Gemeinsam groß werden? ein Werkstattbericht aus der FamilyLounge.
Im Gegensatz zu anderen eLAB Projekten haben wir den enormen Vorteil, dass wir uns den Sessel mit den Programmierern teilen, besser gesagt: dass wir uns dort wie kleine Bakterien eingenistet, gemeinsam viele Kinderkrankheiten durchgemacht und nach einigen Missverständnissen (die gehören bei Projekten dieser Kategorie wohl dazu!) eine gute Kommunikations-Kultur entwickelt haben. Die schließt neben Email, TRAC und SCRUMWORKS (zu beiden Tools am Ende mehr…) den Zuruf und eben auch die Face2Face Kommunikation inklusive nonverbaler „Äußerungen“ mit ein.
Eine gute Kommunikation ist absolut keine Selbstverständlichkeit, zumal das Verhältnis Auftraggeber – Dienstleister klar definiert ist, trotz guter Sympathiewerte. Und sie ist essentiell, um flexibel auf die unterschiedlichsten Einschläge reagieren zu können.
Die FamilyLounge haben wir – früher als geplant – aus einer „Private Beta“ in eine frei zugängliche Version überführt. Und wir merken, was „gemeinsam groß werden“ bedeutet, wie mühsam die Akquisition von Mitgliedern sein kann. Liegt’s an der Umsetzung? An der Konkurrenz? Am nur minimal eingesetzten en Marketing? Daran, dass wir die Gesetze für den Aufbau einer Online-Community nicht beherrschen? Oder einfach daran, dass die Klientel für eine Familienplattform – gerade aus dem privaten Umfeld heraus akquiriert – einfach eine träge Masse ist, die nur noch wenig Interesse an der Teilnahme der X.ten ambitionierten Betaphase hat?
Wenn man „Gutes tut“, muss man auch darüber reden! Klaro. Nachdem wir anfänglich ausschließlich auf die persönliche Ansprache von Freunden als möglichen Nutznießern unserer Plattform gesetzt haben und unsere Coaches und Experten die eine oder andere Mundtrockenheit beklagten, setzen wir nun endlich auf deutlich effizientere Mittel, etwa SEM und SEO. Schön, wenn man da auf Experten zugreifen kann, die nicht lediglich Dienstleister in Spezialdisziplinen sind, sondern selbst Familie haben und so eine gewisse Affinität zum Thema mitbringen. Und wir werden auf gezielte Incentivierung setzen. Mit Speck fängt man ja bekanntlich Mäuse. Wenn einige der Mäuse dann auch noch Schwangere und Eltern mit wirklichem Bedarf an einem gepflegten Austausch unter Gleichgesinnten sind, umso besser!
So, jetzt aber noch mal fix zu den eingesetzten Tools:
TRAC ist ein didaktisch ganz gut strukturiertes Instrument zur zeitgleichen Information aller am Projekt Beteiligten und gut geeignet für die Projektsteuerung: wir als Projektverantwortliche haben mit diesem Tool die Möglichkeit, alle anstehenden Tasks in Form von Tickets zu definieren, zu priorisieren, und einem Projektbeteiligten zuzuordnen. Besonders gut daran ist, dass selbst kleinste Veränderungen innerhalb einer einzelnen Aufgabe genau dokumentiert werden können und nichts mehr „hinten überkippt“.
Theoretisch. Praktisch funktioniert dieses Tool allerdings nur, wenn sich alle daran halten, ausschließlich über dieses zu arbeiten. Und: aufgrund der sich permanent ändernden Prioritäten landen wichtige Produkt-Enhancements gern mal so weit unten auf der Liste, dass die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Realisation mitunter leider in den unendlichen Weiten des Universums landet. Glücklicherweise sind wir inzwischen dreimal durch den gesamten TRAC-Orbit und wieder zurück gereist.
SCRUMWORKS ist ein ganz brauchbarer Ersatz für ein Plichten- und Lastenheft und als das Tool der Wahl fürs Agile Software Development zu betrachten: alle Bereiche und Funktionen einer Plattform werden mit diesem Instrument in Form von einzelnen, in sich geschlossenen „Stories“ festgehalten und genau beschrieben. So, dass jeder Programmierer genau weiß, wie die einzelnen Funktionen im Detail umzusetzen sind.
Der eindeutige Vorteil besteht darin, dass hiermit sehr flexibel und von verschiedenen Orten aus auf die innerhalb eines Projektes erforderlichen Veränderungen reagiert werden kann. Aber: auch hier bleibt ein gewisser Freiraum für die Interpretation der Stories durch Programmierer, was gerade dann außergewöhnliche Ergebnisse zum Vorschein bringen kann, wenn neue Mitarbeiter ins Team eingebunden sind, die andere „IT Konventionen“ mitbringen.





