Archiv der Kategorie 'Netdoktor'
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15. July 2009 |
René Seifert
Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, sich auch als Unternehmen mit Social Media (SM, no pun intended ;-) zu beschäftigen. Und dann am besten richtig. Vodafone ist neulich in die SM-Offensive gegangen und hat nicht durchgängig Lob dafür eingeheimst.
NetDoktor.de (eine eLAB-Company) versucht das Thema behutsamer anzugehen und den langfristigen Aufbau von Beziehungen zu seinen Nutzern im Blick zu behalten. Dabei stehen Twitter bei NetDoktor.de (als @NetDoktorDE) und der kürzlich begonnene NetDoktor.de-Blog im Mittelpunkt des SM-Geschehens.

Auf der „philosophischen Ebene“ gibt es für die richtige Haltung zum Thema bei Social Media die folgenden vier Punkte zu beachten:
- Öffnung: Es spricht nicht mehr nur der Chef und sein Presse-Adlatus, sondern die Grenzen der Organisation fransen ganz von selbst aus, indem sich Mitarbeiter eh auf Twitter, Facebook und Blogs herum treiben. Die Unterscheidung von privat und dienstlich fällt dabei zunehmend schwer. Anstatt wie noch vor ein paar Jahren mit der rechtlichen Keule draufzuhauen, sollten Firmen das soziale Kapital ihrer Mitarbeiter in einen Vorteil für sich verwandeln. Bei NetDoktor.de können, sollen, „dürfen“ alle Mitarbeiter nach außen in Erscheinung treten.
- Authentizität: Wenn ich heute eine dieser typischen Pressemitteilungen von Firmen in die Hände bekomme, wo aus einem einerseits limitierten anderseits seelenlosen Wortschatz standardisierte Nullaussagen abgesondert werden (à la „die Geschäftsleitung ist zuversichtlich, dass … bla“) muss ich würgen. Das Cluetrain Manifesto hat schon vor 10 Jahren mit erstaunlicher Weitsicht klargemacht, dass normale Menschen nicht als „Markt“ oder „Zielgruppe“ sondern eben wir normale Menschen angesprochen werden möchten. Im Rahmen von Social Media hat man in oftmals öffentlichen 1:1 Konversationen eine gute Gelegenheit, diesen neuen alten Stil wieder zu pflegen.
- Netzwerk: Im Gegensatz zum – wie Klementine sagen würde – herkömmlichen Waschmittel namens Media-Spending wo man für eine mehr oder weniger gelungene Copy ein paar Millionen in einen „Channel“ einbucht, muss man sich sein Netzwerk bei Social Media quantitativ und qualitativ erarbeiten. Das geht nur über Zeit, indem man mit Ehrlichkeit und Herzblut organische Beziehungen zu anderen Menschen aufbaut. Der Lohn dafür: Wenn man etwas Interessantes zu sagen hat, sorgen die Kontakte dafür, dass die Nachricht durch das Netzwerk propagiert. Und das dann ganz ohne finanziellen Einsatz.
- Loslassen: Da tun sich Unternehmen, die bisher größten Wert auf eine strenge Markenführung gelegt haben, am Schwersten. Aber in Zeiten wie diesen sollte es jedem Marketingchef dämmern, dass „die Leute“ sowieso das sagen, was sie von der Firma, ihrem Produkt oder Service halten. Gleichzeitig bedeutet dies nicht, dass man alle seine Vorstellungen von Identität über Bord wirft (siehe auch Authentizität oben), sondern versucht seine Kunden bzw. Nutzer geschickt in den Gestaltungsprozess mit einzubeziehen. Stichwort: Co-Creation. myStarbucksIdea und Ford mit seiner Social Media Group machen es in dieser Hinsicht sehr gut vor. Auch bedeutet es, dass man als Unternehmen die Demut mitbringt, dorthin zu gehen wo die Konversation stattfindet, um sich je nach kulturellen Gepflogenheiten von Twitter bis Facebook ins Gespräch auf gleicher Augenhöhe einzuklinken.

Was man bei NetDoktor.de noch im besonderen beim Bloggen erwähnen kann: Als Medienunternehmen publiziert man sowieso die ganze Zeit. Genau darin besteht die Kernkompetenz. Was ist dann beim Bloggen anders?

Zum einen möchte NetDoktor.de mit dem Bloggen mehr Transparenz im Sinne von „Wir über uns“ schaffen, indem zum Beispiel CTO Dan Ackerson in seiner Muttersprache Englisch über die Technik beim kürzlich neu gelaunchten Gesundheitsportal-Privat räsoniert. Aus journalistischer Sicht bieten sich Ansätze, die einen persönlicheren Blickwinkel auf ein Thema zulassen als es das definierte Redaktionsformat erlaubt. Redakteur Fabian Seyfried zum Beispiel nimmt mit der nötigen Portion Ironie die wissenschaftliche Suchmaschine Wolfram Alpha als „automatischen Arzt“ unter die Lupe.
Das Spannende bei Social Media ist die Erkenntnis, dass sich so etwas wie “Best Practises” so schnell im Fluss befinden, dass man auf keine in Stein gemeißelten Weisheiten zurückgreifen kann. Daher gibt es mal wieder nichts besseres als man tut es, indem man sich seine Social Media Strategie Stück für Stück und emergent zusammen baut.
Wenn man bei allem guten Willen mal knapp daneben liegt, halb so wild, dann darf man getrost mit diesen beiden Sprüchen aus dem Englischen kontern: „The age of openness ist the age of forgiveness“ und „Better to beg forgiveness than to ask permission.“ :-)
Ja dann, munteres Zwitschern und so.
16:14
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7. June 2009 |
René Seifert
Als ich noch „a Bua“ war, hat die Stiftung Warentest vor allem Kühlschränke und Autoreifen rangenommen. Im elektronischen Zeitalter macht das Urteils-Urgestein aber auch vor Webseiten nicht Halt. In der aktuellen Ausgabe des Magazins waren Gesundheitsportale dran: Ein Duzend aus dem deutschsprachigen Raum standen auf dem Prüfstand, die eLAB-Company NetDoktor.de war erwartungsgemäß darunter und hat – annuncio vobis gaudium magnum – dabei die Bestnote erzielt.
Konkret ist das ein „gut“. Dafür wurden diese drei Kriterien unter die Lupe genommen: Inhaltliche Qualität mit 60 Prozent Gewichtung, Handhabung der Webseite (30 %) und Umgang mit Anfragen (10 %). Hier die wesentlichen Ergebnisse auf der Webseite der Stiftung Warentest umsonst, den ganzen Artikel kann man sich dort für 1 EUR herunterladen.
eLAB freut sich auf jeden Fall über diesen zertifizierten Qualitätsbeweis, gratuliert dem NetDoktor.de-Team sehr herzlich und sagt ganz leise „weiter so“.
22. September 2008 |
René Seifert
Publikumspreise sind was Schönes, gell. Statt eines präpotenten Jury wie bei DSDS fühlt man sich in einen basisdemokratischen Prozess eingebettet, als wäre man Teil der Kommune 1 und die fesche Uschi O. schenkt vor der Abstimmung jedem noch mal eine Tasse Tee ein :-)
Beim OnlineStar ‘08, dem sicherlich bekanntesten Publikumspreis in Deutschland in Sachen Internet, ist die Vorrunde vorüber und jetzt geht’s in der ehrlichen Hauptrunde um die Wurscht. Und siehe da, in den 15 Kategorien tummeln sich auf drei Ventures von eLAB, nämlich:
- guut.de (Kategorie Shopping-Portale)
- golem.de (Kategorie Hard- und Softwarehersteller, sowie IT-Zeitungen und Zeitschriften)
- netdoktor.de (Kategorie Gesundheit und Wellness)
Vielleicht hat ja wer Bock bis 13. Oktober an der Abstimmung hier mitzumachen. Ich sag’s bloß so. Wenn man dann für die eLAB-Ventures abstimmt, hat keiner was dagegen. Fühlt Euch aber nicht verpflichtet; den Tee von Uschi O. gibt’s auch so :-)
22:54
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9. September 2008 |
René Seifert
Es ist vollbracht. Nach fast einem Jahr Konzept- und Bauzeit, dem üblichen Einsatz von viel Blut und Tränen ist der Schalter umgelegt und das neue Gesicht von NetDoktor.de hat den Schleier abgelegt. Ich finde, schaut gut aus, recht magazinig, so dass man zum einen eine gefühlten Eindruck bekommt, was einen erwartet und zum anderen gleich in den Inhalt reingezogen wird. Neben einer laienverständlichen Darstellung von Krankheiten gibt’s auch einen neuen Bereich "Gesund leben". Der Name ist hier Programm und außerdem sind das Ressort Nachrichten ebenso wie die Foren näher und vor allem themensensitiv an die Artikel herangerückt.
Glückwunsch ans ganze NetDoktor.de-Team rund um Philipp Montgelas und viel Erfolg mit der neuen Seite!
5. September 2008 |
René Seifert
Das was man da noch hämmern und zimmern hört, sind die letzten Handgriffe, die noch an den neuen NetDoktor.de-Auftritt gelegt werden. Mit den üblichen kleinen und mittleren Rückschlägen vor so einem Mammut-Relaunch, der von den Projektausmaßen die Spannweite des Airbus A380 angenommen hat. Der Anspruch für so einen erfolgreichen Dienst, der immerhin der Marktführer unter den Gesundheitsportalen in Deutschland ist, lag von Anfang an darin, jede einzelne der alten URLs im neuen Gewand auf einer komplett neuen Plattform auftauchen zu lassen. Und da hat sich in einer 10-jährigen Unternehmensgeschichte doch ein ganz stattlicher Fundus angesammelt.
Und da zwickt und hakt es im Feintuning natürlich immer wieder, aber – und das ist das schöne daran- mit jedem Handgriff und jeder Iteration ein bisschen weniger, so dass man inzwischen für das „Going Live“ auf der Zielgerade eingelaufen ist. Wann genau wird der Schalter umgelegt? „Demnächst“ oder „ziemlich bald“, kann ich nach knallharter Undercover-Recherche im NetDoktor.de-Team zuverlässig sagen (und mich freilich dabei auf den Informantenschutz zu berufen ;-). Die strategische Ausrichtung des Unternehmens kann man übrigens hier im Interview auf dem eLAB-Blog mit dem Geschäftsführer Philipp Montgelas vom Mai dieses Jahres nachlesen.
Ansonsten lässt man auf dem aktuellen NetDoktor.de-Auftritt schon ein wenig die Hosen runter mit ein paar Screenshots der neuen Seite. Allerdings ist exklusiv für den eLAB-Blog noch a bisserl was vom Laster gefallen. Und zwar, dachte ich mir, machen wir in den drei Fällen ein kleines Rätsel „Entdecke den Unterschied“ bzw. konkret welche Screenshots sind NetDoktor.de-alt (=noch aktuell) und welche sind NetDoktor-neu (=demnächst)? Es ist eigentlich gar nicht so schwer …
1. Homepage
Variante A

Variante B

2. Themeninsel-Seite „Men’s Health“
Variante A

Variante B

3. Artikelseite “Asthma bronchiale”
Variante A

Variante B

Wer die richtigen Antworten auf eine ausreichend frankierte Postkarte schreibt, an eLAB schickt und in der notariell beaufsichtigten Ziehung zum Zug kommt, gewinnt ein mal Abhorchen beim Hausarzt seines Vertrauens plus ein Jahresabo RSS-Feed vom eLAB-Blog obendrein. Ach ja, und der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen … ;-)
2. May 2008 |
René Seifert
eLAB (René Seifert): Wenn man in Bayern zur Schule gegangen ist, dann kommt man an dem Namen Montgelas nicht vorbei. Maximilian Joseph Graf von Montgelas, der Begründer des modernen Bayern und großer Reformator. Wie bist Du mit dem genau verwandt?
Philipp Graf Montgelas: Das ist mein Ur-Ur-Urgroßvater, der damals unter dem bayerischen König Maximilan I. als Finanzminister, Innenminister und Außenminister diente.
eLAB: Das klingt ja fast nach einem „Über-Stoiber“ :-) Zur Sache im Jahr 2008: Seit 1. April hast Du die Geschäftsführung von NetDoktor.de übernommen, nachdem Holtzbrinck eLAB das Unternehmen letztes Jahr gekauft hat. Wo steht NetDoktor heute?
Montgelas: NetDoktor ist ein renommiertes Internetunternehmen, welches seit 1999 im deutschen Markt existiert. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren verschiedene Eigentümerwechsel hinter sich, und steht nicht da, wo es sein könnte. Gleichwohl ist es gemessen an Unique Usern und PIs das größte Gesundheitsportal in Deutschland.

eLAB: Nach einem Blick auf die Seite begreift man schnell, dass es da eine ganze Menge medizinischer Inhalte gibt und auf einer ziemlich linkreichen Homepage noch allerlei drumherum. Wie würdest Du das Angebot genauer beschreiben?
Montgelas: Das Portal bieten dem chronisch oder akut kranken Laien und Gesundheitsinteressierten alle Informationen rund um das Thema Medizin. Dabei beleuchten wir Krankheiten und Untersuchungen ebenso wie zum Beispiel Präventivmaßnahmen.
eLAB: Kommen die Nutzer mit einer konkreten Absicht zu NetDoktor oder stöbern sie breit über die Seite?
Montgelas: Sie kommen eindeutig mit einem konkreten Informationsbedürfnis auf die Seite, weil sie zum Beispiel gerade eine Diagnose vom Arzt gestellt bekommen haben und sich auf NetDoktor über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten informieren möchten.
eLAB: Gibt es eine nähere Beschreibung der Zielgruppe?
Montgelas: Die Nutzerbasis umfasst die ganze Breite von 19- bis 69-Jährigen, wobei ein gewisser Schwerpunkt auf der Altersgruppe zwischen 29 und 49 liegt.
eLAB: Bei Euch geht es inhaltlich auch um schwere Krankheiten. Wo liegen die Grenzen einer Online-Plattform und wann sollte der Nutzer als Patient zum Arzt gehen?
Montgelas: NetDoktor kann und will den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern bietet ergänzende Informationen zum Arztbesuch, in der Vorbereitung oder in der Nachlese zu irgendwelchen Fachbegriffen, …
eLAB: … was das Kräfteverhältnis zwischen Arzt und Patient zu Gunsten von letzterem verschiebt.
Montgelas: Tiefgreifend sicherlich nicht, aber es macht den Patienten mündiger und bringt das Arzt-Patientengespräch dadurch auf ein höheres Niveau.
eLAB: Woher kommen die Inhalte, dass man diesen hohen Anspruch von qualifizierter Information einlösen kann?
Montgelas: Wir haben eine eigene Redaktion, bestehend aus Medizinern und Biologen, unterstützt durch ein Netzwerk an anerkannten Fachexperten, die die Inhalte nach fest vorgegebenen Qualitätskriterien recherchieren, erstellen und aktuell halten. Dabei behalten wir uns immer die redaktionelle Hoheit vor. Der Nutzer findet auf NetDoktor ausschließlich neutrale Informationen.
eLAB: Lass uns über unternehmerische Herausforderungen sprechen. Wo liegen Deine Schwerpunkte für die nächsten 12 Monate?
Montgelas: Wir haben das Glück bei NetDoktor auf einer etablierten Marke aufzusetzen, technologisch hinken wir hinterher. Im Augenblick fokussieren wir uns voll auf einen zweiteiligen Relaunch: Einmal „unter der Haube“ für das gesamte Backend, ebenso bekommen wir eine neues, nutzerfreundlicheres Frontend-Design, mit dem man leichter auf die Themen zugreifen kann.
eLAB: Du hast in den letzten Jahren schon einige Firmen gegründet bzw. hochgezogen, von Lastminute.com in Deutschland, eigene Ventures und zuletzt Onmeda. Worin siehst Du den Hauptunterschied jetzt ein zehn Jahre altes Unternehmen zu leiten?
Montgelas: Der Unterschied in der Organisation ist gar nicht so groß. Im Gegensatz zur oft gehörten Annahme wir seien ein Großunternehmen, arbeiten wir mit einem kleinen, ebenso etablierten wie flexiblen Team. Das soll auch weiter so bleiben. NetDoktor unterscheidet sich von einem Start-Up heute vor allem durch die bereits etablierte Marke. Hier muss man sehr aufpassen, die eingeführte Marke nicht durch unüberlegte Maßnahmen zu beschädigen.
eLAB: Und was bedeutet es, wenn man auf ein bestehendes Team und eine eingeführte Organisation trifft?
Montgelas: Man kommt natürlich in eine existierende Unternehmenskultur, bei der die Mitarbeiter eine genaue Vorstellung davon haben wie NetDoktor aussehen soll. Das hat den Vorteil, dass man sich schnell zu den einzelnen Themen auseinandersetzen kann. Ebenso wichtig ist es, dass wir uns im nächsten Schritt mit neuen Mitarbeitern frischen Input und Ideen von außen holen. Die Mischung macht‘s.
eLAB: Worin siehst Du die größten Herausforderungen bzw. Risiken, dass es bei der Umsetzung der Strategie Schwierigkeiten gibt?
NetDoktor: Der Relaunch ist zweifelsfrei eine große Herausforderung und wird ein bedeutender Meilenstein in diesem Jahr sein. Dazu gibt es einen etablierten Wettbewerb, wo wir uns schnell bewegen müssen, um die Marktführerschaft zu halten – beispielsweise durch den Aufbau einer Community.
eLAB: Gutes Stichwort zum Phänomen „Web 2.0“, welches inzwischen alle möglichen Branchen durchdrungen hat. Was bedeutet Web 2.0 für ein medizinisches Portal wie NetDoktor?
Montgelas: In erster Linie das Wissen der Massen zusammenzubringen. Zum Beispiel gibt es in Deutschland 10 Millionen Diabetiker, von denen sich die wenigsten kennen. Hier muss es darum gehen, sich das Wissen gegenseitig zugänglich zu machen. Wie wollen dabei sicher nicht die klassische Community à la studiVZ oder Facebook, alleine schon weil das Thema Gesundheit bzw. Krankheit anonym behandelt werden will.
eLAB: Wie verdient NetDoktor sein Geld?
Montgelas: Die Monetarisierung von NetDoktor steht auf zwei Säulen: Werbevermarktung und Content-Lizensierung von unseren Texten und Bildern.
eLAB: Wer kommt als Kundschaft für die Inhaltelizensierung in Betracht?
Montgelas: Vor allen Dingen Krankenkassen, die sich stärker über Themen positionieren möchten. Nimmt eine Kasse eine neue Zahnzusatzversicherung ins Angebot, dann liefern wir die kompetenten Inhalte zum Thema Zahn dazu.
eLAB: Der iPod mit iTunes hat einen lahmen Markt neu sortiert, Skype ist im Begriff das gleiche mit der Behäbigkeit der Telcos zu tun. Es gibt kaum einen maroderen Markt, sei es in den USA oder in Deutschland, als das Gesundheitswesen. Wie müsste ein Online-Dienst aussehen, der diesen Markt mal ordentlich umkrempelt?
Montgelas: Der Gesundheitsmarkt ist dafür sicherlich ein besonders schwieriger Fall, weil man es mit komplexen Strukturen von Ärzten, Patienten, Selbsthilfegruppen, Apothekern und allerlei Verbänden zu tun hat. Das Interessante ist, dass das Internet in diesen Kreisen noch nicht überall angekommen ist. Ein optimales Angebot wird gleichermaßen jung und alt erreichen, zu jeder Zeit von jedem Device abrufbar sein und professionellen Inhalt und User Generated Content verbinden und so als thematische Einstiegsmöglichkeit für jeden Patienten etwas bieten.
eLAB: Was ist aus Deiner persönlichen Erfahrung das Wichtigste als Gründer bzw. CEO, um ein Internetunternehmen erfolgreich zu machen?
Montgelas: Schnelligkeit und Flexibilität sind wichtige Eigenschaften, ebenso die Risikobereitschaft ein noch nicht perfektes Produkt online zu stellen, welches man dann nach Userfeedback in einem „Perpetual Beta“ optimiert.
eLAB: Besten Dank für das Gespräch und weiterhin gute Gesundheit online wie offline.
7. December 2007 |
René Seifert
Vor dem Wochenende noch eine Personalie von einer eLAB-Beteiligung: An der Spitze von Netdoktor gibt es einen Wechsel. Silke Haffner verlässt das Unternehmen zum Ende des Jahres, Nachfolger wird Philipp Graf Montgelas. Die ganze Pressemeldung findet sich hier.
4. November 2007 |
René Seifert
Ist ‘ne Kleinigkeit, aber weil ich von den Kommentaren her merke, dass echte "Werkstatt-Geschichten" mit am besten ankommen, hier eine die ich nicht vorenthalten will. Auch weil es ein ganz gutes Beispiel darstellt, wie wir bei eLAB arbeiten und angesammeltes Spezialwissen versuchen den eLAB-Ventures in zum Teil sehr kleinen Projekten zu Gute kommen zu lassen. In diesem Fall ging es um die Migration des überaus erfolgreichen Forums bei Netdoktor aus einem etwas in die Jahre gekommenen System in eine etwas mächtigere Umgebung.

Nachdem ich selbst in dem Projekt involviert war, kann ich auch aus erster Hand berichten, dass wir uns nach der Betrachtung veschiedener Optionen für die Open Source-Lösung von Phorum entschieden haben. So schön und zunächst auch umsonst Phorum sein mag, so muss man vor allem in Punkto Usability noch kräftig Hand anlegen, damit man guten Gewissens die virtuelle Öffentlichkeit darauf loslassen kann. Insbesondere waren die erzeugten ULRs nicht sonderlich suchmaschinenfreundlich. Daher beauftragten wir die Kollegen von Mineus, ein entsprechendes Skript für "speaking URLs" zu schreiben.
Gesagt getan, wenn man sich im Netdoktor-Forum z.B. etwas zu "Wurzelbehandlung" anschaut, dann prangt in der Browerzeile auch schön genau dieser Begriff. Und wie es nicht nur der Lizenzlage, sondern auch dem guten Ton in der Open Source Developer Community entspricht, haben wir den Code für diese Funktion anderen Phorum-Developern an dieser Stelle zur Verfügung gestellt.
21. September 2007 |
René Seifert
… lautet der Titel eines lesenswerten Artikels aus dem "Technology Quarterly" von The Economist. Demnach haben mehr als ein Fünftel der US-amerikaner schon mal etwas zum Thema Gesundheit online beigetragen, vulgo "User Generated Content" produziert. Man kann den Trend freilich ganz allgemein als eine Sonderausprägung von Web 2.0 erklären, aber der Economist sieht noch themenbedingt eigene Gründe:
Those with multiple chronic conditions, such as diabetes and depression, or lesser-known illnesses such as chronic fatigue syndrome, are anxious to get tips from others in similar situations. And today’s body of medical knowledge is too vast for any one doctor to know it all. Cathy Fischer, a producer at a non-profit television company in San Francisco, for example, was not getting the information she needed from her doctor. So she joined an online group to connect with others who, like her, had undergone fibroid surgery.
Zugegebenermaßen ist beim Thema Medizin die Bedeutung von Richtigkeit sicher wichtiger als auf den Seiten einer Briefmarkensammler-Community. Dazu folgende Aussage:
A lot of user-generated health information is accurate. A panel of neurology specialists judged that only 6% of information posted in the epilepsy-support group of BrainTalk was factually wrong, according to a study published in 2004 in the British Medical Journal. And with enough people online, misinformation is often quickly corrected.
Spannend ist der Abschluss des Artikels, in dem es darum geht, dass neben der "Hilfe zur Selbsthilfe" eine durch Crowd-Sourcing angesammelte Wissensbasis auch für Ärzte wertvoll wird, die in diesem Detail und in den vielen Spezialfällen kaum aus eigener Anschauung und nur bedingt in der Fachliteratur den nötigen Überblick behalten können. Wenn man mal länger darüber nachdenkt, dann kann in den Ansatz Community aufbauen, dann Experten smart ans System anschließen, womöglich einiges an Innovations- und Wertschöpungspotenzial stecken.