Interview: CEO Arndt Salzburg zum Launch von BusinessLive
eLAB (René Seifert): Wir lautet der Aufzug-Pitch von BusinessLive, wenn wir ein etwas höheres Gebäude miteinander hochfahren?
Arndt Salzburg: BusinessLive ist eine Plattform, die der Karriereentwicklung des Nutzers dient. Dies erreichen wir, indem wir die Relevanz von Kontakten, Experten und möglichen Jobs erhöhen. Das kann zum Beispiel nach der Registrierung mit einem wissenschaftlichen Test geschehen, der den User bei der Selbsteinschätzung auch für Softskills unterstützt. So weiß der Nutzer genauer, nach welchen Jobs er Ausschau halten sollte. Umgekehrt hilft der Algorithmus Recruitern und Personalberatungen, den richtigen Kandidaten zu matchen. Das Netzwerk auf BusinessLive fungiert als Katalysator, um Wissen auszutauschen, eine Frage zu beantworten, gegebenenfalls einen Experten für eine bezahlte Antwort zu suchen oder mit dem eigenen Know-How Geld zu verdienen. Unser System unterstützt das Verfahren so, dass ein verbindlicher Vertrag zustande kommt.
eLAB: Wo seht Ihr die Abgrenzung zu XING, an dem man im deutschen Markt nicht vorbei kommt?
Salzburg: Wir sind kein Social Network, sondern ein Business Network, welches sich um die Karriere-Entwicklung seiner Mitglieder kümmert. Wir haben uns bei der Konzeption frühzeitig mit den Userbedürfnissen beschäftigt und im Anschluss eine eigenständige Positionierung abgeleitet.
eLAB: Was hat den Anstoß zur Idee gegeben?
Salzburg: Wir wollten etwas anderes machen, indem wir bestehende Konzepte wie Stellenbörsen und Netzwerke weiter entwickeln, wobei wir näher am Nutzer dran sind. Der Investitionswunsch für diesen Sektor kam aus der Verlagsgruppe von Holtzbrinck.
eLAB: Womit wollt Ihr bei BusinessLive Geld verdienen?
Salzburg: Wir haben eine ganze Reihe von Monetarisierungsquellen technisch fertig entwickelt, eine davon erlaubt einen funktionalen Mehrwert im Austausch gegen eine Premium-Mitgliedschaft, die zum Beispiel für zwei Monate 12 Euro kostet. Wir haben zusätzlich für Job Postings einen klickbasierten Preis, dessen Ausgaben sich mit einem vordefinierten Budget steuern lassen. Recruiter können gegen Bezahlung Ad-Pakete lösen und deren Jobs bei relevanten potenziellen Kandidaten in den Newsletter einbinden lassen. Entscheidend ist für uns, dass wir die verschiedenen Möglichkeiten in den kommenden Monaten mit Blick auf den User-Nutzen behutsam testen.
eLAB: Wie lange habt Ihr vom fertigen Konzept bis zum Launch entwickelt?
Salzburg: Rund vier Monate.
eLAB: Welches war das tiefste Tal der Tränen, welches Ihr in dieser Zeit durchschritten habt?
Salzburg: Drei Tage vor Weihnachten ist uns völlig unerwartet das Entwicklerteam abgesprungen, weil es plötzlich zur Auffassung gelangte, einen attraktiveren Auftrag an Land gezogen zu haben. Das hat uns um fünf Wochen zurückgeworfen. Dank der Personalentwicklung Quest waren wir gottlob in der Lage, binnen 36 Stunden drei Spitzenentwickler an Bord zu bekommen.
eLAB: Was hast Du aus diesem Vorfall gelernt beziehungsweise was würdest Du aufgrund der Erfahrung beim nächsten mal anders machen?
Salzburg: In jedem Fall eine direkte Vertragsbeziehung mit den Entwicklern eingehen, so dass man diese selbst steuert. Außerdem bringt Ruby on Rails die Besonderheit mit, dass Front- und Backend dicht beieinander liegen. Daher würde ich Software-Entwickler und Usability-Designer in einem Raum zusammenarbeiten lassen.
eLAB: Was habt Ihr Euch, sagen wir, für die nächsten sechs Monate an Meilensteinen vorgenommen?
Salzburg: Wir haben einen sehr guten Start hingelegt und wollen darauf aufbauen. Natürlich richtet sich unser aktueller Fokus darauf, die absehbaren Kinderkrankheiten zu beheben. Dabei setzen wir besonders auf das Feedback unserer Mitglieder. Wir wollen bestimmte Umsatzmodelle testen und unsere existierenden Partnerschaften mit zum Beispiel Randstad, der Zeit, dem Handelsblatt, der Wirtschaftswoche und Karriere ausbauen.
eLAB: Besten Dank fürs Gespräch und alles Gute für die kommenden heißen Monate nach dem Launch.
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