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Archiv der Kategorie 'Content'

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12. November 2009 | Markus Wölflick

Gutefrage.net launcht Computer-Plattform

Vor wenigen Wochen hat die gutefrage.net GmbH ihre inzwischen sechste Themenplattform gelauncht: www.computerfrage.net, die sich auf alle Ratgeberfragen rund um das Thema Computer konzentriert. Bereits nach vier Wochen haben sich die Visits in den vierstelligen Bereich hochgekämpft. Speziell die organic visits über Google steigen kontinuierlich, was für eine sehr schnelle Indizierung des Portals spricht. Heute gibt es auf computerfrage.net bereits über 1000 Stammuser.

Computerfrage.net Homepage

Das Themenspektrum auf computerfrage.net ist bewusst sehr weit gefasst, um möglichst viele User zu erreichen. Während die Nutzer in der Anfangsphase vor allem Rat zu alltäglichen PC-Problemen etwa mit diversen Office-Anwendungen suchten, wird die Plattform nun auch mehr und mehr von Hardcore-Tekkies in Anspruch genommen, die sich zu php, java oder anderen Programmiersprachen austauschen.

Eine ähnliche Erfahrung konnten wir bereits mit unserem Sport-Portal machen: Obwohl sich auch diese Themenplattform dezidiert von der breit aufgestellten gutefrage.net abgrenzt, empfiehlt es sich, die inhaltliche Ausrichtung einer Website nicht zu eng zu fassen. Diesen Grundsatz beherzigen wir auch bei unseren anderen Themenportalen – und der Erfolg gibt uns recht.

So hat sich in Zeiten von Wirtschafts- und Bankenkrise finanzfrage.net zu unserer momentan wachstumsstärksten Plattform gemausert. Der Grund: Die User können sich dort zu sehr speziellen Geldanlagen wie Derivaten oder Zertifikaten genauso austauschen wie zu den eher existenziellen Fragen rund ums Thema Geld – mittlerweile gehören daher auch Keywords wie „Hartz IV“ oder „Finanzkrise“ zu den am häufigsten nachgefragten Themen auf finanzfrage.net.

Auch auf unserer Reise-Website bewegt sich inzwischen nicht nur der deutsche Durchschnittstourist. Seniorenreisen sind inzwischen ebenso ein Thema wie Familien- oder Singlereisen. Die Reiseziele reichen von Deutschland oder Österreich bis hin zu Afrika oder Mikronesien. Die Userin KaeptnKoC hat sich beispielsweise auf Kreuzfahrten spezialisiert, wohingegen demosthenes lieber mit seinem Motorrad auf eigene Faust Asien erkundet.

Unser Portal zu Gesundheit und Medizin ist inzwischen thematisch ebenfalls sehr breit aufgestellt. Die unterschiedlichen Meinungen zu Homöopathie und klassischer Schulmedizin spiegeln sich auch in den Beiträgen der User wieder und führen nicht selten zu spannenden Diskussionen. So gibt es sowohl Tipps zu Behandlungen mit Globoli als auch Informationen zu gängigen schulmedizinischen Therapien.

In diesem Sinne freuen wir uns, computerfrage.net in der Familie unserer Themenportale willkommen zu heißen und ihr beim hoffentlich schnellen Wachsen zuzusehen.

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29. October 2009 | René Seifert

Zukunft: Das Internet in 5 Jahren

Wir sind einen weiten Weg gegangen in den – sagen wir  – letzten 10 Jahren kommerzielles Internet. Aus ein paar bunten Online-Broschüren von allerlei Firmen haben wir eine E-Commerce Revolution erlebt, die Giganten wie Amazon oder eBay hervorgebracht hat. Isolierte Homepages von Privatpersonen haben sich vernetzt, das Phänomen „Blogging“ ist dabei hervor gegangen und trägt seinen Teil dazu bei, dem klassischen Journalismus das Wasser abzugraben. Eine Umdrehung auf dem Innovationsrad später kamen „Social Networks“ wie XING oder Facebook des Weges. Mit Twitter wiederum können wir unsere Freunde in maximal 140 Zeichen an für uns wichtigen Augenblicken teilhaben lassen.

So weit so gut, der Versuch einer Rückschau in einem Absatz. Wenn wir uns versuchen von der Hektik der täglichen „Announcements“ etwas zu lösen, wo Facebook die Welt in zwei Lager spaltet, ob der neue Newsfeed eine gute Idee gewesen ist oder den Untergang des Abendlandes bedeutet. Wenn wir versuchen in etwas größeren Linien nach vorne zu schauen, was die Zukunft der Internet bringen wird, dann können wir zu einer gedanklichen Reise ins Jahr 2014 antreten und mit dem Selbstbewusstsein von Zeitzeugen über das Geschehene der letzten 5 Jahre erzählen.

Bei der Gestaltung der Online-Zukunft kommt man zumindest in der kurzen Frist einmal mehr nicht an Google vorbei. Eric Schmidt hat sich dieser Tage auf einer Konferenz in Orlando über seine Sicht der nächsten 5 Jahre ausgelassen. Die Qualität solcher Prognosen durch den Google-Chef ist nicht zu unterschätzen. Im Gegensatz zum Metereologen, dessen Prognose dem Wetter im Hinblick auf Regen oder Sonnenschein total egal ist, haben entsprechende vorausschauende Aussagen wenigstens teilweise den Charakter einer „Self Fulfilling Prophecy“. Zum einen weil Google mit entsprechenden Produkten selbst diese Zukunft gestalten wird und zum anderen weil der „Eco-System“ wie zum Beispiel Publisher ihre eigene unternehmerische Aktivität darauf ausrichten werden.

Was hat Eric Schmidt nun für die kommenden 5 Jahre im Visier:

  • Auch wenn heute noch englischsprachige Inhalte das Web dominieren, so soll sich dies in 5 Jahren zu Gunsten von Chinesisch drehen.

  • Das Web von Applikationen: Dafür scheinen die Teenager von heute schon das beste „Anschauungsobjekt“ zu sein, wie man nahtlos von App zu App hüpft.

  • Was unsere Hardware angeht, so wird sie im Rahmen von „Moore’s Law“ immer leistungsfähiger, genau gesagt, verdoppelt sie sich alle zwei Jahre. In fünf Jahren sind unsere Rechner zehn mal so schnell wie heute.

  • Gleichzeitig hält die Zunahme von breitbandiger Übertragung an, so dass man sich keine Gedanken mehr machen muss, ob man gerade „statische“ HTML-Seiten „ansurft“ (der Begriff klingt heute schon museal), Musik herunterlädt oder sich Bewegtbild in bester Qualität streamen lässt. Schmidt erwähnt auch, dass YouTube wohl anfängt nennenswerte Umsätze einzufahren, insbesondere da sich Inhalte mehr und mehr in Richtung Bewegtbild verlagern.

  • Das Web in Echtzeit ist ein erkennbarer Makrotrend, gleichzeitig für Google eine der größten Herausforderungen wie man diese Information erfasst (das kriegt man wohl schon passabel hin) und im nächsten Schritt bei den Suchtreffern sinnvoll unter den „anderen Ergebnissen“ unterbringt. Erschwerend kommt hinzu, dass das „Real Time Web“ eine soziale Dimension hat, mit der sich die Suchergebnisse für jeden unterscheiden.

Eine konkrete Ankündigung war Schmidt dann doch noch zu entlocken: Google will in im nächsten Jahr ein eigenes Netbook mit dem Google OS (Operating System) und HTML 5 herausbringen, welches lokales Caching im Offline-Betrieb zulässt.

Auch wenn Mobile in dieser Aufzählung nicht explizite genannt war, dann versäumt es der Google CEO sonst bei keiner Gelegenheit, auf dessen strategische Bedeutung für sein Unternehmen und das ganze Internet hinzuweisen. Ein paar Überlegungen über die Zukunft von Mobile auch hier kürzlich auf unserem kleinen eLAB-Blog.

Kein Zweifel: Das Internet in 5 Jahren wird abermals ein völlig anderes sein als wir es heute kennen.

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12. August 2009 | René Seifert

6 Tipps für virale Verbreitung von Videos

Aus San Jose, Kalifornien (U.S.A.)

Tag 2 auf der SES in San Jose, und der Tag started mit einer coolen Session “How to ignite your viral Campaign”. Am Anfang jeder viralen Kampagne sollte so etwas wie ein Ziel stehen gegen das man das tatsächliche Ergebnis vermisst, dann ist in der Umsetzung wie immer der Content King. Dazu haben sich nach wie vor am besten bewährt: Humor, Tipps & Tricks, Bestenlisten und Breaking Info.

Nachdem sich Video immer mehr zu einem festen Teil unserer Internet-Nutzung und -Produktion etabliert hat und nicht zuletzt Google mit seiner Universal Search diesem Faktor bei den Suchergebnissen Rechnung trägt, ist es höchste Zeit sich mal näher mit der Spezialität viraler Verbreitung rein von Videos zu befassen. Dazu stellte soeben Mathew Liu von YouTube ein paar Best Practises aus dem Auge des Orkans vor.

Grundsätzlich unterschied er zwischen Videos, die subtil einen werblichen Absender tragen (“Guerilla”) vs. solchen, die von vorne herein als Marketing erkennbar sind.

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Um erfolgreich bei YouTube bzw. bei der Firmenmutter Google indexiert und gerankt zu werden empfiehlt er diese fünf Tipps, wie man das Momentum einer viralen Verbreitung ins Rollen bringt und dabei vor allem Google das richtige Suchmaschinenfutter zum Fraß vorwirft:

  1. Title: Sollte treffend und beschreibend den Inhalt des Videos illustrieren.
  2. Description: Eindeutige und einzigartige Beschreibung, idealerweise in ganzen Sätzen.
  3. Tags: Pointiert und inhaltlich schlüssig zum Title und Description passend. Keyword-Stuffing vermeiden, sonst gibt’s von Google auch hier eine Abstrafung.
  4. Community: Videos mit der Community teilen. Mit Annotationen, Video-Antworten und Thumbnails experimentieren. Allerdings vermeiden, andere User mit dem Video zu spammen oder versuchen, das eigene Video zu bewerten.
  5. Embedden: Im Sinne der Distributed Content, das Video auf anderen Webseiten streuen.
  6. Paid Listings: Um dem viralen Moment einen ersten Anschub zu liefern, kann es sich lohnen ein “Sponsored Video” (rechte Leiste) bei YouTube zur “Paid Discovery” zu buchen. Funktioniert ähnlich wie die Paid Search, wo man auf Suchbegriffe innerhalb von YouTube bietet.

Last but not least, unterliegt man “Kampagnenmanagment” keinem Blindflug, sondern bekommt mit YouTube Insight einen detaillierten Überblick wann das Video von wem (soziodemografische Daten) und von wo angekuckt worden ist.

P1020797

Und ansonsten mehrfach die gute alte Feedbackschleife durchlaufen: Testen, Messen und Optimieren. Na dann, Film ab :-)

19:50 Comments 1 Kommentar » Trackback

7. August 2009 | René Seifert

Krise: Was passiert mit den alten Werbespendings?

Es mehren sich die Signale, dass das Schlimmste hinter uns liegen könnte. Neulich hab ich dazu den lustigen Spruch von einem Bankanalysten mit typisch trockenem britischen Humor gehört: “Die Krise war so schlimm, dass sogar jemand das Licht am Ende des Tunnels ausgeknipst hat. Jetzt ist es immerhin wieder an.”

Besonders stark sind die positiven Signale in Asien, wo zum Beispiel Singapur im 2. Quartal 2009 einen Rebound von +20 % gegenüber dem Q2/2008 beim Bruttosozialprodukt hingelegt hat. (Es sei nicht verschwiegen, dass es dafür zwischen Q4/2008 vs. Q4/2007 ganz gepflegt 18 % in der Keller ging). Wenn nix fieses nachkommt, könnte dieser Trend auf eine V-förmige Erholung hinaus laufen. Ähnlich positiv haben sich China (+18 %) und Südkorea (+10%) in Q2/2009 zurück gemeldet. In Deutschland hat, wie heute berichtet wird, der Konkunkturmotor Export im Juni wie schon seit drei Jahren nicht mehr angezogen. Andere Indikatoren wie Insolvenzen, Konsum und Arbeitsmarkt lassen indes noch auf sich warten bzw. reagieren mit zeitlicher Verzögerung auf den Einbruch.

Die gute Werbebranche ist traditionell als erste betroffen, wenn es um Kürzungen geht und traditionell die letze, der man wieder “a  Göid” gibt, wenn sich die Konjunktur zu erholen anschickt. Dieser Economist-Artikel “Nothing to shout about” beschreibt die Lage recht treffend. Demnach werden laut Nielsen die Werbeausgaben in diesem Jahr in den USA um 14,5 % fallen, sicherlich auch aufgrund der “Sondereffekte” wie General Motors- und Chrysler-Pleiten. Bei näherer Betrachtung sind die einzelnen Medien sehr unterschiedlich vom Abschwung betroffen: Während beispielsweise Zeitungen mit minus 26,5 % ein verheerendes Jahr erleben, gehen die Budgets im Internet um 3 % noch ziemlich moderat zurück.

Die Nielsen Zahlen in Deutschland sehen ein bisschen besser aus. Während in Q2/2009 Publikumszeitschriften von allen Medien mit -17 % am meisten gerupft wurden, konnte das Internet mit +3 % zulegen. Innerhalb der Internet-Spendings sind nicht alle werbetreibenden Branchen gleich. “Gesundheit & Pharma” zeigte mit +110 % bei Online-Etats nach oben, ein Zeichen dafür das dieses eher traditionell-konservative Klientel mittlerweile den Schuss gehört hat und anfängt ins Netz umzuschichten.

Die übergeordnete Frage stellen sich freilich alle, ob wir jemals wieder zu den alten Verhältnissen im Werbekuchen zwischen den Mediengattungen zurück kehren werden oder ob diese aktuelle Krise strukturelle Verschiebungen hinterlassen wird. Ich glaube letzteres, da mir der Trend zu stärkerer Rechenschaftslegung über Performance-Marketing unumkehrbar erscheint. Der Werbetreibende will zunehmend wissen “Was kost’s” und “Was bringt’s” und sich weniger mit Heilsversprechen von Agenturkreativen in schwarzen Anzügen und viereckigen Pappen einlullen lassen. In diesem Zusammenhang fällt auch auf, dass man durch Codes in Printanzeigen oder spezielle URLs bei Fernsehspots versucht, über den Medienbruch hinweg Werbewirkung so gut es halt geht zu messen.

Nächste Woche bin ich in San Jose auf der SES und werde freilich hier auf unserem kleinen Blog darüber berichten, was sich so Neues bei Analytics-getriebenem Marketing tut.

Wünsche ein schönes Wochenende allerseits.

19:05 Comments 1 Kommentar » Trackback

15. July 2009 | René Seifert

Social Media: NetDoktor.de bloggt und twittert

Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, sich auch als Unternehmen mit Social Media (SM, no pun intended ;-)  zu beschäftigen. Und dann am besten richtig. Vodafone ist neulich in die SM-Offensive gegangen und hat nicht durchgängig Lob dafür eingeheimst.

NetDoktor.de (eine eLAB-Company) versucht das Thema behutsamer anzugehen und den langfristigen Aufbau von Beziehungen zu seinen Nutzern im Blick zu behalten. Dabei stehen Twitter bei NetDoktor.de (als @NetDoktorDE) und der kürzlich begonnene NetDoktor.de-Blog im Mittelpunkt des SM-Geschehens.

NetDoktor.de twittert @netdoktorde

Auf der „philosophischen Ebene“ gibt es für die richtige Haltung zum Thema bei Social Media die folgenden vier Punkte zu beachten:

  • Öffnung: Es spricht nicht mehr nur der Chef und sein Presse-Adlatus, sondern die Grenzen der Organisation fransen ganz von selbst aus, indem sich Mitarbeiter eh auf Twitter, Facebook und Blogs herum treiben. Die Unterscheidung von privat und dienstlich fällt dabei zunehmend schwer. Anstatt wie noch vor ein paar Jahren mit der rechtlichen Keule draufzuhauen, sollten Firmen das soziale Kapital ihrer Mitarbeiter in einen Vorteil für sich verwandeln. Bei NetDoktor.de können, sollen, „dürfen“ alle Mitarbeiter nach außen in Erscheinung treten.
  • Authentizität: Wenn ich heute eine dieser typischen Pressemitteilungen von Firmen in die Hände bekomme, wo aus einem einerseits limitierten anderseits seelenlosen Wortschatz standardisierte Nullaussagen abgesondert werden (à la „die Geschäftsleitung ist zuversichtlich, dass … bla“) muss ich würgen. Das Cluetrain Manifesto hat schon vor 10 Jahren mit erstaunlicher Weitsicht klargemacht, dass normale Menschen nicht als „Markt“ oder „Zielgruppe“ sondern eben wir normale Menschen angesprochen werden möchten. Im Rahmen von Social Media hat man in oftmals öffentlichen 1:1 Konversationen eine gute Gelegenheit, diesen neuen alten Stil wieder zu pflegen.
  • Netzwerk: Im Gegensatz zum – wie Klementine sagen würde – herkömmlichen Waschmittel namens Media-Spending wo man für eine mehr oder weniger gelungene Copy ein paar Millionen in einen „Channel“ einbucht, muss man sich sein Netzwerk bei Social Media quantitativ und qualitativ erarbeiten. Das geht nur über Zeit, indem man mit Ehrlichkeit und Herzblut organische Beziehungen zu anderen Menschen aufbaut. Der Lohn dafür: Wenn man etwas Interessantes zu sagen hat, sorgen die Kontakte dafür, dass die Nachricht durch das Netzwerk propagiert. Und das dann ganz ohne finanziellen Einsatz.
  • Loslassen: Da tun sich Unternehmen, die bisher größten Wert auf eine strenge Markenführung gelegt haben, am Schwersten. Aber in Zeiten wie diesen sollte es jedem Marketingchef dämmern, dass „die Leute“ sowieso das sagen, was sie von der Firma, ihrem Produkt oder Service halten. Gleichzeitig bedeutet dies nicht, dass man alle seine Vorstellungen von Identität über Bord wirft (siehe auch Authentizität oben), sondern versucht seine Kunden bzw. Nutzer geschickt in den Gestaltungsprozess mit einzubeziehen. Stichwort: Co-Creation. myStarbucksIdea und Ford mit seiner Social Media Group machen es in dieser Hinsicht sehr gut vor. Auch bedeutet es, dass man als Unternehmen die Demut mitbringt, dorthin zu gehen wo die Konversation stattfindet, um sich je nach kulturellen Gepflogenheiten von Twitter bis Facebook ins Gespräch auf gleicher Augenhöhe einzuklinken.

myStarbucksIdea

Was man bei NetDoktor.de noch im besonderen beim Bloggen erwähnen kann: Als Medienunternehmen publiziert man sowieso die ganze Zeit. Genau darin besteht die Kernkompetenz. Was ist dann beim Bloggen anders?

NetDoktor.de Blog

Zum einen möchte NetDoktor.de mit dem Bloggen mehr Transparenz im Sinne von „Wir über uns“ schaffen, indem zum Beispiel CTO Dan Ackerson in seiner Muttersprache Englisch über die Technik beim kürzlich neu gelaunchten Gesundheitsportal-Privat räsoniert. Aus journalistischer Sicht bieten sich Ansätze, die einen persönlicheren Blickwinkel auf ein Thema zulassen als es das definierte Redaktionsformat erlaubt. Redakteur Fabian Seyfried zum Beispiel nimmt mit der nötigen Portion Ironie die wissenschaftliche Suchmaschine Wolfram Alpha als „automatischen Arzt“ unter die Lupe.

Das Spannende bei Social Media ist die Erkenntnis, dass sich so etwas wie “Best Practises” so schnell im Fluss befinden, dass man auf keine in Stein gemeißelten Weisheiten zurückgreifen kann. Daher gibt es mal wieder nichts besseres als man tut es, indem man sich seine Social Media Strategie Stück für Stück und emergent zusammen baut.

Wenn man bei allem guten Willen mal knapp daneben liegt, halb so wild, dann darf man getrost mit diesen beiden Sprüchen aus dem Englischen kontern: „The age of openness ist the age of forgiveness“ und „Better to beg forgiveness than to ask permission.“ :-)

Ja dann, munteres Zwitschern und so.

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8. July 2009 | René Seifert

Du-bist-Unternehmer: Podcasts für Unternehmer von Unternehmer

Alles gut und alles unterstützenswert, was den Weg zum Unternehmertum fördert. Wir von eLAB versuchen mit diesem Blog auch den einen oder anderen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass immer mehr Menschen eigenverantwortliche Initiative als eine echte berufliche Option in Erwägung ziehen oder am besten gleich handfest wahrnehmen. Insofern sehen wir uns als Teil einer Community/eines „Tribes“ der das gleiche Ziel vor Augen hat.

Dazu hat jetzt eine neue Initiative namens Du-bist-Unternehmer.com gestartet, die Podcast-Interviews mit Unternehmern produziert, die ihre Erfahrung mit anderen Unternehmern und solchen die es werden wollen, teilen.

Du-bist-Unternehmer

Oder wie es im „Über Uns“ der Seite heißt:

Führende Köpfe aller Branchen, sämtlicher Geschäftsformen und jeglicher Unternehmensgrößen sind vertreten. Empfindliche Niederlagen und bedrohliche Krisen werden genauso offen angesprochen wie bedeutsame Unternehmenserfolge. Es wird diskutiert, wie es sich anfühlt Unternehmer zu sein und, wie das Unternehmertum das private, berufliche und gesellschaftliche Leben beeinflusst und verändert.

Die Podcasts kann man sich direkt auf der Seite anhören, man kann sie herunterladen oder ganz im Sinne von „distributed content“ auch bei iTunes abonnieren.

Schön finde ich auch die Blogroll, in der rechten Spalte ihrerseits alle relevanten Blogs in Deutschland zum Thema Unternehmertum aufgenommen hat. Damit zeigt der Dienst, dass er sich seinerseits als ein Knoten in diesem spannenden Themennetzwerk versteht, wo man miteinander mehr erreichen kann als alleine.

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12. June 2009 | René Seifert

Teufelszeug Facebook-Pinnwand

Machen wir’s konkret. Zwei beispielhafte Ereignisse in jüngster Zeit auf der Facebook-Pinnwand mit bemerkenswerten Auswirkungen auf die Konvergenz von vormals isolierten sozialen Netzwerken.

1.    Facebook-Profil männlich in fester Beziehung, Status-Update „Esse gerade leckere Austern.“ Kommentar dazu auf der Wall von einem seiner 600 Facebook-Kontakte, Geschlecht weiblich mit exotischem Namen und erkennbar schulterfreiem Profilfoto: „Ja super, habe auch heute bei mir in Irland Austern gegessen.“

2.    Facebook-Profi weiblich, die sich neulich das Bein gebrochen hat von einem weiblichen befreundeten Kontakt, die auf die Wall den Gruß loswird: „Na, humpels Du immer noch herum oder jagst Du schon wieder den Burschen hinterher?“

Öffentlicher Raum
In Beispiel 1 kann man sich an einer Hand abzählen, dass die Freundin, die gelegentlich auf den Wall ihres Freundes vorbeischnuppert, mit einem neugierigen Grinsen die Frage stellt: „Sag mal, wer is’n des?“ Ob es sich nur eine flüchtige Bekannte oder womöglich einen bisher verschwiegenen Hasen aus der Vergangenheit handelt, so oder so darf man sich plötzlich erklären. Der soziale Raum, den man bisher womöglich sorgfältig in separaten Silos erlebt hat, kollabiert auf der Wall zu einer einzigen durchsichtigen Rudelveranstaltung . Was durch die Schläfer-artige Existenz eines Kontaktes auf des Freundschafts-Liste bereits virulent angelegt ist, wird durch die Aktivität wie Kommentar oder alleine schon „Daumen hoch“ vollends zum Leben erweckt.

„Früher“ hätte man mit geringer Wahrscheinlichkeit beim Sonntagsspaziergang mit der Freundin dieser unbekannten Dritten über den Weg laufen müssen, um einen ähnlichen Effekt zu provozieren. Heute findet trifft man sich öfter nolens als volens in der gemeinsamen virtuellen Fußgängerzone.

Ironie kommt nie – ohne Kontext

Beispiel 2 illustriert die Bedeutung von Kontext in jeder Konversation. Die Dame, der die Pinnwand gehört, hat sich maßlos geärgert, die Nachricht umgehend gelöscht und der Pinnwandschreiberin per SMS ihren Unmut zur Kenntnis gebracht. Aber: Die identische Botschaft als 1:1-Nachricht hätte ohne jeden Zweifel für köstliches Amüsement bei eben der gleichen, ansonsten äußerst humorvollen Empfängerin gesorgt.

Wird die Nachricht jedoch in den öffentlichen Raum der Pinnwand gezerrt, in dem sich Geschäftspartner und vielleicht auch das eine oder andere Herzblatt tummeln, dann gefriert das Lachen mit einem Schlag zu einem frostigen Eisklotz. Die Metaebene von Ironie und Übertreibung, die bei einer privaten Nachricht die Botschaft unausgesprochen in den richtigen Kontext bringt, fehlt auf der Pinnwand gänzlich und führt zu ungewollten Missverständnissen. Um präzise zu sein: Es ist vielmehr Antizipation der Empfängerin, dass ihre anderen Kontakte auf Facebook nicht in der Lage sein werden, diese Metaebene von Übertreibung herzustellen und jedes Wort für bare Münze zu nehmen. (Die kleine diplomatische Verwerfung hast sich dann übrigens mit einem klassischen 1:1 Telefonat zügig aus der Welt räumen lassen.)

Zusätzliche Kommunikationsnormen
Was kann man sich davon an Grundsätzlichem abschneiden? Erstens, wer bei Facebook und ähnlichen Plattformen mitmacht, ist automatisch einer Reihe von kommunikativen Phänomenen ausgesetzt, die einen neuen Umgang mit der Materie erfordern. Es gibt plötzlich einen öffentlichen Raum für alle, in dem für eben alle nicht so einfach ein gemeinsamer Kontext herzustellen ist.

Fürs Konkrete heißt das in einer salomonischen Abwägung beider Seiten: Wer anderen auf die Pinnwand schreibt, sollte sich bewusst sein, dass die übertragene Nachricht weit über den bloßen (augenscheinlich belanglosen) Inhalt hinaus geht und sich fragen, ob damit nicht unbedachte Kollateralschäden entstehen. Diejenigen, auf deren Pinnwand geschrieben wird, sollten sich der neuerlichen Öffentlichkeit ihrer Person bewusst werden und sich alles in allem ein bisschen locker machen.

Ein wenig Zeit wird’s noch dauern, bis sich auch hier zu eine allgemein gültige Etikette eingeschwungen hat. Bis dahin lasst es uns mit der Weisheit von Jeff Jarvis halten: „The age of openness is the age of forgiveness.“

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7. June 2009 | René Seifert

NetDoktor.de fährt bei Stiftung Warentest Bestnote ein

Als ich noch „a Bua“ war, hat die Stiftung Warentest vor allem Kühlschränke und Autoreifen rangenommen. Im elektronischen Zeitalter macht das Urteils-Urgestein aber auch vor Webseiten nicht Halt. In der aktuellen Ausgabe des Magazins waren Gesundheitsportale dran: Ein Duzend aus dem deutschsprachigen Raum standen auf dem Prüfstand, die eLAB-Company NetDoktor.de war erwartungsgemäß darunter und hat – annuncio vobis gaudium magnum – dabei die Bestnote erzielt.

Konkret ist das ein „gut“. Dafür wurden diese drei Kriterien unter die Lupe genommen: Inhaltliche Qualität mit 60 Prozent Gewichtung, Handhabung der Webseite (30 %) und Umgang mit Anfragen (10 %). Hier die wesentlichen Ergebnisse auf der Webseite der Stiftung Warentest umsonst, den ganzen Artikel kann man sich dort für 1 EUR herunterladen.

eLAB freut sich auf jeden Fall über diesen zertifizierten Qualitätsbeweis, gratuliert dem NetDoktor.de-Team sehr herzlich und sagt ganz leise „weiter so“.

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5. May 2009 | René Seifert

Buchtipp: What would Google do?

Mal wieder eine kleine Buchbesprechung an dieser Stelle, gerade auch weil Jeff Jarvis’s Buch “What would Google do” als Teil des Strategieprozesses für eine eLAB-Beteiligung dient. Die Übersetzung gibt’s unter “Was würde Google tun“.

Einen ganz guten Eindruck bekommt man, wenn man mal durch die Stichworte in der Präse von Jarvis hier durchflippt.

Im ersten Teil geht das Buch auf das grundsätzliche andere Erfolgskonzept von Google ein: Dem User eine weiße Seite mit einem Suchschlitz anbieten, hinter dem sich die komplexeste Technologie überhaupt verbirgt und die vor allen Dingen einfach nur funktioniert. Dazuhin für den Nutzer völlig umsonst ist, wobei es Google gelungen ist “durch die Seitentür” ein Geschäftsmodell drumherum zu stricken. Aber es geht auch über www.google.com als Dienst hinaus. Neue Prinzipien, die bestehende Paradigmen über Bord geschmissen haben.

Allen voran, die Weitsicht sich nicht an sein Produkt zu klammern, sondern an den richtigen Stellen distribuiert zu denken und zu handeln.(Im Gegensatz dazu bezeichnet Jarvis Yahoo! als die letzte Media Company nach altem Zuschnitt, die versucht allen Traffic zwanghaft im eigenen Portal zu halten. Google dagegen stellt seine Maps, Google Analytic, seine Suche auch zur Einbindung auf anderen Seiten gratis zur Verfügung, setzt damit einen Fuß in die Tür und findet bespielsweise durch AdSense eine äußert lukrative Form der Kommerzialisierung.

Im zweiten Teil geht es um die gesellschafspolitische Dimension, die mit der Transpararenz von Google aber auch mit der eleganten Organisation unserer sozialen Beziehungen dank Diensten wie Facebook einhergeht. Die Zeit von Privatheit sei vorbei – endgültig. Sehe ich ganz genau so und hab mich deswegen schon vor rund 4 Jahren entschieden, meine Online-Präsenz lieber selber offensiv in die Hand zu nehmen bevor es andere tun ;-) Ganz sympathisch fand ich in diesem Zusammenhang auch sein Zitat “The age of openness is the age of forgiveness.”

Im dritten Teil nimmt sich Jarvis eine Reihe von Branchen vor und wendet die Google-Prinzipien auf unter anderem die Luftfahrtindustrie, Banken, Automobil an. Der Aspekt, dass Intermediäre zum Untergang verdammt sind, weil direkte Beziehungen zwischen Produkt und Kunde immer besser seien, findet sich ebenso oft wie “wisdom of crowds” durch smarte statistische Datenanalyse. Die Erkenntnisse daraus ließen personalisierte Angebote zu ebenso wie weiterführende Erkenntnisse für den Kunden, was seine künftigen Kaufentscheidungen angeht.

Schließlich empfieht er jedem Dienst, die heimlichen Mauern zwischen den singulären Kundenbeziehungen zu Gunsten von Communities aufzugeben, die – wenn das Produkt stimmt-  zu regelrechtem Fanpotenzial entwickeln können (siehe Harley Davidson als Erfolgskonzept). Beeindruckend fand ich auch sein Kapitel über den Veränderungsdruck, den Parteien, Regierungen und ganze Staatsgebilder durch diese “Disitermediation” im Rahmen von Government 2.0 erfahren werden.

Ich würde dem Buch auf der 5-er Skala vier Punkte geben und kann die 240 Seiten mit gutem Gewissen empfehlen. Manchmal wirkt der Bogen zu Google etwas gewollt, liegt wohl am knackigen Titel und lässt bei allem Respekt vor Googles Leistung, die kollektive Errungenschaft der ganzen Internet-Community außer acht. Beim Internet kennt sich Jarvis zweifelsfrei sehr gut aus, wenn er sich dann aber Branche für Branche vornimmt, wirkt das eine oder andere ein wenig nach halbgarem Halbwissen. Alles in allem aber wie wir in Bayern sagen: “Basst scho”, vor allem auch weil Jarvis (ohne bestochen worden zu sein) Holtzbrinck eLAB als Erfolgsmodell für Innovation bezeichnet, die unabhängig vom bestehenden Geschäft des Stammhauses gewollt ist.

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15. April 2009 | René Seifert

Die Besten Präsentationen von der Web 2.0 Expo

Noch ein kleiner Nachklapp von vorletzter Woche Web 2.0 Expo, nachdem sich die Eindrücke etwas gesetzt haben. Beim Durchgehen der Aufzeichungen hier meine Favoriten bei den Präsentationen, die ich zumindest auch selber live gesehen habe in Form der Sildes zum Download.

Damit mich niemand hasst, wenn ihm vor lauter Linksklicken der Bildschirm einfriert, hinter jeder Kurzbeschreibung der recht uneleganter aber explizite “Zum Download”-Link fürs kontrollierte rechte Maustaste plus “Speichern unter …”, gell :-)

1. Der letzte Stand der Wissenschaft, wie man aus der unendlichen Masse der Daten aus Social Media nützliche Erkenntnisse heraus ziehen kann: “Beyond Buzz – On Measuring a Conversation” von Kate Niederhoffer und Marc Smith (zum Download)

2. Content Strategy: “What’s Real, What’s Relevant” von Kristina Halvorson (zum Download)

3. Hatte darüber auch schon gebloggt, hier die ganze Präsentation: “Designing Social Websites” von Christina Wodtke (zum Download)

4. SEO für Einsteiger und solche die White Hats bleiben wollen: “From Soup to Nuts” von Stephan Spencer (zum Download)

5. Socialtext-Gründer Ross Mayfield mit “Putting Web 2.0 to Work”

6. Und last, but not least die 13-minütige wie immer äußerst plastische Keynote von Event-Veranstalter Tim O’Reilly (Links-Klick zum Video auf Blip.tv)

Die Übersicht aller Präsentationen befindet sich hier; da ist noch einiges mehr geboten für inspirierende Abende mit dem Notebook vor dem Kaminfeuer, während der Rest der Freunde im Biergarten sitzt …

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