Archiv der Kategorie 'Autoplenum'
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23. April 2009 |
René Seifert
eLAB (René Seifert): Vor vier Wochen gab’s einen Relaunch, man sieht es erwartungsgemäß optisch. Hat sich auch unter der Haube von autoplenum.de was Neues getan?
Malte Krüger: Nach zwei Jahren haben wir autoplenum.de einer Generalüberholung unterzogen und unseren USP geschärft. Neu ist, dass alle user-generierten Erfahrungsberichte und redaktionellen Berichte in eine autoplenum-Wertung fließen. Die redaktionellen Berichte setzen sich wiederum aus den Noten von auto motor sport, Motorvision, Autozeitung, AutoBild und ADAC-Magazin zusammen.

eLAB: Wo hilft dem Nutzer das im Besonderen weiter?
Krüger: Ziel ist, dem Nutzer, der sich gerade im Kaufprozess für ein Auto befindet, bestmögliche Orientierung zu bieten. Aus diversen Studien wissen wir, dass dabei die Verbindung aus user-generierten Inhalten und redaktionellen Bewertungen eine optimale Ausgangsbasis für die Entscheidung beim Autokauf liefert.
eLAB: Ihr habt aber auch Features, die sich nicht nur um Information rund um die Kaufentscheidung drehen. Welches Bedürfnis sollen diese erfüllen?
Krüger: Korrekt, das sind zum Beispiel Bewertungen von Werkstätten, Autohäusern, Autoteile-Verkäufern sowie Waschanlagen. Unser Fokus liegt aber auf dem Bereich Auto, um dem Nutzer auf einen Blick je Modell wie zum Beispiel Audi A3 2.0 TDI Sportback DPF mit 140 PS sämtliche relevanten Informationen auf einen Blick zu bieten. Dazu zählen aus der Schwacke-Liste Anschaffungspreis, Verbrauch, Beschleunigungswerte etc.; heute gerade sind wir mit den ADAC-Daten für 1.800 Modelle und deren Betriebskosten bzw. Wertverlust live gegangen.
eLAB: Eine der zentralen Ansätze für das Internet 2009 ist der Plattformgedanke: Schnittstellen, über die man Daten aggregiert, anreichert und wieder ausspielt. Welche Daten habt ihr Euch von Partnern geholt und welche erzeugt ihr selber?
Krüger: Neben den eigenen Erfahrungsberichten von Autofahrern beziehen wir viele Inhalte von Partnern. Umgekehrt verlinken wir freimütig auf andere Inhalte. Wir werden die aggregierte Autoplenum-Bewertung auch wieder Dritten zur Verfügung stellen. Die Zeit der Portale und Silos ist vorbei, man muss sich als Content-Player vernetzen so wie es die New York Times jüngst mit ihren APIs vormacht.

eLAB: Die Community macht einen großen Teil der Arbeit mit Bewertungen, Erfahrungsberichten und Fragen/Antworten. Was muss man beachten, wenn man eine Community aufbauen und am Laufen halten will?
Krüger: Wir sind nahezu als reine Community gestartet, haben uns dann in Richtung Info- und Bewertungsplattform weiter entwickelt. Auch jetzt haben wir klassische Features wie Freunde hinzufügen, Nachrichten schreiben und “hilfreichs” bzw. “Komplimente” vergeben. Wir haben verschiedene Fokusgruppen unter anderem zur Motivation des Schreibens von Berichten gemacht, die unsere eigene Beobachtung bestätigen: Weder Geld noch Gewinnspiele können unsere Community aktivieren, das erzeugt vielleicht eine kurzes Strohfeuer. Das, was die Nutzer wirklich antreibt, ist ein ehrliches “Dankeschön” von einem anderen Nutzer, weil ihm dessen Tipp beim Autokauf behilflich gewesen ist. Das wiederum baut Momentum für weitere qualitativ hochwertige Berichte auf.
eLAB: Was heißt das nun konkret fürs Management aus Community?
Krüger: Man muss ein Produkterlebnis schaffen, dann dem Nutzer zuhören und das Destillat daraus in den Produktentwicklungszyklus zurück spielen. Dieses Gefühl der Teilhabe macht sich durch ein hohes Maß an Loyalität bemerkbar.
eLAB: Euer Dienst ist ein natürliches Werbe-Umfeld für die Automobilindustrie, die von der gegenwärtigen Krise besonders gebeutelt wird. Wie schlägt das bei Euch durch?
Krüger: Trotz Krise sind wir aus dem 1. Quartal gut rausgegangen. Zum neuen Jahr sind wir mit Tomorrow Focus auch mit einem neuen Vermarkter für die Display-Werbung an den Start gegangen, was sich voll und ganz bewährt hat. Was sogar für eine Zunahme des Werbedrucks gesorgt hat, waren Kampagnen, die rund um die Abwrackprämie gestrickt waren.
eLAB: Traditionell ging es bei Autowerbung immer stark um Image-Aufbau. Kannst Du sagen wie sich Display zu Performance-basierte Werbung bei Euch verteilt?
Krüger: Das hält sich in etwa die Waage. Viele Kampagnen laufen heute auf Mischmodelle mit einer Branding- und einer CPX- Komponente hinaus, wo bei Letzterer am Ende eine Probefahrt oder eine Prospektbestellung stehen soll.
eLAB: Habt ihr sonst noch andere Erlösquellen im Auge?
Krüger: Im Umfeld von Automobil gibt es bei Finanzierung, Versicherung, Leasing oder auch Reifen wie jetzt im Frühjahr noch jede Menge unausgeschöpftes Potenzial, welches wir dieses Jahr zusammen mit Partnern heben wollen.

eLAB: Wie seid ihr als Organisation aufgestellt, also was macht ihr als Kernaufgaben inhouse und was lagert ihr dauerhaft aus?
Krüger: Alles was Produkt und Technik angeht, machen wir intern. Marketing macht Teile selbst, steuert ansonsten Agenturen. SEO-Verständnis ist unabdingbar, allerdings arbeiten wir in diesem Bereich ebenso wie bei SEM auch mit externen Spezialisten zusammen.
eLAB: Autoplenum hat mit Holtzbrinck eLAB und ProSiebenSat1 zwei große Gesellschafter. Fühlt sich das dann so an, als säße man im Auto zwischen Fahrer- und Beifahrersitz auf der Handbremse?
Krüger: Holtzbrinck eLAB war von Anfang an als Gründungsgesellschafter dabei, Pro7Sat1 kam später dazu. Mit beiden gibt es einen ständigen konstruktiven Austausch.
eLAB: Wo finden insbesondere in Richtung der Fernsehgruppe Pro7Sat1 Synergien statt?
Krüger: autoplenum.de ist in den Online-Plattformen der ProSiebenSat1-Gruppe wie z.B. kabeleins.de oder auch n24.de integriert. Auch gibt es gemeinsame Aktionen mit sat1.de wie zum Beispiel das Wiederaufleben des Browser-Spiels „Drivers Heaven“. Als cross-medialer Ansatz wird bei „Abenteuer Auto“ auf Kabeleins in einer Sendung dazu aufgerufen, ein bestimmtes Auto zu bewerten. Das Ergebnis wird dann in der folgenden Ausstrahlung wieder aufgegriffen.
eLAB: Autoplenum wird jetzt bald 2 Jahre alt? Was war auf dieser unternehmerischen Reise das denkwürdigste Erlebnis?
Krüger: Zum ersten Relaunch sechs Monate nach dem Start war nachts und noch am Morgen alles down. Roll-Back nicht möglich. Ich als Nicht-Techniker habe nur den Skype-Chat zwischen den Techies mitgelesen, nichts verstanden und dachte wir stehen vor dem Nichts. Aber dann haben es die Jungs wie durch ein Wunder doch wieder zum Laufen gekriegt.
eLAB: Habt ihr Euch für dieses Jahr Wachstums –und Entwicklungsziele gesteckt oder laute die Devise eher “erst mal die Krise überwintern”?
Krüger: Wir müssen und werden uns nicht verstecken. Der Markt wächst weiter, wie sich auch an den Wettbewerber ablesen lässt. Wir haben uns mit 400.000 Unique Usern pro Monat laut AGOF gleich nach AutoBild etabliert. Was wir in diesem Jahr noch angehen wollen ist eine bedürfnisorientierte Suche. Dazu muss man wissen, dass die Markenloyalität bei Autos nur bei 50 Prozent liegt, somit der Einstieg der Suche klassisch über die Automarke bei der anderen Hälfte nicht zum gewünschten Ergebnis führen muss. Vielmehr gibt es eine Fülle von Kriterien von Hybrid-Wagen oder Kombi gesucht, die wir künftig vom System her unterstützen möchten.
eLAB: Besten Dank fürs Gespräch und weiterhin gute Fahrt mit autoplenum.de.
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8. September 2008 |
René Seifert
Auch an der Stelle noch der Hinweis auf einen wesenltlichen Meilenstein für autoplenum.de, die Community für die gepflegten Freunde des Automobils aus dem Hause eLAB: ProSiebenSat.1 hat sich mit 25,1 % an dem Unternehmen beteiligt und hält zudem eine Option, um die Mehrheit an autoplenum.de zu erwerben. Das Kartellamt hat seinen Segen auch schon erteilt. Die ganze Pressmitteilung mit den Stimmen aller involvierter Parteien gibt’s zum Nachlesen hier.
18. July 2008 |
Matthias Marschall
Ich habe es schon oft erlebt, dass an die Produktentwicklung in Startups mit den klassischen Projektmanagementmethoden herangegangen wird. Dazu gehören für mich vor allem das Management nach dem Prinzip des Magischen Dreiecks: Kosten, Termine, Qualität. Wie selbstverständlich geht man oft auch heute noch davon aus, dass diese drei Punkte konträr zueinander sind und man dem angeblichen Widerspruch nur mit Kompromissen begegnen kann. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass das nicht zwingend so ist.
Die Illusion von Fortschritt oder „Wir sind doch im Zeitplan“
Jedes Projekt beginnt mit einem Termin und man ist versucht, so viel Funktionalität wie möglich in die vorgegebene Zeit zu packen. Was folgt sind die üblichen Probleme: Bei einer geplanten Projektlaufzeit von sechs Monaten ist man die ersten fünf Monate perfekt im Plan. Erst gegen Ende merkt man, dass man unendlich viele lose Enden hat, da man, um ursprünglich im Plan zu bleiben, auf Testing oder die Behandlung von Spezialfällen im Code verzichtet hat.
Die Bugwelle
Je näher der Termin rückt, umso mehr unfertige Dinge häufen sich auf, die man gleichzeitig im Auge behalten muss.
- „Ist das Administrationsmodul schon fertig?“
- „Habt Ihr beim Login den Fall bedacht, dass der User sein Passwort vergessen haben könnte?“
- „Kann ich eigentlich den Beitrag, den ich gerade veröffentlicht habe, editieren oder ganz zurück ziehen?“
- Und so weiter…
Schier endlose Excellisten mit Aufgaben in einer Vielzahl von verschiedenen Versionen werden per E-Mail ausgetauscht und keiner weiß eigentlich so genau, was wirklich in freischaltbarer Qualität vorliegt. Das liegt vor allem auch daran, dass später hinzugefügte Features oft eigentlich schon fertige Bereiche betreffen und diese damit wieder in eine Baustelle verwandeln.
Die üblichen Verdächtigen
Das haben viele wahrscheinlich auch schon so oder so ähnlich erlebt. Die üblichen Reaktionen sind:
- „Wir brauchen mehr Zeit!“
- „Wir brauchen mehr Leute!“
- oder sogar beides.
Und natürlich wird an der Qualität gespart, um schneller fertig zu sein. Ein Fehler, wie man später oft mit Grauen feststellt.
Das Magische Dreieck durch kürzere Releasezyklen aufbrechen
Ein Release X.Y oder eine Phase Z beinhalten oft Mannjahre an Entwicklungsaufwand, die sich über mehrere Kalendermonate hinziehen. Auch ich habe schon Releases verantwortet, die nach 6 Monaten Entwicklungszeit mit einem Team von 10 Entwicklern freigeschaltet werden sollten. Erst am Ende der 6 Monate hatten wir eine Testphase von 3 Wochen angesetzt. Doch weder waren die geplanten Features zum Anfang der Testphase fertig, noch war deren Qualität auch nur annähernd brauchbar.
Durch die Einführung sehr viel kürzerer Releasezyklen (von 6 Monaten über 2 Monate hin zu wöchentlichen Releases) und einer sehr strikten Definition davon, was “fertig” für ein Feature bedeutet, ist es uns gelungen Geschwindigkeit und Qualität zu steigern.
Dadurch, dass man sich nur ein bis zwei Wochen Zeit gibt, um etwas freischaltbares fertig zu stellen, kann man den Fokus der Produktentwicklung deutlich schärfen. Anstatt das komplette Release X.Y oder den Abschluss von Phase Z im Auge zu behalten, kann man sich erst mal nur darauf konzentrieren, ein oder zwei Features wirklich „fertig“ zu bekommen.
Was heißt eigentlich "Fertig"?
„Fertig“ bedeutet bei so verkürzten Releasezyklen: Freigeschaltet. Der verantwortliche Entwickler programmiert also nicht irgend etwas in der ersten Woche eines 6-Monatsreleases was erst Monate später erstmals getestet wird, sondern kann sich auf genau ein Feature vom Konzept bis zur Freischaltung konzentrieren. Der ganze Softwareentwicklungszyklus von Design, Implementierung, Test wird dabei für jedes Feature innerhalb kürzester Zeit und vor allem an einem Stück durchgeführt.
Dadurch erhöht sich der Fokus auf jedes einzelne Feature und auch die Identifikation der Entwickler mit ihrer Aufgabe steigt, da sie direkt für die freigeschaltete Qualität verantwortlich sind. Bei 6-Monatsreleases geht der Beitrag eines jeden Entwicklers leicht im See der sich gegenseitig beeinflussenden Änderungen unter und jeder Entwickler hat mindestens 1000 Gründe zu argumentieren, warum er nicht für die letztendliche Qualität verantwortlich ist.
Nicht intuitiv – aber wirksam
Eigentlich ist der Ansatz, die Releasezyklen zu verkürzen, nicht intuitiv. Denkt man doch gewöhnlich, dass mehr Qualität ja auch mehr Zeit und höhere Ausgaben benötigt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Durch die dramatische Verkürzung der Releasezyklen auf eine oder zwei Wochen entstehen Effekte wie höhere Konzentration auf nur eine Aufgabe und höhere Visibilität der eigenen Qualitätsverantwortung durch schnelleres Feedback.
Diese Effekte führen letztendlich zu deutlich höherer Entwicklungsgeschwindigkeit bei viel höherer Qualität. Die Kompromisse des Magischen Dreiecks werden plötzlich durch sich selbst verstärkende Mikroeffekte ausgehebelt und man erreicht doch das Unmögliche: Höhere Qualität bei höherer Geschwindigkeit und niedrigeren Kosten.
Mehr zum Thema:
Matthias Marschall ist CTO des eLAB-Ventures autoplenum.de, schreibt regelmäßig über Entwicklung und Betrieb von Webapplikationen unter Agile Web Operations – Bridging the Deployment Gap und lehrt an der Uni Augsburg Agile Methoden.
14. September 2007 |
René Seifert
Bei Peter Turi gibt’s heute ein äußerst lesenswertes Interview mit Oliver Samwer (Manuskript aus Tomorrow 10/2007) über Vollblut-Unternehmertum im allgemeinen und Internet-Expertise im besonderen. Das Erfolgsrezept der drei Brüder liegt zusammengefasst in einer sehr analytischen Herangehensweise, einem hohen Maß an Aufnahmefähigkeit über die Ereignisse um einen herum, was sich schließlich in mutig-zupackende Aktion übersetzen muss.
Die Ausnahme der Samwers widerlegt übrigens die "normalerweise" als ideal angesehene Konstellation, wonach ein unternehmerisches Team komplementäre Fähigkeiten mitbringen sollte. "Wir ticken so synchron, dass wir uns jederzeit nahtlos in Verhandlungen oder Vorstellungsgesprächen ersetzen können", so Samwer.
Ständige Marktbeobachtung, und das weltweit, sei das A und O um auf die richtigen Pferde zu setzen:
Alle neuen Kommunikations-Phänomene haben sich früher oder später ja weltweit durchgesetzt: Zum Beispiel MTV, Handy, SMS, E-Mail, Chat, Online-Shopping oder Music-Download. Sie müssen also nur ganz genau dahin schauen, wo neue Technologien ihren Durchbruch schaffen. Und wenn ein Trend erkannt ist, muss es schnell gehen mit der Umsetzung.
Skeptisch ist Samwer zurecht, was die Erfolgsaussichten für nicht sonderlich innovative Communities für Splittergruppen wie "Hunde, Bundeswehrler oder Jura-Studenten" betrifft. Ich halte mich bekanntermaßen auf diesem Blog absichtlich zurück, die eigenen eLAB Ventures PR-artig zu preisen, denke aber dass zwei Beispiele das Problem für sich in einen Vorteil verwandeln konnten: Groops hat sich als "Enabler" für Gruppen jeder Art aufgestellt, während Autoplenum bereits zum Launch einen Grundnutzen aus einem riesigen Unterbau an Datenklassen wie Autokatalog und Werkstättenverzeichnis mitbrachte, der mit sich aufbauendem Community-Momentum nur noch besser wird.
Als "The next big Thing" setzen die Samwers auf
MMOGs – Massive Multiplayer Online Games, wie unsere Beteiligung e-sport für die 20- bis 30-Jährigen, Habbo-Hotel für die Jüngeren oder World of Warcraft für die Älteren. Zuhause am Computer sitzen und weltweit mit Freunden spielen – das ist ganz klar die Zukunft.
Da ist was dran, vor allem weil ein übergeordneter Trend durchscheint. Wie wird das Internet aussehen, welches wir in 10 Jahren nutzen werden? Sicherlich wird es eine wesentlich reichere Nutzungserfahrung als heute bieten. Auch wenn z.B. Second Life abwechselnd gehypt und als Rohkrepierer verspottet wird, so gibt einem solchen Metaverse einen möglichen Anhaltspunkt: Das Netz ist sozial und dank Moore’s Law in weiten Teilen 3-dimensional. Mit der entsprechenden Interoperabilität zwischen diesen bisher noch separaten Silos (=verschiedenen MMOGs) und der Portierbarkeit von Avataren werden die trennscharfen Ränder zu dem, was wir heute als Internet verstehen, aufgeweicht.
Etwas skeptisch bin ich über Samwers metaphorischen Anspruch, alle investierten Ventures zu einem erfolgreichen Unternehmen zu bringen: "Wir wollen, dass aus allen 20 Eiern, die wir bebrüten, ein Küken schlüpft und sich jedes Küken zu einem prachtvollen Vogel entwickelt." Das wollen zunächst mal alle Investoren und VCs, rückblickend schlägt halt leider doch die Portfoliotheorie in die Praxis durch. Wie erst vor ein paar Tagen auf diesem Blog geschrieben, scheitert die Mehrzahl von Technologien. Wie zweifellos smart die Samwers auch sein mögen, wie analytisch in der Auswahl wie tatkräftig in der Unterstützung, am Ende gehen immer ein paar Firmen über die Wupper. Solange man jedoch ein paar goldene Eier in Nest liegen hat, um im Bild zu bleiben, so kommt am Ende in der Gesamtschau doch eine prächtige Vogelschar dabei heraus.
26. June 2007 |
René Seifert
Ein bisschen ist es wie früher als Schumi noch Rennen gefahren ist und Mitten während der Sommerpause in Maranello die roten Tücher von den neuen Ferrari-Boliden gezogen wurden. Auf die Spannung folgte die Überraschung, und die war meistens positiv. Wir von eLAB sind heute auch ein bisschen aufgeregt, weil ein neuer Dienst vom Start rollt: Autoplenum.de

Um präzise zu sein und im Bild zu bleiben: Gründer und Teamchef Malte Krüger hat in den letzten drei Wochen im Rahmen einer "Private Beta" schon ein paar Testrunden im Erlkönig gedreht und hält den Dienst jetzt für ausgereift, um ihn für die Öffentlichkeit in Serie zu stellen. Weiterhin im „Public Beta“, wo nach entsprechendem Feedback emsig an der Plattform getuned wird und weitere Features nach und nach dazukommen werden. Der Name ist bei Autoplenum Programm, so auch der Slogan "Wissen, was abfährt". Autofahrer und Autoliebhaber geben sich Tipps zu allem, was einem im Autofahrerleben irgendwann mal unterkommt. Herzstück der Plattform ist eine mega-umfangreiche Datenbank, bei der man ganz einfach Automodelle nach sieben relevanten Kriterien auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Äußerst wertvolle Information für andere Nutzer, die sich zum Beispiel mit dem Gedanken tragen diesen Wagen zu kaufen.
Nach dem gleichen eingängigen Prinzip funktioniert die Bewertung von Werkstätten und Autohändlern – Berufsgruppen die nicht immer für die Barmherzigkeit von Klosterschwestern bekannt sind. Somit höchste Zeit, für mehr Durchsichtigkeit in der Branche zu sorgen und vor allem die wirklich Ehrlichen aufs verdiente Podest zu heben. Schließlich stehen auch noch Teile- und Zubehörhändler sowie Waschanlagen unter dem kritischen Lichtkegel der Auto-Community.

Was mir an dem Dienst gut gefällt, ist die reichhaltige Erlebniswelt rund umsThema Auto: Profilfelder, Bilder, Icons und Textelemente in reduzierter und gleichzeitig durchgängiger Form, so dass sie einem nicht als aufgesetzt auf den Senkel gehen. Gut gelungen sind ebenso die Social Networking-Features, wo man Kontakte hinzufügen und sich mit illustrierten Bausteinen wie "Du bist Experte" oder "Du bist lustig" gegenseitig anstacheln kann. Insgesamt zeichnet den Dienst, ähnlich wie Facebook, ein hohes Maß an themenspezifischer Struktur aus, was ihn so positiv von den vielen Forum-Quatschbuden abhebt.
Wer was mit Autos und mit Internet anfangen kann, einfach mal ausprobieren und bei Autoplenum probefahren. Von meiner Seite in jedem Fall: Dicker Schumi-Daumen hoch für Malte und sein Team!