Dieser Tage stolperte ich über diesen hervorragenden Denkanstoß aus dem McKinsey Quarterly “What will shape the wireless Internet?” (Gratis-Registrierung erforderlich) In der Tat die richtige Frage zum richtigen Moment. Vor nicht allzulanger Zeit im Jahr 2000 mit den UMTS-Versteigerungen und noch mehrfach zwischendrin kam man sich ja vor wie auf der Besuchertribüne von Cape Caneveral. Der Countdown läuft mit noch 30 Sekunden, 29, 28 … und wird dann wieder einmal abgebrochen. Die gefühlte Zuversicht “Jetzt muss es doch bald losgehen” zieht sich schon fast ein Jahrzehnt. Aber jetzt wirklich, die Zeichen mehren sich, jetzt geht’s los, jetzt geht’s los! :-)
Der Artikel wirft die relevanten Aspekte nacheinander auf:
Wird mobiles Internet der Ersatz fürs Kabel? Im Augenblick nutzen 90 % der mobilen User weniger als 2 GB pro Monat. Damit kommen die meisten per Kabel nicht wirklich weit. Daher ist diese Transformation bezogen aufs Datenvolumen noch Kaffeesatzleserei.
Kommt das mobile Internet von der Leistung an das fest Verkabelte heran? Im Augenblick noch nicht, wenn man sich so die mobilen 2 MBit/s im optimistischen Fall anschaut. Witzigerweise merken die Telcos, dass der Traffic aber so stark steigt, dass das nächste technische Upgrade für mehr Bandbreite bald angezeigt scheint.
Wo gehen die Nutzer für den besten Content und besten Applikationen hin? Darüber könnte man alleine schon ein paar Doktorarbeiten schreiben. Auf jeden Fall gehen sie nicht in den mobilen “Walled Garden”, den sich die Telcos seinerzeit bunt ausgemalt haben, der aber menschenleer geblieben ist. Obwohl das iPhone eines der lästigsten Probleme der mobilen Nutzung, nämlich sich Webseiten anzeigen zu lassen, halbwegs brauchbar gelöst hat, heben mobile Apps ab wie eine Rakete. Aber das Rennen ist mit den Aktivitäten von Nokia, Google und Microsoft noch alles andere als entschieden.
Über welche mobile Internet sprechen wir eigentlich? Gute Frage, so selbstverständlich wie “das von den Mobilfunkbetreibern” lautet die Antwort nicht. WiFi bekommt gerade durch das iPhone, aber auch andere Smartphones, erheblichen und unerwarteten Aufwind, wie Om Malik treffend beobachtet.
Wie sieht das Geschäftsmodell aus? In Sachen Zugang gibt es die klassischen Formen, auch in gemischter Ausprägung, Flat-Fee bzw. Datenvolumen. Das Modell “Flat” hängt wie auch im Kabelnetz immer bei den Extrem-Saugern durch, die weit überdurchschnittlich die Netze verstopfen, aber deswegen auch nicht mehr zahlen. Umgekehrt ist “Flat” ein prima Verkaufsargument, weil man ohne geistige Blockade mobil ins Internet geht. Datenvolumen kann auch richtig teuer werden, wie ich neulich in China durch selbst verschuldetes zügelloses Datensurfen zum Auslandstarif feststellen durfte. Paid Content ist der ewig tote Leichnam im Kabelnetz, scheint aber bei Applikationen für z.B. das iPhone eine gewisse Wiederauferstehung zu erleben. Medienzar Rupert Murdoch hat beispielsweise angekündigt, mobilen Zugang fürs iPhone und den Blackberry beim Wall Street Journal kostenpflichtig zu machen. Die Mischung aus Gratis-Apps und solchen zur Bezahlung ergibt ein neues Geschäft wo sich inzwischen auch schon sehr viele Developer tummeln.
Ein paar Fragen, mit denen man gerade mal an der Oberfläche kratzt. Freue mich über jeden gedanklichen Impuls.
“Digital Natives” sind diejenigen Jugendlichen, die von kleinauf den Umgang mit dem Computer und den Neuen Medien gewohnt sind. Für sie ist die ständige Vernetzung und der permanente Austausch mit ihren Mitmenschen über Messenger, Social Network und Handy normal — und sie brauchen ihn.
Für die digitalen Eingeborenen ist das Tauschen von digitalen Gütern Normalität. Sie verstehen nicht, weshalb sie Werke nicht teilen dürfen und von ihren Lieblingsliedern keine Remixe anfertigen dürfen. Die heute geltenden Urheberrechtsbestimmungen werden von dem Gros der im Internet aktiven Jugendlichen umgangen. Urheberrecht besteht in ihren Köpfen nicht. Eine Studie hat herausgefunden, dass (australische) “Digital Natives” im Durchschnitt 800 illegale Songs auf ihren MP3-Playern haben. Problematisch wird das etwa, wenn in der Schule Plagiate, beispielsweise ein aus der Wikipedia ausgedruckter Text, als Eigenleistung abgegeben werden.
Die Krise der Musik- und Filmindustrie ist jedoch meiner Meinung nach nicht nur auf das fehlende Urheberrechtsbewusstsein für digitale Güter zurückzuführen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, sind heutige Musikhörer vor allem Individualhörer, die sich ihren Musikgeschmack nicht mehr vorkauen lassen, sondern ihn individuell durch die Möglichkeiten des Netzes auf sich abstimmen.
Das Handy ist für “Digital Natives” enorm wichtig und immer dabei. Es geht dabei um ständige Erreichbarkeit und das Gefühl, etwas Wichtiges verpassen zu können. Auch hier findet sich die Tauschkultur wieder: Über Bluetooth und ähnliche Technologien tauschen die “Digital Natives” Musikstücke und Fotos mit ihren Freunden. Das stärkt den Zusammenhalt und ist ein Akt der wortlosen Kommunikation.
An dieser Stelle sei angemerkt, dass die meisten Jugendlichen im Bereich bis 20 (jedenfalls in meinem Umfeld) keine Datenflatrate haben und somit mobile Social Networks speziell für Jugendliche wenig Sinn machen. Sinnvoller sind meiner Meinung nach SMS-Dienste, so langweilig das klingen mag. Ich sage beispielsweise voraus, dass SchülerVZ und StudiVZ durch eine SMS-Integration in ihren Microblogging-Dienst (den man unter “Meine Freunde” finden kann) punkten könnten.
Ihr Handy ist für die Jugendlichen ein mobiler Alleskönner, bei dem die Telefonfunktion nicht an erster Stelle steht. Ob Musik hören, Fotos machen oder SMS tippen: für die Jugendlichen muss ein Handy genau das auch können.
Oft wird gesagt, “Digital Natives” würden keine E-Mails benutzen. Das stimmt in großen Teilen, denn mit ihren Freunden kommunizieren sie per Instant Messenger oder Social Network. Doch zur Registrierung wird in ebendiesen eine E-Mail-Adresse benötigt. Doch die meiste Kommunikation erfolgt über ungezwungenere Quasi-Echtzeit-Systeme wie SMS oder IM.
Capgemini hat herausgefunden, dass die “Generation Internet” Fernsehwerbung zu zwei Dritteln ignoriert und stattdessen auf die Meinung und die Ratschläge der Freunde verlässt. Einen Weg zu finden, diese Freunde zu Evangelisten für die eigene Marke zu machen (Stichwort: Virales Marketing) ist sehr wichtig, um bei den Jugendlichen anzukommen.
Die “Digital Natives” von heute sind die Kunden von morgen. Wenn man ein Produkt für die jüngere Zielgruppe plant, sollte man sich mit ihren oben gezeigten Eigenschaften und ihrem veränderten Konsumverhalten auseinandersetzen. Gute Ansatzpunkte bieten etwa die Bücher “Generation Internet” (Urs Gasser & John Palfrey) oder “Grown Up Digital” (Don Tapscott), sowie meine eigene Linksammlung.
Bald werden die heutigen “Digital Natives” ins Berufsleben einsteigen — oder sie sind es zum Teil schon. Dort werden sie oft auf strenge Hierarchien und für sie veraltete Arbeitsmethoden treffen. Doch ihre Arbeitgeber sollten sie anhören. Viele Digital Natives sind das viel gepriesene “Enterprise 2.0″ von kleinauf gewohnt. Und wie sagt Sören Stamer, der Gründer der CoreMedia AG: “Die Zukunftstechnologie ist in den Händen der Jugend — das ist eine schöne Situation für die Welt”.
Es gibt vielleicht außer Sex kaum etwas, das uns emotional so unter die Haut geht wie Musik. Inzwischen beschäftigen sich selbst Evolutionsforscher mit dem Ursprung dieser eigentümlich-menschlichen Gestaltungsfähigkeit und ihrer magischen Anziehungskraft auf sowohl Gehör als auch Groopies. A G’schäftle lässt sich damit sowieso machen, 2005 wurden weltweit rund 12 Mrd. US-Dollar damit umgesetzt.
Über Jahrzehnte war die Welt für das Oligopol der Plattenfirmen in bester Ordnung, bis das Internet und vor allem Napster den Plattenbossen einen fetten Strich durch die Rechnung machten. Fast 10 Jahre hat man dabei vertandelt, bis man vor lauter Bollwerkmentalität eine halbwegs brauchbare und dabei für den Nutzer legale Lösung im Netz entwickelt hat. Wo stehen wir heute?
Relevanz-Revolution
Der Begriff geisterte neulich auf dem DLD im Zusammenhang mit Video im Internet herum, ist aber schon so alt wie Google einem Such-Treffer aus einem gut gefüllten Content-Pool aus dem Netz liefert. John Battelle setzt in seinem Buch “The Search” zwei nachvollziehbare Suchstrategien gegenüber: “Information Recovery” vs. “Information Discovery”. Heißt am Beispiel: Will ich wissen, wie die Hauptstadt von Liberia heißt, bin ich zufrieden sobald ich die Antwort “Monrovia” kenne. Im anderen Fall suche ich nach Blondinenwitzen, und es ist leicht möglich dass ich nach 10 Minuten kehligem Lachen und ein bisserl Herumnavigieren bei Österreicherwitzen gelandet bin (und als Bayer a Riesengaudi hab’ :-). In letzerem Fall reicht ein gerichtetes Interesse, welches man sich mit möglichst vielen passenden Überraschungen füllen lässt.
Auf Musik übertragen existiert das gleiche Phänomen, allerdings in potenzierter Form. Grund dafür ist der Umstand dass Musik über weite Strecken nebenbei gehört wird. Man merkt sehr schnell wenn man einen Song oder ein ganzes Genre zum Kotzen findet; wenn es aber irgendwie passt, dann nimmt man den Schallteppich im Hintergrund billigend in Kauf. Frag mal warum das gute alte Radio immer noch nicht totzukriegen ist, bei dem ich 10 Jahre lang als Moderator anschaffen gegangen bin.
Konkret haben sich im Web vom Ursprung her zwei Konzepte entwickelt, die im üblichen Internet-Tempo flott aufeinanderzukonvergieren.
iTunes
Schlaues Übertragen des alten Modells: Man kauft genau die Songs, die man möchte, aber nicht die Katze im Sack. Jeden Titel kann man gratis 30 Sekunden vorhören. Außerdem muss man sich seit iTunes auch keine ganze Kuh (=Album) kaufen, wenn man mal ein Glas Milch (=Song) trinken will, auch bekannt in der Branche als “Unbundling”. Das war zum Preis von 99 Cent zugegebenermaßen sensationell, bedarf allerdings eines recht aktiven Zutuns des Nutzers (=Käufers).
Freilich hat dem Konzept zum Durchbruch verholfen, dass Apple von Anfang an das ganze Eco-System verstanden und mit seinem disruptiven Geschäftsmodell neu besetzt hat: Mit einem coolen Player ließen sich die alten MP3 geschmeidig importieren und dank Sync mit dem iPod hatte man einen ganzen Plattenschrank in der Hosentasche dabei.
Last.FM und Pandora
Einen anderen Weg haben diese beiden Dienste eingeschlagen: Man gibt einen Künstler ein, den man gerne hört und Last.FM liefert einem irgend einen Song aus dessen Repertoire und anschließend Songs von Bands, die vom Genre ähnlich liegen. Dies “Ähnlichkeit” bestimmt sich vor allen Dingen aus dem “Collaborative Filtering” über andere Nutzer des Dienstes hinweg. Indem man Songs alleine schon durch den Button “Love” bzw. “Dismiss” qualifiziert, “lernt” das System zunehmend den eigenen Geschmack und dudelt einem ohne viel eigenes Zutun stets einen passablen Klangteppich vor.
Gleichzeitig werden einem andere Nutzer mit ähnlichem Geschmack als Nachbarn empfohlen, in deren virtueller Plattenkiste man für seine eigene Playlist wildern darf. Das Geschäftsmodell beruht auf “Freemium“: Zum Anfixen kann man sich an den ganzen Umfang gewöhnen, bis der auf ein paar Grundfunktionen zurück fällt und man für € 2,50 im Monat wieder die ganze Pracht genießen darf.
Der wesentliche Unterschied besteht in der lizenzrechtlichen Ausgestaltung von Last.FM im Gegensatz zu z.B. iTunes, wo einem die Songs “gehören”. Last.FM ist graduell – wie der Name schon suggeriert – wie ein personalisiertes Radio, wo man aber nicht den exakten Zeitpunkt und die Reihenfolge seiner Songs bestimmen kann. Hintergrund sind anders geartete Rechteübertragungen der Plattenfirmen, die bei Pandora sogar dazu geführt haben, dass der Dienst technisch nur für die U.S.A. beschränkt ist. (Auch noch so ein übles Relikt aus der analogen Zeit, wo Medien-Rechte nach Regionen vergeben worden sind und welches dringend geschliffen gehört.)
So gut Last.FM funktioniert, so grottenschlecht finde ich die Usabilty umgesetzt, die es versäumt einmal im Leben genau zu vermitteln, worin der Unterschied zwischen “My Recommendations”, “My Radio Station” und “Neighbourhood” (siehe Screenshot oben) besteht. Gleichzeitig werden inkonsistente Bezeichnungen zwischen Webseite und Download-Client für z.B. “Playlist” verwendet. Vor allem wird einem nie erläutert, was man genau tun muss um die Mucke in diesen einzelnen Kanälen für den eigenen Geschmack zu optimieren. Zum Abschluss des kleinen Bashings noch der Eindruck, dass sich Last.FM mit Featuritis überladen hat und der Grundnutzen nur noch mit der Machete im Funktionalitäten-Dschungel auszumachen ist.
Spotify
Kein Wunder, dass ein neuer Dienst wie Spotify die Gelegenheit erkennt und mit einem mega-einfachen Konzept auffährt und dabei versucht, das beste aus beiden Welten zusammenzubringen. Man lädt sich einen angenehm schlichten Client herunter und dank Lizenzvereinbarungen mit den großen Labels hat man so gut wie den ganzen Katalog der Musik zur Verfügung. Jetzt kann man eher im iTunes-Modus Songs in beliebig vielen Playlisten nach exakt eigenem Gusto und Reihenfolge zusammen stellen. Allerdings “gehören” einem die Titel nicht, sondern werden aus dem Netz in bester Qualität gestreamt. Macht eigentlich nix, wo einem die “Cloud” eh den Job der Datenspeicherung besser und sicherer abnimmt als man es je selber hinbekommt, während man in einem “Always On”-Szenario Zugriff auf seine digitalen Schätze hat.
Das Geschäftsmodell versucht den Nutzer auf die € 9.99 pro Monat zu treiben, bei dem man den ganzen Katalog zur Verfügung hat, zum Testen für einen Tag kostet’s € 0,99. Ziemlich spektakulär: In einigen Ländern wie der Heimat der Gründer Schweden, aber auch Norwegen, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Spanien gibt’s auch eine Gratis-Version, bei der einem pro halbe Stunde 1 Minute Werbung zugespielt wird. In den anderen Ländern arbeite man noch an diesem Angebot.
Umgekehrt ist Spotify was relevante Empfehlungen à la Last.FM angeht, noch ziemlich schwach auf der Brust. Es gibt zwar die Funktion “Radio”, die einem zwar schick aufgemacht, nach Genre und Jahrzehnt Songs zusammenstellt. Leider sind die, um in der Sprache der alten Vinyl zu bleiben, eher in der Güte der B-Seite zur eigentlichen Hit-Single. Fairerweise ist der Dienst mit ein paar Monaten noch recht jung und hat sich zu Recht den Fokus zunächst auf das größere Problem gelegt, nämlich die Rechte für ein Abo-Modell für On-Demand im ganzen Musik-Universum zu klären. Das andere kann man im Produktmanagement leichter nachziehen.
Der Heilige Gral der “Playlist”
Ganz im Einklang mit einer der tragenden Säulen von Web 2.o, nämlich “Data is the Intel Inside“, balgen sich alle Beteiligten um ein Stück von der Playlist des geneigten Users, um ihn durch maßgeschneiderte Angeboten an sich zu binden. Last.FM, das muss man ihnen lassen, haben früh erkannt, dass man sich nicht nur auf die Betätigung auf dem eigenen Dienst verlassen sollte, sondern ebenfalls andere dafür anzapfen kann. Wozu haben wir eigentlich das Netz als Plattform? :-) Mit dem Opt-In durch den User werden beispielsweise die Hörgewohnheiten von iTunes in die Empfehlungen von Last.FM verbraten (“Scrobble“).
Aber das Imperium schlägt bekanntlich zurück. Seit kurzen bietet iTunes sein eigenes Konzept “Genius” an, bei dem man einen Song anklickt und das System offeriert einem nach Wunsch 25, 50 oder 100 ähnliche Songs für die Playlist. Selbstverständlich wird einem auch im iTunes-Store daraus eine passende Einkaufsliste auf dem Silbertablett präsentiert.
Viel zu viel Macht in der Hand von einigen wenigen, die nur das eigene kommerzielle Interesse im Auge haben, schreit die Open Source-Community und hält mit Songbird dagegen, der als “Firefox unter den Media Playern” positioniert wird.
Eine “nette Idee”, in der ganzen Bedeutungsbreite des Ausdrucks. Schau mer mal, dann seh mer schon, wo das Konzept in zwei Jahren landet.
Eine ideale Music 2.0-Welt
Ein großer Schritt mit Siebenmeilenstiefeln wäre getan, wenn man dem besten der einzelnen Lösungen abzüglich ihrer Defekte eine Rakete der augenblicklichen technischen Beschleuniger unter den Hintern klemmt. Im einzelnen:
Spotify mit der Community von Last.FM, sauber und einfach umgesetzt würde “song recovery” und “song discovery” miteinander verheiraten. iTunes müsste sich warm anziehen.
Ein schnittstellenoffenere Open-Source Player, der dem Nutzer dezentral die Kontrolle über seine Playlisten ermöglicht und gleichzeitig dem berechtigten Interesse nach Urheberrechteschutz der Labels nachkommt.
Ein Client, den man sich auf alle gängigen Mobilplattformen (iPhone, Android, Windows Mobile und Symbian) installieren kann und über den man unterwegs per WLan oder dank UMTS-Flatrate seine Songs gestreamt bekommt. Vor allem eine klug integrierte Verzahnung des Fat Client auf dem Desktop, wo man alles mögliche machen, einstellen und vorbereiten kann, was einem der einfachere Thin Client für unterwegs vor allem abspielt.
Zur Krönung auch die Speicherung der Liebling-Playlist auf dem mobilen Device à la iPod, falls man wirklich nicht online sein sollte.
Das wäre so weit man die “no brainer” im Sinne einer inkrementellen Innovation. Aber wer weiß, was sich gerade ein paar schlaue Jungs in einer Garage irgendwo auf dieser Welt an wirklich bahnbrechend Neuem ausdenken.
Was Musik im Internet angeht, sind wir noch lange nicht am Ende.
Die erste Runde von heute Vormittag ist geschlagen, die ich später noch nachtragen werde (meinem Akku ging der Saft aus). Jetzt geht’’s um 14.20 Uhr weiter mit dem Themencluster "Mobile". Geile Jury mit Craig Newman (Craigslist), Tim O’Reilly (O’Reilly Media), Josh Kapelmann und Even Williams (Twitter).
Mytopia sind mit der Mission angetraten "Make the world play together". Der Dienst nimmt sich das Problem zur Brust, dass es in der mobilen Welt noch eine Vielzahl von Plattformen gibt (Microsoft Mobile, Symbian, J2ME etc.), die jedem Entwickler die Haare zu Berg stehen lassen, weil sie den Entwicklungsaufwand ohne Not und Nutzen verfielfachen. Witzig: Zur Demo hat der Gründer 5 verschiedene Smartphones unter den Präsentationsbeamer gelegt und da gab’s auch die Panne zum Vorführeffekt. Was Mytopia jetzt launcht, ist ein Entwicklungsframework "RUGS" für Spiele, so dass man als Entwickler nur ein mal entwickeln muss und die Multi-Plattform Anpassung von selbst funktioniert. Die Jury nimmt sich den jungen Mann Guy Ben-Artzi gut zur Brust, will wissen wie er damit Geld verdienen will oder ob er sich als Tool- oder Content-Company verrsteht. Da bleiben die Antworten – wie durchaus auf der ganzen Techcrunch 50 – eher dünn bis schweigsam.
Ring frei für tonchidot, ziemlich abgefahrene Applikation, die mich ein bisschen an ein Head-Up Display im Cockpit von Kampfflugzeigen erinnert. Der Pilot schaut nach vorne durchs Fenster und auf die Scheibe werden ihm die wichtigsten Flugdaten projeziert. In diesem Fall ist das Cockpit das iPhone, durch das man mittels Video-Funktion live in z.B. eine Fußgängerzone glotzt, und dank GPS und der Applikation von Tochidot bekommt man bunte Widgets Tags auf z.B, auf die sichtbaren Häuser gesetzt, die einem zeigen um welches z.B. Restaurant es sich handelt und wie die Speisekarte aussieht. Man geht in einen Laden, dann bekommt durch das gleiche Verfahren Preisvergleiche zu den Produkten vor einem. Während ich hier live schreibe, kommen zunehmend Zweifel auf, ob die japanischen Gründer mit einem völlig überdrehten Auftreten und wenig Substanz beim Nachfragen nicht um eine Hape Kerkeling-mäßige Verarsche handelt, bei der es Mike Arrington und die Jury reingefallen sind. Abgefahrene Nummer, gute Show, haben uns hier alle weggeschmissen.
fitbit will das Problem lösen, dass die Amerikaner immer fettter werden, 60 Prozent sind entweder übergewichtig oder fettleibig. Das Produkt ist ein unauffälliger schwarzer Clip, der in der Lage ist das eigene Bewegungsprofil zu messen und drahtlos und automatisch ins Internet zu übertragen. Dort loggt man sich auf seiner Profilseite ein, die einem alle "Telemetriedaten" wie Kalorienverbrauch oder Schlafmuster anzeigt. Zusätzlich gibt man dann noch ein, was man so an Essen und Trinken zu sich genommen hat. Der Dienst erlaubt es dann, dass man sich Ziele setzt und sowohl Kalorienaufnahme als auch -verbrauch im Griff behält. Das echt Coole daran ist die Verbindung aus Hardware und Software, der schon ziemlich in Richtung "Ambient Computing" geht und mit einem Kaufpreis von $99 dabei die Tür zu einem nachvollziehbaren Businessmodell aufmacht. Alles in allem ist der Dienst einer der Innovativsten, die bisher auf der ganzen Techcrunch50 präsentiert haben.
Drama Dank Jetlag kommt man in San Francisco auch mitten in der Nacht zum Nachdenken und Bloggen, und zwar zu einem Thema welches dieser Tage sowohl direkt als auch indirekt ziemlich verschärft hier die Runde macht: Mobile. Die indirekten Anwendungen werden vor allem durch die Massenseuche Twitter angefacht, der ich inzwischen auch verfallen bin. Ein perfektes Beispiel für das Web 2.0-Kriterium "Software above a single Device", nach der Definition von Tim O’Reilly. Denn inzwischen nutzt man Twitter entweder auch per SMS oder SMS wird auf dem Handy durch eine von inzwischen vielen verfügbaren Twitter-Mobilapplikationen verdrängt. In letzterem Fall muss man sich mit verschiedenen, nicht zueinander kompatiblen Betriebssystemen bei der Installation herumschlagen und nutzt dann den reinen Datenkanal von seinem Mobile-Operator. Dieser wiederum ist von seinem konkurrierenden Mobile-Operator wie in einem vertikal abgeschotteten Silo getrennt. Und genau darin liegt die Crux: Nichts liegt stärker im Interesse von T-Mobile & Co. als dieser ätztende Status Quo, denn allen Beteiligten ist glasklar, dass sich die ARPU (Average Revenue per User) für die Telcos nur verschlechtern wird, sofern sie auf die Lieferung des reinen Datenkanals reduziert werden. Technisch wäre das längst mit besten Bandbreiten möglich. Dieser Status Quo wird gelegentlich auch noch in einer kartellhaften Symbiose zwischen Telcos und Handset-Herstellern zementiert, indem halbherzige Geräte wie das Nokia N 8100 gelauncht werden, die zwar mehr nach Internet-Nutzererfahrung riechen, mit denen man aber dafür nicht klassisch telefonieren kann.
Open Source Browser als Lösung Und mein letzter Satz bzw. der ganze letzte Absatz beschreibt implizit das ganze Drama: Wir leben in einer Welt, haben ein Internet aber sind trotzdem noch in parallelen Welten zwischen einem vermeintlich statischen Desktop und einem vermeintlich mobilen Endgerät unterwegs. Dazu hat gestern auf der Web 2.0 Mitchell Baker, Chairman der Mozilla Foundation, einen – wie man so schön auf Englisch sagt – "thought provoking" Vortrag gehalten. Kernaussage: "Wir behindern uns mit diesem erlernten Denken selbst darin, eine bessere Lösung auf den Weg zu bringen." Aus ihrer Sicht dreht sich Lösung – wenig überraschend- um einen offenen Browser-Standard von Mozilla, derzeitiger Codename "Fennec".
Vorher war auch noch der Wegbereiter des Browsers Marc Andreesen zu Gast, der sich mit seniorer Bescheidenheit daran erfreut hat, dass vieles was sich Mozaic bzw. Netscape als Funktionen wie Cookies, Backbutton und Java Script hat einfallen lassen, heute im Browser nicht mehr wegzudenken ist. Es macht aus meiner Sicht wirklich Sinn, die schöne neue Welt im Internet, ohne Grenzen zwischen Desktop und Mobile über einen Browser zu lösen. Um so mehr, als durch distribuierte Datenspeicherung in der "Cloud" bzw. dezentraler Rechenleistung aus dem "Grid" der Browser zum Schlüssel des "Homo Mobilis" unterwegs und im zunehmend populäreren "Third Place" wird. Altes Denken Laut Baker liegt der Denkfehler schon darin verhaftet, dass wir uns in 30 Jahren PC und 15 Jahren Internet so sehr an diese eine Nutzungsform gewöhnt haben, dass es sich zur fixen Idee entwickelt hat, diesen Usability-Standard konvergent auf das mobile Endgerät zu übertragen, der immer sofort an den Beschränkungen des Handys wie kleiner Bildschirm und behäbigere Eingabefunktion kleben bleibt. Konsequent weitergedacht, gibt es das "mobile Endgerät" in seiner engen sprachlichen Fassung gar nicht. Oder will irgendjemand, dass dass dieses Gerät ohnen seinen Besitzer einsam in der Straßenbahn herumfährt? Mobil ist allenfalls der Mensch und aus diesem Szenario heraus lassen sich brauchbare Usecases stricken, die schließlich von Technologie in einer dienenden Rolle umgesetzt werden. Im Idealfall wird ein solches Überdenken der mobile Anwendungsfälle auch positiv auf jene zurückwirken, die wir bisher als "nicht mobil" (d.h. Desktop) ansehen.
Usecase Ein Nutzer mit einer Glutenunveträglichkeit ist viel auf Achse und muss sicherstellen, dass sie unterwegs etwas zu essen bekommt, was ihr wirklich bekommt. Sie setzt sich zu Hause an ihren Rechner, sucht und recherchiert, speichert und taggt sich für ihre nächste Desitination in München Schwabing alle Bäckereien, die glutenfreies Brot verkaufen. Unterwegs in München ist sie dann mit einigen wenigen Tastenfunktionen auf dem PDA in der Lage, diese Informationen auf dem mobilen Endgerät wieder auszugraben, sich eine Karte anzeigen zu lassen und sich idealerweise per GPS ans Verkaufsregal leiten zu lassen.
Niemand "browst" mehr Das klingt doch ganz passabel, wenn man sich auch noch zusätzlich aus dem historischen Ballast löst, den alleine der Begriff "Browser" mit sich bringt. Wer hat zum letzten mal jemanden sagen gehört, es sei durch das Internet "gebrowst"? Dürfe lange her sein, weil der Begriff von der ganzen Passivität von "hier das Medium, dort der Leser" gelähmt wird. Aber das ist alles Schnee von gestern. Der Brower heute kann nicht nur Inhalte anzeigen, er erlaubt es auch Applikationen auf z.B. Facebook bzw. bei den bald angeschlossenen Open Social Netzwerken zu installieren. Insofern kann vom "browsen" herkömmlicher Natur keine Rede mehr sein. Stattdessen geht es darum, das eigene Sozialverhalten immer, überall und auch unterwegs durch lesen, schreiben, fotografieren, teilen, Videos, Livestrams und Mesh-Ups weiterzuführen. So schaffen wir uns in den verschwommenen Rollen zwischen Internet-Unternehmern und Usern jeden Tag aufs Neue unsere Online-Welt. Ein Open Source-, Open Code-Browser ist das rechte Tor dorthin.
Vorgestern fanden in München die Mobile Content Days statt. Am Vormittag gab es ein Panel mit dem Thema „Mobile Media, Community-Plattformen & Mobile Advertising“. Auf dem Podium:
Eigentlich wurde auf dem Panel das diskutiert, was man seit Jahren kennt. Mobile ist der Markt der Zukunft (und da wohl schon seit x Jahren). Werbung auf dem Handy wird sich durchsetzen und dann wird dieser junge Markt „explodieren“. Stefan Winners ist überzeugt davon, dass 2009 bzw. 2010 der Durchbruch kommen wird. Auch der BVDW jubelt vor kurzem: "Mobile Internet vor dem Durchbruch zum Massenmarkt“
Was mich weiterhin stutzig macht, sind die Zwischentöne abseits der offiziellen Präsentationen. Da sagt Stefan Winners klipp und klar, dass der mobile Umsatz bei Tomorrow Focus durch technische Dienstleistungen der Tochter Cellular erbracht wird – d.h. nicht durch Inhalte! Außerdem fehlt die Reichweite, damit Großkonzerne als Werbetreibende überhaupt beginnen, über mobiles Marketing nachzudenken.
Die Barrieren für die Reichweite sind schnell identifiziert:
Ob diese Barrieren bis 2010 fallen (Prognose von Stefan Winners) ist offen. Weitere Visionen der Panelisten waren perfektes Targeting des Handy-Besitzers und damit Auslieferung von nur wirklich relevanter Werbung … kommt einem irgendwie bekannt vor (Facebook und Co.). Angebote der Telcos (Vodafone live! etc.) verlieren an Bedeutung, die Nutzer werden direkt auf die Marken-Angebote der Medienhäuser zu greifen. Last but not least: Der mobile Markt wird die Entwicklung des Internets durchmachen – also erfolgreich sein.
Die Gefahr in meinen Augen: Die Content-Anbieter werden die gleichen Fehler wie im Web machen bzw. gar nicht merken, dass andere und neue Angebote an ihnen vorbeiziehen.
Meine Prognose ist:
Wie im Web werden nur eine Handvoll an Medien-Marken wirkliche Reichweite aufbauen können. Bild und Spiegel haben aufgrund der Marke und Crosspromotion-Möglichkeiten hier gute Potenziale.
Die Portale der Netzbetreiber werden ersetzt durch Portale und Content-Services der Handy-Hersteller. Nokia weist den Weg durch Zukäufe z.B. von Gate5 als Navigationslösung und Gründung von Community-Angeboten. Das Skin von einem Nokia-Handy und damit die Usability und damit der Zugriff auf Inhalte wird Nokia vorgeben (analog Apple und iTunes).
Google Android als neue Plattform und Alternative zu Nokia und Co. wird neue und flexible Player entstehen lassen, die schneller und glaubwürdiger die eigentlichen Bedürfnisse einer Web 2.0/Mobile 2.0-Zielgruppe bedienen – d.h. Kommunikation und Interaktion ermöglichen.
Statt dem „direct type in“ einer mobilen Medien-Marke wird auch hier analog zum Web Google der Traffic-Verteiler sein.
In diesem Sinne hatte ich auf den Mobile Content Days das Gefühl einer Selbsthypnose … Und: Man war wieder einmal unter seinesgleichen. Warum nicht ein Panel von Nutzern? Die Mobile Content Days in London haben dies bereits vor zwei Jahren vorgemacht: Es ist nichts interessanter, als einmal Jugendliche aller sozialen Couleurs nach ihren mobilen Gewohnheiten life zu befragen. Das lässt so manchen Manager aus seinen Träumen erwachen. Statt Line Extension einer Marke stehen dann eventuell ganz andere Potenziale da …
Ein Märchen aus Absurdistan führt Nokia mit seinem gestern auf dem Kongress neu gelaunchten N 8100 auf (rechts oben im Bild). Nichts gegen diesen kleinen netten Linux Computer, der alles kann außer telefonieren. Nur die Argumentation des "weshalb" ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten und versucht nicht ganz auf den Kopf gefallene Branchenkenner als Volltrottel zu verkaufen.
Wenn man sich mit einem Repräsentanten von Nokia unterhält und die Frage stellt: "Kann man mit dem Ding auch ‘ganz normal’ telefonieren", kommt wahrheitsgemäß die Antwort: "Nein kann man nicht, es ist kein Steckplatz für einen SIM-Karte vorgesehen. Dafür kann man sich per WLAN mit dem Internet vebinden und allerlei Applikationen installieren, unter anderem auch Skype, womit man über VOiP Sprachdienste abwickeln kann." Fein. Und dann wird verräterrisch nachgeschoben: "Übrigens 80 % der Leute fragen das gleiche,; das mit dem Telefonieren".
Fragt man dann zurück, warum man es nicht einfach einbaut, so geht das Gewürge los: Es sei sicherlich für Nokia technisch überhaupt kein Problem die Telefonie vorzusehen, aber man hätte da verschiedene Nutzer in verschiedenen Anwendungsfällen im Auge. Und überhaupt sei das N 8110 eher als Zweitgerät vorgesehen, welches keine Telefonie brauche. Bla, bla, bla. Und bezahlte Schreiblingslobbyisten erblöden sich auch nicht, diesen Scheiß auch noch mit Geek-Talk von "den verschiedenen nicht kompatiblen internationalen GSM-Standards" auzuwalzen.
Hallo? Geht’s eigentlich noch? Bei einem Gerät welches 400 Dollar kostet und der Zusatzchip fürs Telefonieren bestenfalls noch mal 10 oben drauf, können Kosten schon mal kein Argument sein. Vor allem: Wenn 80 Prozent von "Opion Leaders" genau diese Funktion nachfragt, dann kann man sich eigentlich auch sonst sauteure Marktforschung für die Prouktentwicklung sparen. Die Wahrheit bei dem Gerät ist vielmehr ein Frontalangriff auf die Telcos, die bisher fast durchgehend alles dran setzen, VoIP-Anwendungen über ihre Netze zu verhindern. Und dann kommt eben Nokia mit einem voll programmierbaren Computer, mit dem man über die Hintertür via Skype und Co. doch umsonst telefonieren kann. So weit so gut, sogar wirklich sehr gut. Nur was wirklich zum Himmel stinkt ist diese geheuchelte Diplomatie von Nokia anstatt einfach zu sagen: "Wir kommen mit den Telcos aus einer Reihe von Gründen nicht zusammen mit diesem Gerät, wir glauben aber daran dass sich künftig Telefonie anders entwickeln wird und daher gehen wir mit Mut und Zuversicht in diesen Markt". Das wäre korrekt und ehrlich.
So aber wundert man sich über die Mär von "des Kaisers neue Kleider". Anderseits ein schönes Thema über (nicht) authentische Kommunikation für einen Blog wie diesen.
… geht die geflügelte Weisheit von Paul Watzlawick, um die mächtige Allgegenwart der Kommunikation zu beschreiben. Nokia , die von Berufswegen recht intensiv in dem Thema herumrühren, haben ein paar Forschungsergebnisse ihres firmeninternen Anthroplogen veröffentlicht. Das schreibt der „The Economist“ in seinem jüngsten „Technology Quarterly". Die Highlights in Auszügen.
60 % der Männer tragen ihr Handy in der Hosentasche, 61 % der Frauen in der Handtasche. Die Hälfte der Frauen berichtet deswegen regelmäßig von „missed calls“, weil sieihres Telefons nicht schnell genug habhaft wird. Kein Scheiß.
Das Handy mit einer neuen Schale, Bändchen und sonstigem Firlefanz zu dekorieren findet erwartungsgemäß am häufigsten in Asien (Seoul und Tokio) statt.
Auch die Swisscom hat für den Artikel in seinem „User Adoption Lab“ die Tür einen kleinen Spalt weit geöffnet. Erstaunlich: Trotz perfektem Telefonnummerverzeichnis im Handy verbringen die Nutzer 80 % ihrer Zeit am am mobilen Rohr damit, sich nur mit den vier engsten Menschen in ihrem Bekanntenkreis zu unterhalten. Ansonsten hat das schweizer Telco-Unternehmen diverse Kommunikationskanäle unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sich dabei sehr unterschiedliche Nutzungsprofile ergeben.
Das Festnetztelefon hat einen überwiegend öffentlichen Charakter, weil der Apparat von mehreren Familienangehörigen im Haushalt genutzt wird.
Das Handy wird vor allem dafür genutzt, kurzfristig etwas zu planen oder Reisen, Treffen usw. zu organisieren.
SMS stehen für „Intimität, Gefühle und Effizienz“.
E-Mail ist bei Jugendlichen als Inbegriff einer Zwangsjacke der Erwachsenenwelt mehr und mehr auf dem Rückzug. Und für die etwas Älteren unter uns dient die klassische elektronische Post für administrative Aufgaben sowie den Austausch von Dokumenten, Bildern und Musik.
Instant Messaging und Voice of IP fungiert als ständig offener Kanal, während man schwerpunktmäßig mit etwas anderem beschäftigt ist.
Eine der größten Überraschungen: Obwohl das Telefonieren immer billiger wird, bei Skype und Konsorten sogar ganz unsonst ist, verzeichnet man quasi keine Zuwäche im Gesprächsvolumen. Stattdessen ist das Schreiben enorm auf dem Vormarsch, weil offensichtlich die asynchrone bzw. semi-synchrone Form des Austausches gegenüber der rein synchnronen Kommunikation als weniger penetrant und mehr effizient angesehen wird.
Auch wenn einige der Erkenntnisse aufgrund gewisser technologischer Eigenheiten oder der daraus resultierenden Wirtschaftlichkeit unausgesprochenen Vemutungen entsprechen, so gehen einem bei anderen durchaus mit Erhellung die Augen auf. Vor allem aber können einem die geschilderten Muster helfen, die geistige Vefasstheit seiner Zielgruppe besser zu begreifen, wenn man entsprechende Dienste für sie entwickelt.
Im November 2006 stellte ich die Frage: Location Based Services – Quo vadis? In der letzten Woche hat TomTom nun in Cannes seine neue Navigations-Software als Version 7.0 vorgestellt. Nicht verwunderlich: Der Communitiy-Aspekt rund um Location Based Services wurde weiter ausgebaut. So können jetzt TomTom-Nutzer u.a. Fehler in der digitalen Karte, bei POIs (Points of Interest) melden und mit anderen Nutzern teilen. Detail-Infos hier gibt es bei Pocketnavigation.de – Partner von Pointoo.
Nun frage ich mich, ob TomTom in die T-Mobile- und Vodafone-Falle läuft. D.h. der Versuch mit t-zone und Vodafone live! und you-name-it-Angeboten als weiterer Player eine gezielte Community und spezielle Content-Angebote für die eigenen Kunden – und nur für diese – aufzubauen, ist gescheitert. Seitdem machen die Mobilfunk-Provider was sie können: Bandbreite für das mobile Web bereit stellen …
Man möchte nach Amsterdam rufen: Völker hört die Signale! Eine TomTom-Version, die es ermöglicht, eigene Inhalte zu erfassen und diese in eine Plattform übergreifende Community zu spielen und dann zu nutzen … Eine Vision? Ich glaube eine folgerichtige "Lesson from the Future".
Das mobile Endgerät kann man als einen der wichtigsten Innovationstreiber gar nicht genug im Auge behalten. Was man sich als "Computer für unterwegs" schon immer gewünscht hat, ist heute im Prinzip Wirklichkeit geworden. Und das ist erst der Anfang.
Infonetics Research hat eine Studie veröffentlicht, wonach im Jahr 2010 die Zahl der Abonennten für mobiles Video 46 Millionen betragen soll. Beachtlich dabei auch das Wachstum des Marktvolumens: Von derzeit US-$ 200 Millionen auf US-$ 4 Mrd. Macht im Schnitt grob über den Daumen etwas weniger als US-$ 100 pro Jahr bzw. US-$ 8 pro Monat. Wenn man dafür gute Glotze für unterwegs bekommt, keine bodenlose Verschwendung.
Auch ein Blick auf die regionale Verteilung lohnt sich: Wie man es erwarten konnte, soll Asien die Entwicklung mit 57 % anführen. SK Telecom in Korea und NTT DoCoMo in Japan legen mobiles Video schon heute quasi als Paket-Zugabe oben drauf. Es folgt EMEA (Europe, Middle East, Africa) mit 31 %. Nord Amerika recht abgeschlagen nur bei 10 %. Immer wieder erstaunlich, wie die USA als Land in dem das Internet "erfunden" wurde, bei der mobilen Nutzung regelmäßig die rote Laterne herumtragen müssen.