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Archiv der Kategorie 'Mobile'

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23. April 2007 | René Seifert

Web 2.0 Expo: Das sind die Trends

Die Tage in San Francisco auf der Web 2.0 Expo hatten es in Punkte Inhaltsdichte in sich. Für unseren eLAB-Blog konnte ich somit genug frisches Futter für die nächsten Wochen sammeln. An dieser Stelle die Zusammenfassung von ein paar übergeordneten Entwicklungen.

Die Branche beschäftigt sich intensiv damit, wie sich die Konzepte von Web 2.0 auf Mobile 2.0 übertragen lassen und stellen bereits recht beeindruckende Dienste vor, die inzwischen auch drahtlos auf schnelle Bandbreiten zurück greifen können. Google CEO Eric Schmidt definierte die Zukunft seines Unternehmens während seiner Keynote unverhohlen mit "Mobile, Mobile, Mobile and Local".

San Francisco 117

In diesem Zusammenhang war häufig von der "Placelessness" von Content die Rede, auf den man egal wann, egal wo und unabhängig vo Endgerät und Medienform (Text, Bild oder sprachbasiert) zugreifen kann. In diesem Zusammenhang scheint sich als Standard zunehmend XHTML-MP (MP=mobile profile) herauszubilden.

Für Unternehmen wie Nokia ist dabei völlig klar, dass es für mobile kein "zweites Internet" gibt, sondern man vielmehr sinnvolle Dienste anbieten muss um, das bestehende Web auf einem kleineren Display adäquat zu präsentieren und ggf. mit relevanten ortsbezogenen Informationen zu Location Based Services (LBS) zu verbinden. Der finnische Hersteller sieht in in der Tatsache, dass bereits ein Drittel der Weltbevölkerung über ein mobiles Endgerät verfügt, für sich eine Riesenchance. Eine gute Übersicht kann man sich von einer Präsentation von Brian Fling von der Firma Blueflavor als PDF hier herunterladen.

San Francisco 169

Neben Produkten und Diensten sprach man sehr viel über Entwicklungs-Frameworks wie Ruby on Rails ebenso wie über Infrastrukturdienste. Wenn man diese Frameworks ordentlich im Griff hat, kann man die Entwicklung von Services um den Faktor 10 bis 20 gegenüber von 5 Jahren früher beschleunigen. Und Amazon sieht in seinen Infrasturkturdiensten wie S3 für beliebigen Speicherplatz sowie EC2 für elastische Rechnerleistung eine wesentliche Säule für seine zukünftige Unternehmensstrategie. Solche Lösungen werden um so wichtiger, wenn ein Dienst wie gewünscht im Markt abhebt und man vor der alles andere als trivialen Herausforderung steht, die Skalierung zu kontrolliert voranzutreiben. Denn wer das nicht drauf hat, bleibt trotz prima Produkt wie seinerzeit Friendster auf der Strecke.

Schließlich gab es eine neue Parade-Sau, die in fast jeder Verstaltung durchs Dorf getrieben wurde: Twitter. Was den Dienst neben seiner intuitiven Schlichtheit auszeichnet, ist der Schritt von einem Internet, welches man aktiv durchsurft zu einem Format, bei dem man statt einer statischen Darstellung einen Flow an Informationen in Echtzeit von seinen geschätzen Buddys zu sich geliefert bekommt, was diese gerade so treiben. Und wenn es am Ende so Banalitäten sind wie "Bin im San Francisco Chinatown und neben mir ist gerade ein Sack Reis umgefallen …" ;-)
Chinatown

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10. March 2007 | Sascha Schmidt

?Lessons from the Future? ? Was sagt uns 2020 schon heute für morgen?

Die letzten zwei Tage war ich in London auf der OPA07 – Forum of the Future. Neben vielen Higlights war die Session am Ende mit dem Futuristen Wolfgang Grulke ein intellektueller Höhepunkt.

Vorstellung: In den nächsten Jahren wandelt sich die uns umgebende technische Infrastruktur zu einer „Infreestruktur“, das heißt. jeder ist überall und kostenlos online, vernetzt etc. Tragen wir dann noch Notebooks mit uns zu den Konferenzen, oder reicht eine Identifizierung auf dem in den Tischen integrierten Bildschirmen aus, um auf alle unsere Daten, Netzwerke etc. zuzugreifen …? Desktop-Software macht da noch wenig Sinn – hat ja auch Microsoft erkannt und beginnt sein Portfolio zu ändern.

Wolfgang Grulke empfiehlt als Unternehmensstrategie das immer wiederkehrende Überprüfen des eigenen Marktes, der Zielgruppen etc., denn: "Eat yourself before somebody else does it!"

Genau dieses Phänomen erlebe ich seit einem Jahr mit dem eLAB Projekt Pointoo. Vor einem Jahr sind wir gestartet mit einer Private-Beta-Version. Damals gab es gerade die ersten Google Maps für Deutschland. Unsere Vision: „Tag your World“. Mit mobilen Endgeräten persönliche Orte „markieren“ und auf allen Geräten der Welt universall nutzen. Als Backend hierfür war das Web gedacht. Immer schneller drehte sich jedoch die digitale Kartographierung der Welt. Im Sommer war der Geocoder von Google Map kostenlos verfügbar. Unsere mobile Applikation für Symbian-Handys wurde geliebt und genutzt von einer ganz engen, kleinen Gruppe .

Da wir uns fast täglich selber hinterfragen und neue Entwicklungen „aufsaugen“, haben wir schnell die Strategie gewechselt und sind jetzt dabei einen Webservice aufzubauen. Rudimentär erahnbar unter dem heutigen Auftritt – es kommt bald viel mehr : -)

Wir bewegen uns mit Pointoo unter anderem im Umfeld der persönlichen Navigation – im Web und in der Realität. Welche Ableitungen für die Zukunft gibt es hier? Die mobile Navigation befindet sich im Preisverfall. Kostete früher ein TomTom deutlich über 400 EUR, so gibt jetzt erste Lösungen unter 200 EUR bei Mediamarkt und Co. Ein klarer Indikator, dass der Höhepunkt des Produktlebenszykluses erreicht wurde. Hier wieder ein Zitat von Wolfgang Grulke: „After the life of a product, there is no life!“

Parallel zu der Session bei OPA07 bekam ich folgende Info: BMW integriert nun Google Maps in der Incar-Navigation. (VW arbeitet schon seit über einem Jahr im Sillicon Valley mit Google zusammen.) Am PC werden Ziele ausgesucht und einfach via SMS-Gateway in den Service BMW Assist gesendet. Alles weitere im Video:

Und auch diese Entwicklung werden wir für Pointoo bewerten und unsere Antworten finden. Aber wer von uns wird in fünf Jahren noch Geräte an seine Windschutzscheibe „kleben“, um den Weg zu finden? Das Rad dreht sich immer schneller …

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24. January 2007 | Sascha Schmidt

Taxonomie versus Folksonomie: Wer gewinnt bei dem Begriff ?Sehenswürdigkeit??

Bei Pointoo kann jeder Nutzer seine persönlichen Inhalte mit einem „Tag“ versehen. Dies führte schon dazu, dass wir plötzlich Wochentage in der Liste hatte. Also gab und gibt es Diskussionen darüber, ob die Begriffe „Tag“ bzw. „tagging“ dem deutschen Internetnutzer bekannt sind oder man doch besser die deutsche Übersetzung nehmen sollte – die da lautet? Alle bisher erfolgten Übersetzungen sind irgendwie nicht sexy, also steht weiter „Tag“ da.

Das „Taggen“ an sich scheint der Masse der Nutzer jedoch immer leichter von der Tastatur zu gehen. Die Sammlung der Tags ist dann eine Folksonomie und ein beliebtes Web 2.0-Element. Beispiel: Sehenswürdigkeiten bei Pointoo – neben dem klassichen Begriff „Sehenswürdigkeit“ tauchen von Nutzerhand weitere klassifizierende bzw. beschreibende Tags auf, die dem Suchenden in der Liste Sehenwürdigkeit helfen, sich in der Auswahl der Angebote aus Burgen, Schlösser, Denkmäler etc. seinen persönlichen Highlight auszuwählen.

Würde der Begriff „Sehenswürdigkeit“ entfallen, dann wären nur noch eine Vielzahl von kleinere Untergruppen vorhanden, die Klammer jedoch fehlt. Aus diesem Grund werde wir bei Pointoo zeitnah Kategorien einführen, um für alle Inhalte eine Klammer bieten zu können. Also zurück zu althergebrachten redaktionellen Taxonomie? Nein, wie immer bei erfolgreichen Web 2.0-Themen ist die Philosophie das eine (Neue) machen und das andere (Alte) nicht lassen.

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21. November 2006 | Sascha Schmidt

Location Based Services: Quo vadis?

Die Hoffnung stirbt zu letzt – das russische Sprichwort passt wie die berühmte Faust auf das Auge, wenn es um Location Based Services (LBS) geht. Stellen Sie sich vor: Sie landen in Barcelona und erhalten sofort von Ihrem Smartphone alles was Sie brauchen: Hotels, Restaurants, Tipps, Wetter, Navigation etc. – Das Tolle daran, dass Smartphone weiß von alleine wo Sie sind, was Sie machen und was Sie wollen.

Jeder kennt diese „Visionen“. Die Realität: Sie landen in Barcelona und als T-Mobile-Kunde brauchen Sie erst einmal eine extra PIN, damit Sie so was „altmodisches“ wie Ihre Mailbox abhören können …

Gesprächskiller Nummer Eins auf Kongressen etc. ist die Frage, was denn die Lunch-Teilnehmer so mit ihrem Handy machen … und schon sind Themen wie LBS selbst bei den „Heavy Usern“ unter ferner liefen. Was sind die Gründe?

Meine These: LBS funktioniert nur, wenn die Lokalisierung automatisch und kostenlos vorhanden ist. Aber der Empfang von GPS-Signalen setzt entsprechende Hardware voraus. Wer läuft schon mit einer Bluetooth-GPS-Maus um den Hals herum? GPS inside dem Handy gibt es vereinzelt (Siemens, Motorola, HP), aber es ist eine absolute Nische. Wird sich das ändern? Erst einmal nicht, denn die Integration einer GPS-Antenne steht auf der Prioliste weit hinten bei den Herstellern. Handys sollen flach sein, gut aussehen, lange Stand-by-Funktion haben etc. Die Nachfrage bestimmt den Markt und die fragt im Augenblick coole Farben nach …. Und dann gibt es noch die „ungenaue“ Ortung via Auslesen der Mobilfunkzelle. Jedoch bis die Aktivierung statt gefunden hat, vergehen oft einige Viertelstunden. Kein Wort zu den Kosten der Anbieter …

Und trotzdem, das Internet wird mobil. Google schließt Deals mit T-Mobile und Vodafone, um Google mobile als Gateway zum Internet auf den Handys vorab zu installieren. Nokia versteht sich genauso. Das Smartphone als Medium für alle bekannten Dienste und Services, die der Nokia-Besitzer kennt und nutzt.  Hier die Grafik einer Nokia-Präsentation auf den Canalys Navigation Forum 2006:

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Meine Meinung: Die Zukunft von LBS liegt nicht auf dem Handy sondern im Internet. Dienste wie Google Map, Yahoo Map und Live Search verändern die Präsentation und Verarbeitung von Informationen. Outllook direkt mit Virtual Earth verknüpft – eine Vision, die mit dem nächsten Windows Betriebsystem vor der Tür steht. 

Ich erlebe und gestalte es gerade hautnah mit dem Projekt Pointoo von Holtzbrinck eLab. Pointoo bietet Nutzern die Möglichkeit, sich ihren eigenen indviduellen LBS aufzubauen und nach allen Regeln der Community-Kunst zu nutzen (Wir arbeiten daran!). Unter www.pointoo.mobi gibt es die optimierte Website für kleine Bildschirme und geringe oder teure Datentransfers zu den mobilen Medien. Fazit: Das World-Wide-Web wird lokal!

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9. November 2006 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Volle Ladung

Seit gestern steigt in San Francisco der „Web 2.0 Summit", der auf die Schnelle von „Web 2.0 Conference“ umbenannt worden ist. Gerade ging der zweite von drei Tagen zu Ende und ich habe mir quasi keine einzige Veranstaltung entgehen lassen. Ergebnis: Volle Ladung auf die Schädelfestplatte, dafür Flasche ein bisschen leer. WEB2SUMMIT06_34

Mein Hauptmotiv für den Besuch liegt eindeutig darin, durch aktuelle Trends und die diversen „Konversationen“ auf dem Panel und in den Fluren neue Produktideen zu entwickeln. Mittendrin statt nur dabei beim Web 2.0 Gipfel bringt dies jeden nur erdenklichen Blickwinkel mit sich: Was macht Google? CEO Eric Schmidt hat’s gestern erläutert.
 WEB2SUMMIT06_25

Was machen die anderen großen Player? Ray Ozzie, Chief Software Architect von Microsoft und Jon Miller, CEO von AOL gerade eben. Interessant vor allem aber sind die zahlreichen Start-Ups, die hier im „Valley“ innovative Dienste gelauncht haben. Was mir auffällt: Der Pegel  an „Hurra“-Bullshitting über Millionenfinanzierungen und schnelles Geld durch Exits ist angenehm niedrig. Vielmehr spricht man davon, dass man sich radikal am Endnutzen orientieren muss. Ansonsten besteht das Ergebnis aus 20 Prozenz Inspiration und der große Rest aus harter Arbeit am Detail. Ansonsten immer leicht stiefmütterlich vernachlässigt, aber für das Funktionieren jedes Dienstes unerlässlich: Infrastruktur. Dazu hat Jeff Bezos, CEO und Gründer von Amazon, heute den neuen outgesourcen Dienst für jedermann vorgestellt: web2summit06_41 web2summit06_43

Ein paar Start-Ups, die mir besonders aufgefallen sind und die gestern im Rahmen der Veranstaltung Launch-Pad die Gelegenheit zum Präsentieren hatten:

•    Ning ermöglicht es jedem Nutzer sein eigenes Social Network anzulegen, dabei frei Profilfelder zu defnieren und Bilder oder Videos mit anderen zu teilen
•    Inthechair ermöglicht es Hobbymusikern über das Internet virtuell mit Profis zu spielen bzw. zu üben und sofort Feedback zu bekommen. Die selbst eingespielte Musik ist quasi der User Generated Content.
•    oDESK ist ein Marktplatz für technische Ressourcen, der eine ganze Reihe von sinnvoillen Tools zur Kooperation und Ergebnisüberwachung mit sich bringt.
•    TUM TURN ist ein äußerst durchdachtes, unabhängiges Online-Advertisement Netzwerk, bei dem mit hoher Automatisierung über „Cost per Action“ abgerechnet wird.

Im Rahmen eines Workshops über „Mobile“ kristallisiert sich auch immer deutlicher heraus, dass das mobile Endgerät dank 3G, UMTS oder WLAN beim Internetzugang ebenbürtig sein wird. Die Besonderheiten für Applikationen bzw. Bedienung werden eher durch zwei grundsätzliche Besonderheiten herrühren: Das kleine Display bzw. das reduzierte User-Interface sowie die Möglichkeit durch einen Bezug zum aktuellen Standort zusätzliche Dienste zu entwickeln.

Mehr Fotos der Veranstaltung gibt es hier.

04:28 Comments 1 Kommentar » Trackback

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