersten Stunde ein, wenn man in Echtzeit die Umsatzentwicklung samt der Key Performance Indicators (KPIs) mitverfolgen kann. Aber bereits beim Einstellen der Werbung im System stellt sich schnell ein Gefühl von Unsicherheit ein, ob man wirklich das Beste dabei herausgeholt hat. Man muss nicht Mathe studiert haben, um zu begreifen dass schon ein Anstieg der Click-Through Rate (CTR) im Bereich von 0,5 Prozentpunkten bei einem einigernaßen reichweitenstarken Dienst einen Riesenhebel mit sich bringt. Dazu hat Online-Werbeprofi Edmondson vier plausible Stellschrauben vorgestellt, über die man als Publisher seine Werbeumsätze systematisch nach oben drehen kann.

  1. Werbeformate
    Auch wenn von Dienst zu Dienst immer wieder Besonderheiten gibt, so haben sich die drei Formate Leaderboard 728×90, der Skyscraper 60×600 und sowie der Content-Ad von 300×250 als die besten herausgestellt.
  2. Formatierung
    Scheint eine Wissenschaft für sich zu sein, wo man eine ganze Reihe von Attributen variieren kann: Farbe, Hintergrund, Rahmen. Als Tests für Textlinks haben sich folgende drei bewährt: Farbe der Ad-Links wie Content-Fließtext, Farbe der Ad-Links wie eine auf der Seite verwendete Kontrastfarbe, Farbe der Ad-Links wie redaktionelle Links. Als eine Erkenntnis, wenigstens in den USA, hat sich herausgestellt, dass ein leichter grauer Hintegrund mit einem dünnen oder gar keinem Rahmen die besten Konvertierungen erzielt. Siehe auch diesese Slide aus der Präsentation dazu. Als Geheimtipp wurde der Content-Ad von 300×250 zentriert auf dem sonst eher verschmähten Below-the-Fold gepriesen.

    Webyield at Web 2.0 Expo

  3. Platzierung
    Das betrifft sowohl die Anzahl der Werbeplätze als auch deren Position auf der Seite. Grundsätzlich gilt, dass man jedes Werbeformat einzeln messen sollte. Stellt sich heraus, dass es auch nach einigen Variationen gar nicht performt, dann hat es auf der Seite nichts mehr verloren. Erstaunlicherweise hat sich gezeigt, dass die CTR bei einem Anstieg von einem auf zwei Werbeplätze etwas ansteigt, um mit einem Dritten wieder abzusinken. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Auch was die Ausrichtung links, mittig oder rechts angeht, gibt es bezogen auf den Ort des Banners auch wieder unterschiedliche Best-Practises wie dieses Slide zeigt.

    Webyield at Web 2.0 Expo

  4. Werbe-Netzwerk
    Last, but not least spielt die Auswahl des oder der Werbenetzwerke eine Rolle. Auch wenn es in den USA sicherlich die größte Auswahl gibt (AdSense, Amazon, eBay, Yahoo! Publisher Network und viel mehr) gibt, so ist Deutschland in der Marktstruktur auch nicht unbedingt eine Werbe-Entwicklungsland. Grundsätzlich sollte man sich solche Netzwerke heraus picken, die für die Seite inhaltlich relevante Werbung zuspielt. Die einen oder anderen haben außerdem Georeferenzierung drauf, was die Relevanz für den User und somit auch die CTR beflügelt.

Die genannten Erkenntnisse sind alle schön und gut, das Grundmantra lautet aber vor allen Dingen: Testen, testen und noch mal testen. Dazu laufend optimieren. Manchmal erzielt man dabei auch versehentlich einen Erfolg: Bei Social Networks, die pro Visit und Nutzer eine immense Anzahl an PIs und somit AdImpressions liefern, stellt sich nach einer Phase brauchbarer CTRs eine Werbe-Blindheit mit deutlich reduzierten Konvertierungen ein. Alleine das leichte Verschieben der Werbeplatzierung von z.B. links nach rechts lässt die Werbung wieder in neuem Licht erscheinen und fängt den negativen Effekt ab.

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24. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: “IGNITE” über Community-Building (Videos)

Ein witziges Format auf der Web 2.0 Expo heißt "IGNITE". In einer freundlichen Abwandlung vom kurzweiligen Aufzugpitch geht es nicht unbedingt darum, ein neues Unternehmen für eine Finanzierung an den Mann zu bringen, sondern die Präsentatoren suchen sich ein Thema von Geeks für Geeks heraus. Allerdings hat es die Formatvorgabe in sich: Genau 5 Minuten lang, 20 Slides Power Point, die sich automatisch genau alle 15 Sekunden weiterblättern. Ich hab einfach mit meiner Casio Exilim EX-V8 draufgehalten.

Das erste Thema stellte in der grungigen DNA-Lounge Christy Canida vor, die bei Instructables das Community-Management leitet. Der Dienst ist nach eigenem Bekunden "The Worlds biggest Show & Tell", eine über Bilder getriebene How-To Plattform, wo es wirklich nichts gibt was es nicht gibt. Aus diesem Erfahrungsschatz lässt sich schöpfen und so hat Christy in ihren 5 Minuten auf der Bühne eine geile Allegorie zusammengestellt. Im Gegensatz zu den sonst üblichen schönmalerischen Ansätzen der Tugenden, hat sie ausgesprochen wie es wirklich ist: Wie lässt sich eine Online-Community auf Basis der 7 Todsünden aufbauen: Hochmut, Neid, Zorn, Geiz, Wollust, Völlerei und Trägheit.

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Anschließend war Vinnie Lauria an der Reihe, der sonst im richtigen Leben bei dem Online-Location Instant Messenger Meetro in Produktmanagement und Business Development macht. Auch da lässt sich viel erzählen, vor allem "How to use your Users". Warum eigentlich nicht, wofür heißen die denn sonst auch so? ;-) Aber es stimmt und schließt sich im Grunde an die genannte Authentizität der Social Media Optimization an: Wenn man es schafft seine Community ehrlich für sich zu gewinnen, dann gibt es eine ganze Reihe von Aufgaben, um die man sich selbst nicht mehr selbst kümmern muss. Stattdessen moderiert man nun den Prozess. Film ab.

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23. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: Affiliates auf dem Weg zu Social Media

Mein Eindruck am zweiten Tag Web 2.0 Expo ist, dass es in diesem Jahr um Social Media geht. Wie die Wiwo neulich schrieb, handelt es sich bei Social Software um das heutige New Media. Auch beim Afflilate Marketing ist diese Botschaft angekommen und lässt die Branche neue Wege gehen. Im Gegensatz zu der sonst knallharten Performance-Messung empfehlen zahlreiche Affiliates ihre Kunden zunächst ein eigenes Standing in der Community aufzubauen. Jones Soda, eine Getränkemarke, hat sich langem einen Namen auf Twitter und Facebook gemacht. Auf Basis dieser Authentizität und Glaubwürdigkeit lassen sich immer wieder Links auf die eigene Seite oder einen zugehörigen Blog setzen, auf dem dann die übliche Affiliate-Mechanismen zur Lead-Generierung greifen. Die Affiliates sind aber auch selbst direkt bei Communities schwer unterwegs, Social Shopping wie Kaboodle sind wenig überraschend die naheliegendsten Kandidaten. Technisch erfordert diese längerfristige Strategie auch ein Umdenken: Galt das Cookie früher nur für eine Session, so kann eine Konvertierung schon mal 60 bis 90 Tage später einen entsprechenden Publisher belohnen.

Alles in allem sieht sich die Branche in den rezessionsgeplagten USA recht robust aufgestellt. Als distribuierte Vertriebsmannschaft zu geringen Fixkosten hält man sich dank der weiterhin stark leistungsorientierten Natur Anbieter und Nachfrager zusammenzubringen, für Sparmaßnahmen weiter hinten auf der Prioritätenliste.

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23. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: 7 griffige Tipps für Social Media Optimization (SMO)

Web 2.0 Expo BannerDie langen 12 Stunden Flug nach San Francisco haben sich schon gelohnt, denn der heutige Tag auf der Web 2.0 Expo ging gut los mit einer Veranstaltung zu SEO & SMO. SEO muss man sicher nicht mehr erklären, bei SMO dachte ich erst an einen Knick in der Optik, weil ich "SEM" erwartet hatte. Aber nix da, SMO hat sich inzwsichen als eigenständige Disziplin etabliert und steht für "Social Media Optimization". Dazu gab’s heute Morgen einen Klasse Vortrag von Muhammad Saleem. Ziel dieser neuen Kunstformen besteht darin, alle best-practises aus Social Media zu bündeln, um eine Seite mittelfristig populär zu machen. Was mir auf Anhieb dabei gefallen hat ist, im Gegensatz zu Black Hat-Techniken beim SEO hier der Grundsatz "Ehrlich währt am Längsten"  über allem steht.

Ein konkretes Beispiel: Man setzt eine neue blogartige Seite über die besten Urlaubsziele für einen romantischen Pärchenurlaub auf und will diese so populär wie möglich machen. Wie kommt man mit SMO dahin? Entscheidend ist, dass man sich über jeden einzelnen Post Gedanken macht und seine SMO-Strategie auf dieser Ebene ansetzt. Hier 7 Tipps in einer Zusammenfassung.

  1. 10 Sekunden-Regel: Blogleser sind ungeduldig. Daher sollte der erste Eindruck in 10 Sekunden vermitteln worum es geht. Der Post sollte nicht mehr als 500-700 Worte beinhalten, eine knackige Headline, Absätze und Zwischenüberschriften machen in dieser kurzen Zeit klar, ob der Artikel für den Nutzer relavant ist. Ein oder zwei Bilder peppen die Sache zusätzlich auf.
  2. Formel für die Headline: [Zahl] [Adjektiv] [Keyphrase], hat jemand was bei der Headline für diesen Post bemerkt? ;-) Der Hinweis, dass man z.B. für unser Beispiel "5 magische Plätze für Sonnenuntergänge (Bilder)" anbietet, entfaltet eine regelrechte Sogwirkung an Nutzern. Freilich muss man inhatlich auch halten, was man verspricht.
  3. SMO-freundliches Design: Keine Inhalte hinter einer Registrierungsmauer, ebenso sollte man seine Seite weder mit Werbung noch mit Widgets zuscheißen, so dass man sich für das Erreichen des eigentlichen Inhalts einen Tennisarm scrollt.
  4.  Community-Pflege: Zum einen sollte man unbedingt identifizieren, wo sie eigene Zielgruppe zu finden ist und sich auf diese Nische konzentrieren. Am besten fängt man mit einem gewissen Vorlauf auf existierenden Seiten dieser Community an mitzudiskutieren und sich so authentische Glaubwürdigkeit aufbauen. Im Anschluss lassen sich viel leichter (auch) Inhalte der eigenen neuen Seite einstreuen. Unterm Strich sollte man wie bei guten Freundschaften immer mehr geben als man erwartet; gerade dann bekommt man wesentlich mehr zurück.
  5. Seeding für Multiplikatoren: Wenn man einen Post publiziert und platziert hat, dann baut man gerade auf das Community-Momentum, welches man mit allen zur Verfügung stehenden Tools wie Tagging, Bookmarks und E-Mail Weiterleitung so einfach wie möglich macht. Möglichkeit zum RSS-Abonnement gehören dabei zum Grundhandwerkszeug.
  6. Timing: Die rote Linie auf der Grafik (zugegebenermaßen aus den USA) zeigt, dass sich ein Posting Anfang der Woche mehr lohnt, weil die Community nach dem Wochenende mit frischen Elan an neue Posts herangeht und z.B. diggt was das Zeug hält oder Beiträge bei del.icio.us bookmarkt.
  7. Web 2.0 Expo 2008

  8. Danke - Bitte: Gehört zu (4) und zur Community-Pflege. Wenn man von einem Community-Mitglied besonders unterstützt worden ist, dann baut ein Wort der Anerkennung eine langfristig gute Beziehung auf. Wie im normalen Leben auch.

Wenn bei aller Thema-immanenter Unvorhersehbarkeit alles gut geht, so baut sich mittelfristig für die Marke der neuen Seite so viel gelernte Populariät auf, dass man den Druck dieser Einzelmaßnahmen ein schönes Stück zurückfahren kann. Außerdem - an der Kreuzung zwischen SMO und SEO - dürften die zahlreichen Backlinks, die man per SMO gesammelt hat, auch im SEO für eine gutes Ranking bei der Suche den entscheidenden Ausschlag geben.

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21. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo & Pangea Day

Freu mich wie ein Schnitzel die nächsten Tage in San Francisco zur Web 2.0 Expo zu verbringen. Wenn man sich die Veranstaltungen ein bisschen selektiv rausgesucht hat, konnte man eine Menge an Know-How mit nach Hause nehmen und spannende neue Leute aus der Branche kennenlernen. Die Schwerpunktthemen auch heuer liegen bei:

  • Strategy and Business Models
  • Marketing and Community
  • Design and User Experience
  • Fundamentals
  • Development
  • Focus on Mobile Web
  • Focus on Web Operations
  • Focus on Social Platforms

Werde gerne in den kommenden Tagen an dieser Stelle davon berichten, was es Neues bei Produkten bzw. Best Practises gibt.

Anonsten noch ein Hinweis auf eine unterstützenswerte Initiative mit Gewicht, organisiert von Chris Anderson, dem Autor von "The Long Tail" und Kurator von TED: Pangea Day.

Pangea Day taps the power of film to strengthen tolerance and compassion while uniting millions of people to build a better future.

Ein Event am 10. Mai um 20 Uhr unserer Zeit, vier Stunden lang, mit Schwerpunkten in sechs Städten dieser Welt. Neben per Web zuschauen kann auch jeder mit einer Webcam mitmachen oder gar ein Event veranstalten. Wie das geht, erfährt man auch auf der Webseite.

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13. April 2008 | René Seifert

WiWo-Gründerwettbewerb: Alles, was man zur Inkubation braucht

Gerne ein Hinweis an dieser Stelle auf den WiWo-Blog und Sebastian Matthes über den neuesten Gründerwettbewerb der WirtschaftsWoche (WiWo). Aufgerufen sind Gründerteams (mindestens 2 Leute), einen Businessplan samt Executive Summary einzureichen. Um das (künftige) Geschehen so plastisch wie möglich schildern zu können, wird auch ein "Probetagebuch" über die Gründungsphase erbeten. Weitere Voraussetzung: Es soll aus dem Businessplan absehbar sein, dass durch das Geschäft binnen zwei Jahren 20 Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Was mir an dem Wettbewerb gefällt, ist die Tatsache dass man nicht eine Finanzierung mit Cash-Überweisung garantiert bekommt und gut isses, sondern die Dienstleistung zu all den nötigen Hebeln, um ein Start-Up ins Rollen zu bringen. Dafür sorgen eine ganze Reihe kompetenter und renommierter Profis wie eine ´Werbeagentur, Personalberatung, Wirtschaftskanzlei und die Wirtschaftswoche selbst. Teilnahme an einer "Accelerator-Programm" kommt von der weitweit aufgestellten Entrepreneurs’ Organization und für das Finanzielle erhält man Zugang zu einem breit aufgestellten Business Angel-Network. Also alles, was man so zur erfolgreichen Inkubation braucht und mit dem wir uns bei eLAB seit zwei Jahren auch ständig herumschlagen …

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9. April 2008 | René Seifert

Neu-Definition von Wert in einer Gratis-Internetökonomie

Wer mal knapp 10 Minuten zwischendrin Zeit  hat, dem kann ich diesen Artikel "Better than Free" von Kevin Kelly ans Herz legen. Kelly ist "Senior Maverick" bei Wired, das er 1993 mit aufgebaut hat und "kennt sich Internet ganz gut aus". Ausgangspunkt der Überlegung ist, dass sich Bits & Bytes danke digitaler Übertragung quasi gratis kopieren lassen. Nichts Neues so weit, genau dieses Phänomen hat dank Napster und Kazaa beispielsweise eine ganze Branche umgewälzt, aber eben auch den gleichen Musikindustrie-Koloss dazu veranlasst, nutzerfreundliche bezahlte Downloads je Einzelsong bei iTunes anzubieten.

Die interessante Frage ist, nachdem wir uns mit diesem Phänomen in den letzten Jahren bestens angefreundet haben: Wo gibt es dann noch Wert für den Nutzer, einen Wert den er bereit ist mit Geld zu vergüten. (Kelly tut gut an seiner ausdrücklichen Feststellung, dass der den "no brainer" mit Werbevermarktung absichtlich außer Acht lässt). Dazu formuliert er "8 Generatives better than free", die aus diversen Anwendungsfällen Nutzen und Mehrwert für Konsumenten stiften und die sich in der einen oder anderen Form auf durch das Internet getriebene Branchen übertragen lassen.

  1. Unmittelbarkeit: Hardcover-Bücher kosten zum Erscheinen mehr als Taschenbücher. Kinobesucher geben gerne mehr für die Karte aus, wenn sie am Premierenabend dabei sein dürfen.
  2. Personalisierung: Ein nennenswerter Sockel eines Produktes/einer Dienstleistung ist für alle identisch, aber die 5 % Variation können z.B. für personalisierten Content oder Medikamente einen Riesenunterschied ausmachen und vor allem zu einer langfristigen Kundenbeziehung führen.
  3. Erläuterung: Ein Produkt gibt’s umsonst, aber dessen Interpretation kostet. Genau so sieht das Geschäftsmodell von Red Hat aus, die mit Services rund um das Umsonst-Betriebssystem Linux ihr Geld verdienen. Ähnliches könnte rund um unsere DNA passieren, wie erste Geschäftskonzepte à la 23AndMe zeigen.
  4. Authentizität: Klingt fast die die Antithese zu des Pudels Kern beim Gratis-Kopieren. Ein Zertifikat oder Wasserzeichen oder eine (hand)schriftliche Notiz des Urhebers kann aber einen Unterschied machen.
  5. Zugang: Für mich eines der stärksten Argumente. Schön, wenn man Songs auf seinem Rechner liegen hat. Aber will ich mich wirklich um eine Cross-Plattform-Verfügbarkeit zwischen meinem Notebook, meinem iPod und meinem digitalen Home-Entertainment kümmern müssen, etwas durch den Einsatz meiner Zeit für ständiges manuellen Kopieren/Synchronisieren? Viel einfacher ist einmal bezahlen und einfach von überall darauf zugreifen zu können.
  6. Körperlichkeit: Sieht zunächst wie Digitalisierung im Rückwärtsgang zur Analogisierung aus. Aber "Print on Demand" anstatt das gleiche Buch gratis auf dem Computer-Screen zu lesen zeigen wohin die Reise geht.
  7. Sponsoring: Nutzer finden einen Dienst so gut, dass sie gerne ein paar Euro dafür bezahlen. Freiwillig. Die Band Radiohead hat es neulich zum Albtraum der Plattenfirma vorgemacht: Das neue Album ins Netz gestellt und den Leuten gesagt: "Es ist umsonst, ihr könnt aber auch genau das bezahlen, was ihr meint es sei wert." Das Ergebnis: 5 Dollar. Auch Webseiten gehen inzwischen diesen Weg, vor allem seit die richtigen Instrumente dafür auf dem Markt sind. Was hab’ ich gestaunt, als ich neulich bei TinyURL eine Webadresse für einen Twitter-Post eingedampft hab. Wurde auf der Seite, bei der man sich nicht einloggt, in der linken Navi-Leiste mit meinem Namen begrüßt. (Wenn man auf den Screenshot klickt, dann wird es groß und man kann’s besser lesen.)

    amazon-honour-system

    Das Programm heißt "amazon honour system", und verfolgt genau den beschriebenen Zweck. Durch meinen Amazon-Account und das Cookie auf meinen Rechner wurde diese personalisierte Aufforderung eingespielt, die direkter wirkt und vor allem durch den renommierten Absender eine Menge Vertrauen ausstrahlt.

  8. Auffindbarkeit: Damit ist weniger Google gemeint. Gibt man "spannender Krimi" ein, kriegt man 208.000 Treffer. Es geht eher um den "Long Tail", bei dem Nischen-Produzenten mit Nischen-Konsumenten zusammengebracht werden, und zwar mit dem richtigen Relevanzfilter. Genau davon lebt Amazon z.B. mit seinem Rating und seinem Collaborative Filtering. Kelly argumentiert zu Recht, dass genau an dieser Stelle auch Plattenfirmen in Zukunft ihre Existenzberechtigung ableiten werden. Derer Marketing als Funktion des Findens hat nichts anderen  im Sinn, als unsere Wahrnehmung auf etwas zu richten, dessen Existenz uns ansonsten mit höchster Wahrscheinlichkeit durch die Lappen gegangen wäre.

Neben den acht Punkten schließt der Artikel noch mit dem spannenden Ausblick, dass sich auch in einigen Branchen des produzierenden Gewerbes die Grenzkosten je Einheit gegen Null bewegen, zumindest so weit, dass man schon jetzt wie in der Pharmabranche oder bei billigen Gadgets die ersten Auswirkungen dieser "8 Generatives" auch bei Produkten zu spüren bekommt.

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Kategorie: Analyse, Makro-Trends
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