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Archiv der Kategorie 'Rich Media'

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11. December 2009 | René Seifert

Farmville zieht alle Register von Social Gaming

So, mich hat’s auch erwischt. Und ich war immer das größte Lästermaul, was die debilen Feeds bei Facebook angeht à la “XYZ just dug up some delicious truffles with the help of their pig in FarmVille” verbunden mit meine Reaktion “ich nie”. Nun ja, “sag niemals nie”, lautet einmal mehr das Gebot der Stunde. Wie ein Strudel, dem man sich nicht entziehen kann, fixt das Spiel einen an und lässt auch so schnell nicht mehr los. In Zahlen: Farmville ist mit 70 Mio. aktiven Spielern die mit Abstand erfolgreichste Facebook-App, doppelt so viele Installationen wie die Nummer 2 (“Causes”) und vermutlich sogar Twitter zahlenmäßig überlegen. Bei 350 Mio. Facebook-Mitgliedern ist das also jeder Fünfte ein Bauer.

Hinter dem Spiel steht die Firma Zynga aus San Francisco, die in 4 Runden US-$ 54 Mio. an Finanzierung eingesammelt hat, um damit eine Reihe von browserbasierten Social Games zu entwickeln. Der Clou: Anstatt sich dem Problem auszusetzen, mit viel Marketing-Aufwand Kunden zu gewinnen, propfen sich Zyngas Spiele voll und ganz auf bestehende Social Networks wie MySpace oder eben Facebook auf. Eine ganze Reihe von Social Games wie Mafia Wars, FishVille sind dabei schon entstanden, das mit Abstand erfolgreichste Flaggschiff heißt FarmVille.

Farmville René Seifert

Ich kann nur jedem aus der Online-Branche empfehlen sich aus rein professionellen Gründen mal in den Strudel reinziehen zu lassen, weil was die Macher von FarmVille in der Spielemechanik an Tricks aus dem Hut zaubern, nötigt einem unbedingten Respekt ab:

  • Die Einstiegshürde ist ein Klick, um die App auf Facebook bei sich zuzulassen, dann ist man dabei, steht auf einem Acker mit 6 Parzellen, dessen Gemüse darauf wartet abgeerntet zu werden. Mit den Einnahmen pflügt man das Feld frisch um und sät neu an. Erstes Erfolgserlebnis.

  • Das Prinzip ist super-einfach und erschließt sich auf Anhieb: Säen, warten, ernten. Kapital akkumulieren, wachsen und wieder säen. Finde das Ding aus pädagogischen Gründen übrigens auch für Kinder durchaus geeignet, um ihnen ein paar Grundlagen des Wirtschaftens spielerisch zu vermitteln.

  • Weil man seine Ernte nicht vergammeln lassen will, kommt man halt doch immer wieder zurück. Wenn man irgendwann auch Tiere auf seiner Farm stehen hat, dann wollen auch die Kühe gemolken werden. Stichwort: Wiederkehrrate.

  • Damit man mit zunehmender Spielaktivität den linearen Effekt “mehr vom Gleichen” vermeidet, arbeitet man sich in mehreren Stufen nach oben, was einem Saatgut für neues Gemüse oder die Möglichkeit zum zusätzlichen Landerwerb eröffnet. Zwischendrin gibt’s auch positive Überraschungen, wie irgenwelche Auszeichnungen oder sponate Goldnuggets, die einem als kleine Belohnungen das Leben versüßen.

  • Man spielt FarmVille nicht kompetitiv gegen andere, sondern geradezu mit anderen. Erst in diesem sozialen Kontext macht das Spiel richtig Spaß, wenn man sich mit Gratis-Geschenken beschert oder sich gegenseitig den Acker düngt, wovon man selbst sowie der “Nachbar” im Spielverlauf profitiert. Irgendwie hat das Spiel auch was von sozialer Gleichheit: So düngt mir der CEO der indischen Niederlassung eines großen deutschen Automobilkonzerns regelmäßig den Acker und ist ansonsten auch ganz vorne dabei, täglich sein Feld in Schuss zu halten :-)

  • Dieser Effekt in Kombination mit zahlreichen Anlässe seine kleinen Errungenschaften und Hilferufe in die Community zu verbreiten, machen FarmVille in der Ausbreitung viraler als die Schweinegrippe. Kundengewinnungskosten für das Unternehmen quasi Null.

  • Geld verdient Zynga auf ganz räudig geschickte Art und Weise: Man kann das Spiel ewig und auf alle Zeiten umsonst spielen. Allerdings haben die Spielentwickler äußerst geschickt an verschiedenen Stellen kleine, unaufdringliche Schmerzpunkte eingebaut, zum Beispiel: Wird der Acker mal groß, dann ist es mühsam das Feld mit der Hand zu bestellen. Mit den akkumulierten Münzen aus dem Erntezyklus kann man sich zwar einen Traktor kaufen, aber um auf Dauer dessen Sprit zu bezahlen, bedarf es der äußerst knappen Parallelwährung “FV-Dollars”. Diese kann man ganz einfach unter Einsatz der Kreditkarte mit echtem Geld aufladen.

Ich geb’s zu: Ich hab’ meine Kreditkarte auch schon zwei mal mit insgesamt 26 “echten” Dollar gebügelt, um da schneller voran zu kommen. Hey, aber wenn man zu zweit für einen 90-Minuten Film ins Kino geht, hat man den Betrag auch schnell für mehr oder minder planloses Entertainment durchgebrannt. Virtuelle Güter, wir kommen!

Wie es im richtigen Leben so spielt, wachsen die Bedürfnisse nach Erfüllung der Subsistenzsicherung auf der Maslow’schen Bedürfnispyramide mehr und mehr in Richtung künstlerischer Selbstverwirklichung. Heißt bei FarmVille: Ist man nach der ersten Kapitalaufhäufung finanziell aus dem Gröbsten raus, dann kann man sich seine Farm mit Häusen, Schuppen, Bäumen, Schubkarren, Windmühlen und jetzt zur Weihnachtszeit mit saisonalem Firlefanz wie Schneekugeln ganz persönlich einrichten. Auch da gibt es einige Artikel, die man nur gegen die begehrten “FV-Dollar” nach dem Umtausch richtiger Kohle kaufen kann.

Farmville Weihnachts-Deko

Wenn ich mir die Farmen meiner “Nachbarn” (=Freunde), die ich besser kenne, näher anschaue, dann ist die Gestaltung ein nahezu perfekter Spiegel ihres Charakters. In einer kurzen Selbsteinschätzung zu mir und einem Screenshot meiner Farm oben: Sehr effizient, minimalistisch organisiert, auf Skalierung ausgerichtet. Ansonsten ein ästhetisch-gestalterischer Totalaufall.

Kuckt man sich hingegen diese Farm von meiner Nachbarin Philippa (“Mutti”) an, die das Verbrechen begangen hat, mich viral mit FarmVille zu infizieren, dann sieht man spielerische Kreativität, wo liebevolle Hege und Pflege von Flora und Fauna ein individuelles kleines landwirtschaftliches Paradies erschaffen haben.

Muttis Farm

Ja schee, gell. Wenn “Mutti” nicht die Gattin von einem meiner besten Kumpels wäre, dann wäre sie für mich im Rahmen von “Bauer sucht Frau” die ideale komplementäre Ergänzung … :-)

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11. March 2009 | René Seifert

Riesen-Opportunity: Enterprise 2.0-Consulting

Für raue Zeiten wie diese muss man für neue Geschäftskonzepte sicherlich noch ein paar “Reality Checks” mehr durchlaufen, bevor man sich mit vollem Elan ins Getümmel der Umsetzung stürzt. Nach allem was ich in den letzten Monaten gelesen, auf Konferenzen gehört und im direkten Gespräch mit klugen Menschen aufgefangen habe, bedeutet die Krise für viele Unternehmen eine Zeitenwende im Umdenken, Umstrukturieren und organisatorisch ganz neu Aufsetzen. Aber alleine ohne erfahrene Hilfe schaffen sie es nicht. Und da tut sich ein Riesenpotenzial für a G’schäftle auf.

Gary Hamel: “The Future of Management”

Im Kern geht’s um ein Phänomen, das eigentlich so offensichtlich ist, aber dennoch so selten in unseren Wahrnehmungskreis gerät. Dazu fand ich das Buch von Gary Hamel „The Future of Management“ extrem erhellend und kann es jedem, der sich für Innovation und Unternehmensorganisation interessiert, wärmstens an Herz legen. Nämlich: Was haben wir in den letzten 100 Jahren an Innovation auf den Ebenen Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse erlebt. In ein Flugzeug steigen ist so selbstverständlich wie bei Amazon ein Buch bestellen, aus Firmensicht verschiedene Zahlungssysteme managen oder neuerdings aus einem Wust von Daten Analysen fahren und die Ergebnisse für viel Geld verkaufen.

Gary Hamel - The Future of Management

Aber was sich gar nicht geändert hat, ist die Art und Weise was die Architektur von Unternehmen im Innersten zusammenhält: Mit welcher Selbstverständlichkeit wir unter Management ein „oben“ und ein „unten“ in einer hierarchischen „Command & Control“-Struktur verstehen. Wo der, der an der Spitze steht, der vermeintlich Klügste ist und mit teils Sonnengott-ähnlicher Verehrung um ein Signal für den rechten Weg angebetet wird. Hamel darüber was passiert, wenn den Weg sich als der Falsche erweist:

Indeed, it often appears as if large companies have borrowed their change model from poorly governed third-world dictatorships, where the only way to change policy is to depose the despots.

Was auf der Strecke bleibt, ist ein unendlich hohes Maß an ungenutzter Kreativität, die Vernachlässigung des Wissens von den Leuten „an der Front” (=beim Kunden) und ein systematisches Abtöten von Leidenschaft bei Angestellten, die nur in ihrer eng definierten Jobbeschreibung funktionieren sollen.

Geschäft führen vs. Innovation forcieren

Das Problem für das Unternehmen wächst dann – wie Hamel anschaulich beschreibt – zu einem Existenziellen aus, wenn alle Kräfte in einem Unternehmen nur auf das Trimmen von Effizienz im bestehenden Kerngeschäft gerichtet. Dieses aber gerät irgendwann in den Abschwung des ganz normalen Produktlebenszyklus gerät, während parallel dazu nichts Neues, Starkes, Verteidigbares von unten nachwächst. Und dafür macht er die bestehende Praxis von Management verantwortlich, die eben nicht den Rang eines Naturgesetzes besitzt, sondern vielmehr auf das Resultat geistiger Trägheit zurück geht.

Als Beleg für Systeme, die aufgrund ihrer selbstorganisierten Struktur viel robuster und überlebensfähige sind, nennt er die Biologie für ihre Vielfalt („Darwian selection doesn’t need Senior Vice-Presidents“, geil was :-); Märkte für ihre Flexibilität, Demokratien für ihren Aktivismus, Glaube für seine Sinnstiftung und Städte für ihre kreative Kraft.

Internet-Branche als Katalysator für den Wandel

Warum ich glaube, dass wir Internet-Aktive im Besonderen geeignet sind, anderen diesen nötigen Wandel im Rahmen eines Beratungs-Geschäftsmodelles zu vermitteln? Weil wir durch die Art und Weise des Web 2.0 die Prinzipien verinnerlicht haben, wie eine netzwerkartige Form von Wertschöpfung funktioniert. Nach 250 Seiten kommt Hamel mit Hinweis auf die „architecture of participation“ zur Schlussfolgerung „The Web is the new technology of management“ und „The power of the internet lies in its capacity to facilitate coordination without the stultifying effects of hierarchy and bureaucracy.” Dafür nennt er folgende Kriterien:

•    Everyone has a voice.
•    The tools of creativity are widely distributed.
•    It’s cheap and easy to experiment.
•    Capability counts more than credentials and titles.
•    Commitment is voluntary.
•    Power is granted from below.
•    Authority is fluid and contingent on value-added.
•    The only authorities are “natural” hierarchies.
•    Communities are self-defining. Individuals are richly empowered with information.
•    Just about anything is decentralized.
•    Ideas compete on equal footing.
•    It’s easy for buyers and sellers to find each other.
•    Resources are free to follow opportunities.
•    Decisions are peer-based.

Klingt “uns” so einigermaßen vertraut, geh aber mal mit solchen Ideen zur Deutschen Bank, zu Siemens oder zum Daimler rein. Da weht noch ein ganz anderer Wind, wo man sicherlich Diskussionen ob Angestellte während der geheiligten Arbeitszeit Facebook verwenden dürfen, im Zweifelsfall mit „nein“ bescheidet. Gleichzeitig dämmert es solchen Firmen auch so langsam, dass sie etwas ändern müssen, sofern sie auch in Zukunft weiter vorne oder überhaupt mitspielen wollen.

Cisco macht’s vor

Eine Company, die zur Abwechslung den Schuss laut und deutlich gehört hat, ist Cisco. Neulich in Mumbai auf einer Konferenz erläuterte der äußerst dynamische CEO John Chambers, dass man es dank einer systematischen Kulturrevolution in Richtung Web 2.0 geschafft habe, die Anzahl von übergreifende Prioritäten zwischen 2001 und heute von 1, dann auf 2 und jetzt auf eine Schlagzahl von 26 zu erhöhen.

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Messen kann und soll man ja alles, und parallel dazu hat Chambers gezeigt wie sich die Anzahl von firmenrelevanten YouTube-Videos und Nutzern bei Cisco dazu verhält.

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Im konkreten Anwendungsfall für eine der 26 Prioritäten “Small Business Council” nennt er dabei folgende Bereiche, denen die Anwendung der neuen Prinzipien zu Gute kommt.

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Die Wissenschaft tickt in die gleiche Richtung

Aus einer zugegebenermaßen abstrakten Ebene erleben wir auch in der Wissenschaftstheorie einen Gleichklang dazu. In diesem spannenden TED-Video beschreibt der Physiker Lee Smolin, wie sich das Wesen der Erkenntnis von der Annahme eines Absoluten hin zu einer Betrachtung ausschließlich relativer Bezüge von Objekten zueinander verändert hat. Auch er zieht Parallelen zur systemischen Funktionsweise von Demokratien:

McKinsey darf auch nicht fehlen ;-)

Auch an McKinsey geht der Krug nicht vorbei, in diesen lesenswerten Aufsatz „Six ways to make Web 2.0 work“ hat die Unternehmensberatung mal ein wenig herumgefragt, was bei der Einführung dieser Konzepte und ihrer Tools (Wikis, Blogs, Foren, Twitter etc.) gut und nicht so gut lief und haben das in sechs Leitsätze eingedampft:

1. The transformation to a bottom-up culture needs help from the top.
2. The best uses come from users—but they require help to scale.
3. What’s in the workflow is what gets used.
4. Appeal to the participants’ egos and needs—not just their wallets.
5. The right solution comes from the right participants.
6. Balance the top-down and self-management of risk.

Geschäftsmodell Entreprise 2.0-Beratung

Ein Beratungsmodell für Kunden, die sich in diese Richtung wandeln müssen und wandeln möchten, sollte zweierlei mitbringen: Zum einen die Fähigkeit, tief greifend kulturell zu vermitteln worum es bei diesen Prinzipien geht, dabei die Glaubwürdkeit samt Autorität mitbringen bisher selbstverständliche und nie reflektierte Praktiken durch die ganze Organisation in Frage zu stellen. Zum anderen, im eindeutig nachgelagerten Schritt, die entsprechenden Tools zu empfehlen, zu implementieren und nachzujustieren, um das neue Management-Gerüst zu „enabeln“. Und wer schlau ist, baut noch eine Art „Meta-Layer“ als Dashboard über die eingesetzten Technologien, was dank Lizenzen einen wiederkehrenden Erlösstrom für ein skalierbares Geschäft ermöglicht.

Weswegen ich hier darüber schreibe, eLAB oder ich es nicht einfach selber machen? Bin dran :-) Allerdings: Der Markt ist riesig, wir stehen ganz am Anfang und zunächst muss noch das sprichwörtliche Problembewusstsein geschaffen werden.

Oder wie ein afrikanisches Sprichwort sagt: „If you want to go fast, go alone. – If you want to go far, go together.”

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26. February 2009 | René Seifert

Video im Netz: Reichweiten- vs. Vermarktungsführerschaft

Vor lauter YouTube verliert man leicht den Überblick, was sich mit welchem Unterschied sonst noch so im Netz zum Thema Video tummelt. Der exzellente Economist-Artikel “Hulu Who?” klamüsert das multimediale Gemüse mal fein säuberlich auseinander. Und stößt dabei auf eine Perle namens Hulu, die es erstmals geschafft hat, nicht nur Video-Inhalte anzubieten, sondern Umfelder zu schaffen, in denen sich Werbetreibende gerne zeigen.

Hulu

Der Grund: Nichts scheuen insbesondere Markenartikler mehr, als dass ihr Produkt in einem Asi-Kontext dargestellt wird. So groß ist die Furcht, dass man es dann lieber gleich bleiben lässt. Hulus Antwort darauf lautet, redaktionellen Content mit Qualitätssicherung in Channels zu packen. Sevenload in Deutschland verfolgt nach Aussage von Geschäftsführer Axel Schmiegelow auf dem DLD eine ähnliche Strategie.

Das freut den Marketingverantwortlichen so sehr, dass er dafür sogar sein Portemonnaie zückt. Obwohl YouTube allen anderen in Sachen Reichweite haushoch überlegen ist, so gilt deren Geschäftsmodell alles andere als geklärt.

Ein wirklich lesenswerter Artikel, weil er zudem die verschiedenen Spielarten von Online-Video in all den möglichen Permutationen durchdekliniert.

Did a new service need user-generated content as well as professional videos? Was it better to aggregate the content of many media companies or to be an outlet for just one? Would people prefer to download films or television shows to their computers, then transfer them to their iPods, as Apple was betting? Or would they prefer “streaming” a video just once? If so, might they be persuaded to install a bespoke video application onto their computers, or would they insist on watching videos inside their web browsers? Would they pay to watch, or would advertising provide the revenues?

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16. September 2008 | René Seifert

Interview mit Maks Giordano von SevenOne Intermedia

Inzwischen sind alle Vögelein von der TechCrunch50 wieder artig ins häusliche Nest zurückgeflattert und dabei die Eindrücke der äußerst inspirierenden Konferenz für sich zu verarbeiten. Auch an dieser Stelle der Ordnung halber noch der Nachtrag, dass der Gewinner der Konferenz Yammer heißt, Twitter für das Unternehmen. Die US-$ 50,000 als Preisgeld in die Klassenkasse sind sicher nicht übel, aber der Turbo für die Marktdurchdringung dieses prominente Event gewonnen zu haben, ist eigentlich in Geld nicht aufzuwiegen. Gutes Fazit des Events von Thomas Knüwer (Handelblatt), einem prägenden Teilnehmer des Germanen-Stammtischs :-)

Bin ein bisschen auf den Geschmack gekommen, mit den Video-Interviews und hab‘ noch eine Konserve aus San Francisco mitgebracht. Maks Giordano, verantwortlich für Online bei der SevenOne Intermedia, einer Tochter der ProSiebenSat.1 fasst auf dem schönen Alamo Square seine Eindrücke des Events zusammen, spricht vom inhaltlichen Fokus seiner Arbeit und dem strategischen Zusammenhang mit dem TV-Kerngeschäft.

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10. September 2008 | René Seifert

Techcrunch50 Tag 3: Rich Media begeistert die Halle

Tag 3 beginnt mit Rich Media, wo Videosurf von isrealischen Gründern schon mal gut in die Vorlage geht. Es handelt sich um eine Meta-Suche über veschiedene Video-Seiten wie YouTube, die über eine Technologie Menschen, Objekte und Szenen/Situation erkennen kann. Sucht man z.B. nach Brad Pitt, bekommt man Ergebnisse die genau an die jeweilige Stelle des Videos springen, wo der Angelina-Gatte zu sehen ist. Darüber hinaus kann man über eine visuell gesteuerte Navigation Inhalte erreichen bzw. sich für neue Entdeckungen inspirieren lassen. In der DSDS-artigen Jury stellt Bradley Horowitz von Google die Frage, ob man nicht versucht ohne Not eine Problem technologisch zu lösen, welches sich durch einen sozialen Kontext wie Tags besser lösen lässt.

Nun ja, mit Verlaub, genau das aber, nämlich Suche mittels Hochtechnologie, ist das was Horowitz’ Arbeitgeber mit nicht so schlechtem Erfolg seit 10 Jahren macht – wie auch gerade Michael Arrington bemerkt. Wenn Videosurf wiklich das hält, was es verspricht, löst es ein fettes Problem von der Undurchdringlichkeit von Video-Inhalten.

GazoPa kommt als nächstes, mit zwei Herren aus Japan auf der Bühne. Der Dienst nimmt für sich in Anspruch, eine Bildersuche für Ähnlichkeiten anzubieten. Im Beispiel geht es um Handtaschen. Und siehe da: Es kommen Bilder von Handtaschen, so weit nichts Neues. Aber man kann anschließend über Parameter defineren, dass man Handtaschen in der gleichen Form, aber in unterschiedlichen Farben sehen will. Und in der Tat: Plötzlich sieht man nur noch Handtaschen (länglich mit hohem Henkel) in rot, braun, grün und schwarz. Ein bisschen Gesichtserkennung ist auch dabei, wenn es um Personen geht. Spannend ist das Feature, dass man freihändig die Silhoutte von z.B. einem T-Shirt in einen Editor malen kann und als nächstes bekommt man als Treffer eben T-Shirts. Die Funktion lässt sich auch auf Videos übertragen.

Was soll man davon halten? Mein Nerd-Herz ist davon begeistert, aber ich bin mir nicht sicher, ob das für eine Company oder ein Business reicht und ob man damit eine eigene Webseite erfolgreiche oder gar profitabel betreiben kann. So eine Funktion wäre ein fantastisches Feature für Flickr oder Picasa, aber als Stand-Alone Produkt gibt das zu wenig her.

Illustere internationale Runde heute, nach den Jungs von GazoPa aus Japan ist nun ein französischer Monsieur mit charmantem Akzent auf der Bühne und stellt seine Start-Up Fotonauts vor. Es handelt sich um einen Album-Aggregator, mit dem man seinen eigenen Bilder aus verschiedenen Quellen wie seinem Flickr- oder Picasa-Account zusammenziehen kann und dabei auch auf die bestehenden Meta-Daten wie Titel oder Tags zugreift. Smart ist, dass man sein Album auch um eine Suche von Bildern Dritter erweitern kann, die das Bild mit einer Create Commons Lizenz versehen haben. Ein sozialer Kontext ist auch dabei, in dem man Bilder von seinen Kontakten nahe gebracht bekommt bzw. diesen seine eigenen Kontakte empfehlen kann. Beim Play-Out kann man einen Feed per RSS, in sein Facebook-Account oder ein eingebettetes Album in den Blog pflanzen. Gutes Feedback von der Jury.

Bojam kommt auf die Bühne und bringt einen bloden, hageren und langhaarigen Gitarren-Rocker auf die Bühne. Und was die vorführen hat echte Gänsehaut-Qualität und ganz einfach erklärt: Ein weltweit verteiltes Musikstudio oder "Open Source Wikipedia for Music Creation". Ein Tool, welches im Browser Aufnahme von Songs zulässt, jeder mit seinen Instrument mit einer Tonspur, zeitlich beliebig versetzt, wo jeder seinen Take einspielt. Alles das lässt sich kollaborativ perfekt zusammenmixen. Bojam geht noch einen Schritt weiter, wie der Rocker gerade vormacht. Er verfolgt die bereits aufgenommenen Gitarrengriffe von "Africa" (Toto) per Video und "Noten", die im Browser wie beim Karaoke vorbei-scrollen und kann parallel dazu üben. Hammer.

Anschließend, nachdem er sich fit fühlt, spielt der Musikant seine Session ein. Als Business Modell will man diese Aufnahme z.B. bei iTunes, Rhapsody gegen Bezahlung anbieten. Die Jury ist von Produkt angetan aber stellt die richtigen Fragen, wie es mit den Rechten bei den Songs aussieht. Einfach gestaltet sich das, wenn man selbst etwas komponiert, aber bei so was wie bei Toto’s "Africa" kann mit "Open Source" auch schnell Schluss sein. Aber meiner Einschätzung alles lösbar, wenn der Dienst Fahrt aufnimmt, was ich mir nach dem Demo sehr gut vorstellen kann.

 

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14. May 2008 | René Seifert

Mainstream-Media (MSM): Cross-over und Entwertung

Die Unterscheidung von "Main Stream Media (MSM)" und der Blogosphäre zeigt zunehmend Auflösungserscheinungen. Stattdessen verweisen beide in meist fruchtbarer Art und Weise aufeinander, auch gibt es eine erkennbare Konvergenz zwischen sehr erfolgreichen Blogs und herkömmlichen Medien. Letztere nehmen mehr und mehr konversationelle Elemente in ihre Darstellungsform auf, umgekehrt ist ein Blog wie Techcrunch in der organisatorischen Ausstattung und strategischen Zielsetzung von einem Medienunternehmen kaum noch zu unterscheiden. 

So ist mein Post letzte Woche hier bei eLAB über das virtuelle Vermögen auch Radio Fritz ins Auge gefallen, die mich für ihr Internet-Format am Samstag Abend interviewt haben, das File gibt’s hier zum Download (Interview ab 42:43) und einen Blog betreibt der Sender auch.

Gabor Steingart, Washington-Korrespondent beim Spiegel, hat einen erstklassige Beobachtung über die Selbstentwertung der US-Medien bei den Vorwahlen zum Präsidentschaftswahlkampf verfasst. Zurecht wurde in den letzten Monaten in den USA mehr über leicht verdauliche Randnotizen publiziert wie z.B. ob Barack Obama eine Fahne am Revers trägt oder John McCain mal eine Geliebte hatte. Die politischen Inhalte über eine Abzug aus dem Irak oder einer Reform des Gesundheitswesens blieben dabei oft auf der Strecke. Mein Eindruck ist auch, dass die deutschen Medien sich der Trivialisierung angeschlossen haben, womöglich haben sie es sich zu leicht gemacht, den in den USA gesetzten Themen einen einfachen Wiederhall zu bieten.

Wenn diese Erlahmung in der Auswahl von Themen, die sich am Wirklichen und Wichtigen orientieren sollten, Schule macht, dann sehe ich zappenduster für Main-Stream-Media. Hinter dem Belächeln der Blogger stand doch gerade das hohe Ross der "gestandenen Journalisten", über die zeitintensive Recherche, handwerkliches Können und einer moralischen hehren Selbstverpflichtung einen erkennbaren qualitativen Unterschied zu bieten. Wenn dieses Fundament zunehmend unterspült wird, dann kann man gleich nur noch die Huffington Post lesen bzw. kucken welche einschlägigen Blog-Posts bei Digg von der Community empfohlen werden.

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24. April 2008 | René Seifert

Web 2.0 Expo: “IGNITE” über Community-Building (Videos)

Ein witziges Format auf der Web 2.0 Expo heißt "IGNITE". In einer freundlichen Abwandlung vom kurzweiligen Aufzugpitch geht es nicht unbedingt darum, ein neues Unternehmen für eine Finanzierung an den Mann zu bringen, sondern die Präsentatoren suchen sich ein Thema von Geeks für Geeks heraus. Allerdings hat es die Formatvorgabe in sich: Genau 5 Minuten lang, 20 Slides Power Point, die sich automatisch genau alle 15 Sekunden weiterblättern. Ich hab einfach mit meiner Casio Exilim EX-V8 draufgehalten.

Das erste Thema stellte in der grungigen DNA-Lounge Christy Canida vor, die bei Instructables das Community-Management leitet. Der Dienst ist nach eigenem Bekunden "The Worlds biggest Show & Tell", eine über Bilder getriebene How-To Plattform, wo es wirklich nichts gibt was es nicht gibt. Aus diesem Erfahrungsschatz lässt sich schöpfen und so hat Christy in ihren 5 Minuten auf der Bühne eine geile Allegorie zusammengestellt. Im Gegensatz zu den sonst üblichen schönmalerischen Ansätzen der Tugenden, hat sie ausgesprochen wie es wirklich ist: Wie lässt sich eine Online-Community auf Basis der 7 Todsünden aufbauen: Hochmut, Neid, Zorn, Geiz, Wollust, Völlerei und Trägheit.

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Anschließend war Vinnie Lauria an der Reihe, der sonst im richtigen Leben bei dem Online-Location Instant Messenger Meetro in Produktmanagement und Business Development macht. Auch da lässt sich viel erzählen, vor allem "How to use your Users". Warum eigentlich nicht, wofür heißen die denn sonst auch so? ;-) Aber es stimmt und schließt sich im Grunde an die genannte Authentizität der Social Media Optimization an: Wenn man es schafft seine Community ehrlich für sich zu gewinnen, dann gibt es eine ganze Reihe von Aufgaben, um die man sich selbst nicht mehr selbst kümmern muss. Stattdessen moderiert man nun den Prozess. Film ab.

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21. October 2007 | René Seifert

Web 2.0 Summit: Top-Level Betrachtung von Morgan Stanley

"The knowledge is there, but it’s not yet equally distributed", kommt von Web 2.0 Summit Veranstalter Tim O’Reilly. So weit wir mit diesem Blog noch behilflich sein können das zu ändern, tun wir das auch gerne. Der Web 2.0 Summit ist vorbei, ich fand’s super-inspirierend drei Tage lang neuen Trends zu lauschen und neue Dienste anzuschauen bzw. mich mit smarten Leuten auf der Konferenz dazu auszutauschen. Kritische Stimmen hört man auch, so wie von Tech-Guru Om Malilk, der gestern bei einem Treffen im Starbucks mit die Augenbraue nach oben zog und fragte: "War dieses Jahr wirklich etwas Neues dabei?"

Eines der eingeführten Formate auf dem Event ist das verbale Maschinengewehrfeuer von Tech-Analystin Mary Meeker von der Investment-Bank Morgan Stanley: In – kein Scheiß – 12 Minuten prügelt sie 49 Slides ihrer Präsentation durch und man versteht im großen und ganzen auch, was sie einem da vermitteln will. Erfreulicherweise kann man sich die Präsentation noch mal herunterladen und z.B. an einem gemütlichen Sonntag Abend in Deutschland intellektuell einverleiben. Zum Download geht’s hier. Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Die wichtigsten Internet-Trends laut Morgan Stanley:

- Man schaut man in den USA, was sowohl Entwicklungen als auch Investitionsmöglichkeiten der VCs betrifft, sehr wohl über den eigenen nationalen Tellerrand hinaus: Das Internet wächst nach wie vor stark, am schnellesten aber außerhalb der USA und gewisse Formen der Nutzung liegen anderen Ländern vorne, wie diese Weltkarte zeigt.

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- Die Penetration von Breitband nimmt zu, nach wie vor mit genügend Potenzial nach oben. Immer wieder wurde hier die pathologisch miserable Situation in den USA angesprochen, in Punkto breitbandiger Verbindungen im Vergleich zu z.B. Südkorea und Japan kläglich hinterherzuhinken.

- Suche entwickelt sich immer stärker als das entscheidende Instrument Online-Inhalte zu erreichen. 36 % des Traffics kommt mittlerweile so durch Google & Co. zu Stande, präziser ausgedrückt eigentlich Google ohne "Co." wenn man sich nämlich den ernuten Zuwachs von Google’s Marktanteil anschaut. 29 % des Traffics auf den Seiten ist nur noch organisch, wo man also in der einen oder anderen Form die URL direkt ansteuert.

- Wir befinden und Mitten im Übergang von Offline zu Online-Inhaltenutzung, mit noch einem Riesenmarkt vor uns samt Formen der Transformation, die noch erfunden werden müssen.

- Die Schlacht zwischen den großen Spielern im Markt ist voll im Gange, z.B. bei Werbung zwischen Google vs. Yahoo! vs. Microsoft bzw. TKP-Modelle vs. kontextuelle vs. verhaltensbezogene Modell. Oder bei Commerce zwischen Amazon vs. eBay vs. WalMart vs. neuen Marktteilnehmern. Bei Social Networks Facebook vs. MySpace vs. Yahoo! vs. Google/Orkut usw.

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- Man kann den Begriff "Web 2.0" kritisieren wie viel man mag und Vieles was derzeit so gelauncht wird (zurecht) als aussichtslos halten. Aber nur mal im Rückblick von zwei Jahren muss man anerkennen, dass sich alleine in den Top 10 genutzten Diensten das Kräfteverhältnis genau zu jenen verschoben hat, die diese "Web 2.0" Konzepte geprägt haben.

- "Software as a Service" ist weiter auf dem Vormarsch und die Anwendungsfälle verbretern sich zunehmend. Von Kundengewinnungstools wie Google AdWords/AdSense, Bezahldiensten wie Paypal, CRM-Systeme wie Salesforce, Informationsmanagement wie Wikipedia, Human Resources Tools wie Taleo oder Kanexa oder Web Analytics à la Alexa oder Omniture.

- Neue internetfähige Hardwaredevices fassen im Markt zunehmend Fuß: Nintendo Wii, Microsoft Xbox live, Apple iPhone, 3 Skype Phone oder Amazon Kindle.

Alles weitere und vor allem in voller Länge in der erstklassigen Präsentation hier. Noch einen schönen Sonntag bzw. guten Start in die neue Woche :-)

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30. May 2007 | René Seifert

Microsoft “Surface”: The World at your Fingertips

Anglizismen vemeide ich normalerweise wo es geht, aber heute ist mir für den Titel nichts besseres eingefallen. Vor allem, weil es mit "World at your Fingertips" halt auch so wahr ist. Wer den Film "Minority Report" gesehen hat, erinnert sich sicherlich noch gut wie Tom Cruise in der "Pre-Crime"-Abteilung Bilder und Videos auf einer Oberfläche hin- und herzieht, nach Belieben vergrößert, verkleinert oder versenkt. Sah irgendwie nach Science Fiction aus, aber genau das ist dieser Tage Wirklichkeit geworden.

Microsoft hat seit 2001still und heimlich an einem Projekt mit Tarnname "Milan" vor sich hinentwickelt, was zurecht das Attribut "change the world" verdient: Surface. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis uns das Moor’sche Gesetz aus der Geiselhaft von Tastatur und Maus befreit und stattdessen eine haptische und wesentlich intuitivere Form der Bedienung von Computern ermöglicht.
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Microsoft hat mit diesem Produkt in Kafeetischformat für die erste großflächige Umsetzung gesorgt. (In kleinerem Format hat Apple Chef Steve Jobs bereits bei der letzten Produktvorstellung gezeigt, wie das iPhone mit haptischen Funktionalitäten ausgestattet sein wird.)

Aber "Surface" geht noch ein ordentliches Stück darüber hinaus. Die Oberfläche kann mehrere gleichzeitige Berührungen erkennen und dabei auch verschiedene parallele Nutzer (=Pfoten) auseinander halten. Eine sehr schöne Beschreibung des Produkts findet man hier auf Popularmechanics. Innovativ ist vor allem, dass das Gerät für verschiedene Protokolle wie WiFi, Bluetooth oder RFID-Tags vollkommen vernetzt ist und wohl endlich das nervige Problem löst, Daten von und zu verschiedenen Peripheriegeräten per unförmiger Stecker, hässlicher Kabel und verschiedener inkompatibler Protokolle zur übertragen – oder auch nicht. Bei Surface legt man z.B. eine Kamera einfach auf den Tisch und die Bilder breiten sich wie von Geisterhand vor einem virtuell aus, wo man sie durch "touch & go" nach Wunsch weiterbearbeiten kann. Als umgekehrten Anwendungsfall kann man sich ein Geschäft für Mobiltelefone vorstellen, wo man sich als Käufer an dem Tisch die ideale Konfiguration zusammen stellt. Am Ende wird das Gerät kurz auf den Tisch gelegt, "aufgeladen" ohne es dabei auspacken zu müssen.

Weil das Gerät zu seinem geplanten Verkaufsstart noch dieses Jahr zwischen 5.000 und 10.000 Dollar kosten wird, sind aus meiner Sicht eher die unternehmerischen Anwendungen interessant. Wie kann man das Gerät nutzen, um bestehende Angebote besser erlebbar zu machen oder sich gar ganz neue einfallen zu lassen? Eine große Hotelkette und ein Casino-Bertreiber aus Las Vegas sind als Partner bereits ins Boot gesprungen und man kann sich in etwa vorstellen, was als Angebot dabei herauskommt. Aller Worte sind in dieser Fall nur graue Theorie, hier ist ein dreieinhalb-minütiges Filmchen, welches sehr eindrucksvoll zeigt, was uns demnächst bei der Interaktion von Mensch und Maschine bis hin zur "Blended Reality" erwarten wird.

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29. May 2007 | René Seifert

Spielarten von Bewegtbild

Es konvergiert derzeit im Bewegtbild ganz gewaltig, so dass sie Grenzen zwischen herkömmlichem Fernsehen und Online-Video zunehmend verschwimmen. Mit das Beste, was ich dazu in so dichter Form gelesen habe, kommt von FON-Gründern Martin Varsavsky in seinem jüngsten Posting. Lohnt sich zu lesen. Die Bruchlinien verlaufen demnach nicht nur entlang Fernsehen und Video, sondern es tun sich folgende Dimensionen auf:

  • Inhaltlich breit (YouTube) vs. eng positioniert (5 min)
  • Reine Speicher-Infrastruktur (Rapidshare) vs. Video generisch (SevenLoad) vs. als eigener Channel anpassbar (vpod.tv)
  • Zentrale Architektur vs. Peer to Peer (BitTorrent Client von Azureus) bzw. hybrid (Joost)
  • Europäisch (a bisserl nackte Haut geht schon) vs. amerikanisch (alles keusch und rein)
  • Schönes Kontinuum: User Generated Content unsonst (YouTube) vs. User Generated Content mit Umsatzbeteiligung für den Produzenten (Revver) vs. lizensierter Studio-Content (JumpTV) vs. illegal (nun ja, ein Großteil des weltweiten Internet-Traffics gehen darauf zurück)
  • Zeitlich asynchron (YouTube) vs. Live (UStream)

Die oberen Zuordnungen sind nicht 1:1, d.h. die aufgeführten Kriterien können auf mehrere der genannten Beispiele zutreffen.

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Kategorie: Rich Media
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