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5 Fragen: Wie sieht mobiles Internet aus?





9. October 2009 | René Seifert

Dieser Tage stolperte ich über diesen hervorragenden Denkanstoß aus dem McKinsey Quarterly “What will shape the wireless Internet?(Gratis-Registrierung erforderlich) In der Tat die richtige Frage zum richtigen Moment. Vor nicht allzulanger Zeit im Jahr 2000 mit den UMTS-Versteigerungen und noch mehrfach zwischendrin kam man sich ja vor wie auf der Besuchertribüne von Cape Caneveral. Der Countdown läuft mit noch 30 Sekunden, 29, 28 … und wird dann wieder einmal abgebrochen. Die gefühlte Zuversicht “Jetzt muss es doch bald losgehen” zieht sich schon fast ein Jahrzehnt. Aber jetzt wirklich, die Zeichen mehren sich,  jetzt geht’s los, jetzt geht’s los! :-)

Der Artikel wirft die relevanten Aspekte nacheinander auf:

  1. Wird mobiles Internet der Ersatz fürs Kabel? Im Augenblick nutzen 90 % der mobilen User weniger als 2 GB pro Monat. Damit kommen die meisten per Kabel nicht wirklich weit. Daher ist diese Transformation bezogen aufs Datenvolumen noch Kaffeesatzleserei.

  2. Kommt das mobile Internet von der Leistung an das fest Verkabelte heran? Im Augenblick noch nicht, wenn man sich so die mobilen 2 MBit/s im optimistischen Fall anschaut. Witzigerweise merken die Telcos, dass der Traffic aber so stark steigt, dass das nächste technische Upgrade für mehr Bandbreite bald angezeigt scheint.

  3. Wo gehen die Nutzer für den besten Content und besten Applikationen hin? Darüber könnte man alleine schon ein paar Doktorarbeiten schreiben. Auf jeden Fall gehen sie nicht in den mobilen “Walled Garden”, den sich die Telcos seinerzeit bunt ausgemalt haben, der aber menschenleer geblieben ist. Obwohl das iPhone eines der lästigsten Probleme der mobilen Nutzung, nämlich sich Webseiten anzeigen zu lassen, halbwegs brauchbar gelöst hat, heben mobile Apps ab wie eine Rakete. Aber das Rennen ist mit den Aktivitäten von Nokia, Google und Microsoft noch alles andere als entschieden.

  4. Über welche mobile Internet sprechen wir eigentlich? Gute Frage, so selbstverständlich wie “das von den Mobilfunkbetreibern” lautet die Antwort nicht. WiFi bekommt gerade durch das iPhone, aber auch andere Smartphones, erheblichen und unerwarteten Aufwind, wie Om Malik treffend beobachtet.

  5. Wie sieht das Geschäftsmodell aus? In Sachen Zugang gibt es die klassischen Formen, auch in gemischter Ausprägung, Flat-Fee bzw. Datenvolumen. Das Modell “Flat” hängt wie auch im Kabelnetz immer bei den Extrem-Saugern durch, die weit überdurchschnittlich die Netze verstopfen, aber deswegen auch nicht mehr zahlen. Umgekehrt ist “Flat” ein prima Verkaufsargument, weil man ohne geistige Blockade mobil ins Internet geht. Datenvolumen kann auch richtig teuer werden, wie ich neulich in China durch selbst verschuldetes zügelloses Datensurfen zum Auslandstarif feststellen durfte. Paid Content ist der ewig tote Leichnam im Kabelnetz, scheint aber bei Applikationen für z.B. das iPhone eine gewisse Wiederauferstehung zu erleben. Medienzar Rupert Murdoch hat beispielsweise angekündigt, mobilen Zugang fürs iPhone und den Blackberry beim Wall Street Journal kostenpflichtig zu machen. Die Mischung aus Gratis-Apps und solchen zur Bezahlung ergibt ein neues Geschäft wo sich inzwischen auch schon sehr viele Developer tummeln.

Ein paar Fragen, mit denen man gerade mal an der Oberfläche kratzt. Freue mich über jeden gedanklichen Impuls.


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5 Kommentare »
9. October 2009 - 08:22, abgelegt in Kategorie: Analyse, Asia/Pac, Deutschland, Europa, Innovation, Makro-Trends, Mobile, Region, U.S.A.

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5 Reaktionen zu “5 Fragen: Wie sieht mobiles Internet aus?”
  1. Thomas Am 9. October 2009 um 11:28 Uhr

    Also ich hab schon seit 2005 mobiles Internet, damals noch verdammt teuer wird’s jetzt endlich vernünftig bezahlbar. Ich hab die Verbindungen lange über’s (bluetooth) Handy aufgebaut aber zur Zeit hab ich einen eher miesen USB-Stick.

    Der Durchbruch für’s mobile Internet kommt aber eh erst wenn jeder Laptop schon ein UTMS-Modem eingebaut hat, das war mit WLAN auch ned anders.

  2. Sebastian Am 10. October 2009 um 12:35 Uhr

    Durch die Bezahlbarkeit sehe ich das mobile Netz inzwischen auch auf der Überholspur. Gerade komme ich von Portugals Küste zurück, im Wasser die Wellen-Surfer und ich am Strand als virtueller Surfer (netbook/umts). Hat allerdings über einen Tag Recherche gekostet, um eine kostengünstige Variante (SIM aus Zielland, Gerät ohne Sim-Lock etc.) zu finden…

  3. Stefan Am 11. October 2009 um 13:43 Uhr

    Ja, rein gefühlsmäßig würde ich auch sagen: Jetzt geht’s los. Aber das ist tastächlich ziemlich spät, 9 Jahre nach der Versteigerung der UMTS-Lizenzen.

    Die Tarife und Endgeräte werden bezahlbar und viele Leute laufen schon mit Smartphones rum. Selbst in meinem neuen Notebook steckt schon eine UMTS-Karte standardmäßig mit drin.

    Da können wir gespannt sein auf die weitere Entwicklung, und selber kräftig Gas geben :-)

  4. Konrad Am 11. October 2009 um 22:43 Uhr

    Ich verfolge die Entwicklung auch schon seit einigen Jahren und nutze das mobile Internet nun selber relativ häufig per Netbook, teilweise aber auch mit dem iPhone, aber dann nur um kurz eine Nachricht bei twitter abzusetzen.

  5. Zukunft: Das Internet in 5 Jahren » eLAB-Blog Am 29. October 2009 um 19:18 Uhr

    [...] Auch wenn Mobile in dieser Aufzählung nicht explizite genannt war, dann versäumt es der Google CEO sonst bei keiner Gelegenheit, auf dessen strategische Bedeutung für sein Unternehmen und das ganze Internet hinzuweisen. Ein paar Überlegungen über die Zukunft von Mobile auch hier kürzlich auf unserem kleinen eLAB-Blog. [...]

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