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Archiv der Kategorie 'Start-Up Radar'

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11. September 2008 | René Seifert

Techcrunch50: Closet Coutoure zieht Frauen an

Sachen gibt’s, der Wahnsinn. Gerade hat Closet Couture in der Kategorie "Vertical Social Networks" präsentiert. Problem: Frauen brauchen im Schnitt 90 Minuten, um sich fürs Ausgehen bereit zu machen, davon gehen 26 Minuten auf den Klassiker drauf, wenn die Dame vor dem prall gefüllten Kleiderschrank steht und heult: "Ich hab’ nichts zum Anziehen".

Mit dem Dienst kann frau ihre Kleidung wie in einem Inventar-Management speichern, indem Klamotten fotografiert werden um dann in einer grafisch attraktiven Form (ohne ätzenden Hintergrund) als Rock, Bluse, Schuhe etc. im Profil abgelegt werden. Frau kann dann eine virtuelle Puppe probe-anziehen, aber vor allen Dingen ihren Kleiderschrank ihrem Netzwerk zur Verfügung stellen, aus dem Empfehlungen für das Outfit kommen. Vor allen Dingen, und da wird auch ein Geschäftsmodell erkennbar, kann man sich online ab US-$ 25 mit einem "Personal Stylist" verbinden, der den Job professionell erledigt. Viele, viele Features, fast ein bisschen zu viele, so zum Beispiel die Funktion dass man auf einer Kalender-Funktion genau weiß, wann man wann getragen hat, um die größte aller Peinlichkeiten für die Nutzerin zu vermeiden, mit der gleichen Klamotte zwei mal aufzulaufen.

Was auch auch unter dem Aspekt Geschäftsmodell Sinn macht und inhaltlich nahe liegt, sind Partnerschaften mit Geschäften, die im gleichen Format ihre Produkte einstellen, die man auf der virtuellen Puppe ausprobieren kann und bei Gefallen gleich von dort bestellen.

Ja, also: Sachen gibt’s. In Sachen Style bin ich ja der allerletzte den man fragen sollte. Ich hadere aber gerade mit mir, ob das wirklich ein Problem ist welches man lösen kann oder besser gesagt: ob frau das überhaupt mit rationalen Strukturinstrumenten lösen will, oder ob das Gejammer von "Ich habe nichts zum Anziehen" nicht Teil eines eingespielten und wichtigen Rituals zur partnerschaftlichen Beziehungspflege ist :-)

 

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10. September 2008 | René Seifert

Techcrunch50 Tag 3: Coole Start-Ups bei “Games”

Und weiter geht’s mit den nächsten Runde zu "Games", nachdem man beim gut besetzten deutschen Stammtisch im Bratwurst- und Bierphantasien gesellig ausgetauscht hat. So stellt man auf der Konferenz sicher stellt, dass man in ein paar Tagen Ami-Land seine Muttersprache nicht verlernt :-)

Den Start machen Grockit mit Slogan "think.learn.be.", die sich " Massively Multiplayer Online Learning" bezeichnen. Die Idee ist, dass man sich in der z.B. Vorbereitung auf einen Multiple Choice-Test zeitgleich zusammen schließt und dabei ungefähr so was wie "Wer wird Millionär" spielt, wenn man nicht mehr weiter weiß und dann andere Teilnehmer in der Community auf den Plan treten, um mit ihren Tipps die Auswahl von 4 auf 2 zu reduzieren. Das spielerische Element soll die Streberei erträglicher machen. So richtig reißt dieser Dienst kleinen vom Hocker weil die virale Ausbreitung von "Hey, lass uns mal zusammen Moped-Führerschein-Theorie büffeln" nicht so super-sexy klingt.

Atmosphir ist in jedem Fall eines von den geileren Start-Ups auf Techcrunch50 und läst sich am ehesten mit "Lego für Computer Spiele" beschreiben: Nicht für Studios wie Electronic Arts, sondern für Menschen wie Du und ich, die mit einem intuitiven grafischen Benutzerobefläche ein Spiel im Editor zusammen bauen, verschiedene Levels, beliebige Landschaften, Formen, Spielern, Anzahl an "Leben" und Regeln. Während man baut, kann man zum Testen immer wieder in den Spiel-Modus wechseln. Was am Ende dabei heraus kommt, ist dafür dass es von "Laien" stammt wirklich beindruckend.

Der Rest ist durchexerziert und absehbar beim "Deployment": Der soziale Kontext, in dem man das Spiel gemeinsam entwickelt und freilich zusammen oder gegeneinander spielt. Joi Ito in der Jury stellt die kluge Frage, ob man bei so einer Plattform, bei der man "alles" machen kann am Ende "nix" dabei rauskommt, wenn man nicht mit engeren Formaten an den Start geht, die die Kreativität in Gang setzen. Aber am besten mal selbst die Präsentation on demand nachkucken.

Fette Grafik zum Gameplay von Playce, bei der die Innovation darin besteht, dass man per Streaming im Browser eine Spielqualität geboten kriegt, die man sonst nur von der Konsole (sagen wir vor 3 Jahren) kennt – und da steckt bekanntlich eine DVD mit Daten satt. Schon beeindruckend, weil auch daduch die Welt zunehmend zum einheitlichen URL-Standard zusammen schrumpft. Mit verschiedenen Spiele im Angebot will man sich im Gegensatz zu den Vorgängern als Destination-Site aufstellen. Joi Ito bringt legt zurecht den Finger in die Wunde, weil man als Destination erst dann wirklich erfolgreich wird, wenn man ein bis zwei Blockbuster auf der Rille hat. Und dazu reicht eine smarte Streaming-Technologie alleine nicht aus. Geschäftsmodell zielt auf im Spiel eingebettete Werbung und virtuelle Güter.

Pause. Benninghoff besorgt Getränke. Anschließend stehen noch "Vertical Social Networking" und "Research & Recommendation" auf dem Programm. "Wir werden weiter berichten" :-)

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10. September 2008 | René Seifert

Techcrunch50 Tag 3: Rich Media begeistert die Halle

Tag 3 beginnt mit Rich Media, wo Videosurf von isrealischen Gründern schon mal gut in die Vorlage geht. Es handelt sich um eine Meta-Suche über veschiedene Video-Seiten wie YouTube, die über eine Technologie Menschen, Objekte und Szenen/Situation erkennen kann. Sucht man z.B. nach Brad Pitt, bekommt man Ergebnisse die genau an die jeweilige Stelle des Videos springen, wo der Angelina-Gatte zu sehen ist. Darüber hinaus kann man über eine visuell gesteuerte Navigation Inhalte erreichen bzw. sich für neue Entdeckungen inspirieren lassen. In der DSDS-artigen Jury stellt Bradley Horowitz von Google die Frage, ob man nicht versucht ohne Not eine Problem technologisch zu lösen, welches sich durch einen sozialen Kontext wie Tags besser lösen lässt.

Nun ja, mit Verlaub, genau das aber, nämlich Suche mittels Hochtechnologie, ist das was Horowitz’ Arbeitgeber mit nicht so schlechtem Erfolg seit 10 Jahren macht – wie auch gerade Michael Arrington bemerkt. Wenn Videosurf wiklich das hält, was es verspricht, löst es ein fettes Problem von der Undurchdringlichkeit von Video-Inhalten.

GazoPa kommt als nächstes, mit zwei Herren aus Japan auf der Bühne. Der Dienst nimmt für sich in Anspruch, eine Bildersuche für Ähnlichkeiten anzubieten. Im Beispiel geht es um Handtaschen. Und siehe da: Es kommen Bilder von Handtaschen, so weit nichts Neues. Aber man kann anschließend über Parameter defineren, dass man Handtaschen in der gleichen Form, aber in unterschiedlichen Farben sehen will. Und in der Tat: Plötzlich sieht man nur noch Handtaschen (länglich mit hohem Henkel) in rot, braun, grün und schwarz. Ein bisschen Gesichtserkennung ist auch dabei, wenn es um Personen geht. Spannend ist das Feature, dass man freihändig die Silhoutte von z.B. einem T-Shirt in einen Editor malen kann und als nächstes bekommt man als Treffer eben T-Shirts. Die Funktion lässt sich auch auf Videos übertragen.

Was soll man davon halten? Mein Nerd-Herz ist davon begeistert, aber ich bin mir nicht sicher, ob das für eine Company oder ein Business reicht und ob man damit eine eigene Webseite erfolgreiche oder gar profitabel betreiben kann. So eine Funktion wäre ein fantastisches Feature für Flickr oder Picasa, aber als Stand-Alone Produkt gibt das zu wenig her.

Illustere internationale Runde heute, nach den Jungs von GazoPa aus Japan ist nun ein französischer Monsieur mit charmantem Akzent auf der Bühne und stellt seine Start-Up Fotonauts vor. Es handelt sich um einen Album-Aggregator, mit dem man seinen eigenen Bilder aus verschiedenen Quellen wie seinem Flickr- oder Picasa-Account zusammenziehen kann und dabei auch auf die bestehenden Meta-Daten wie Titel oder Tags zugreift. Smart ist, dass man sein Album auch um eine Suche von Bildern Dritter erweitern kann, die das Bild mit einer Create Commons Lizenz versehen haben. Ein sozialer Kontext ist auch dabei, in dem man Bilder von seinen Kontakten nahe gebracht bekommt bzw. diesen seine eigenen Kontakte empfehlen kann. Beim Play-Out kann man einen Feed per RSS, in sein Facebook-Account oder ein eingebettetes Album in den Blog pflanzen. Gutes Feedback von der Jury.

Bojam kommt auf die Bühne und bringt einen bloden, hageren und langhaarigen Gitarren-Rocker auf die Bühne. Und was die vorführen hat echte Gänsehaut-Qualität und ganz einfach erklärt: Ein weltweit verteiltes Musikstudio oder "Open Source Wikipedia for Music Creation". Ein Tool, welches im Browser Aufnahme von Songs zulässt, jeder mit seinen Instrument mit einer Tonspur, zeitlich beliebig versetzt, wo jeder seinen Take einspielt. Alles das lässt sich kollaborativ perfekt zusammenmixen. Bojam geht noch einen Schritt weiter, wie der Rocker gerade vormacht. Er verfolgt die bereits aufgenommenen Gitarrengriffe von "Africa" (Toto) per Video und "Noten", die im Browser wie beim Karaoke vorbei-scrollen und kann parallel dazu üben. Hammer.

Anschließend, nachdem er sich fit fühlt, spielt der Musikant seine Session ein. Als Business Modell will man diese Aufnahme z.B. bei iTunes, Rhapsody gegen Bezahlung anbieten. Die Jury ist von Produkt angetan aber stellt die richtigen Fragen, wie es mit den Rechten bei den Songs aussieht. Einfach gestaltet sich das, wenn man selbst etwas komponiert, aber bei so was wie bei Toto’s "Africa" kann mit "Open Source" auch schnell Schluss sein. Aber meiner Einschätzung alles lösbar, wenn der Dienst Fahrt aufnimmt, was ich mir nach dem Demo sehr gut vorstellen kann.

 

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10. September 2008 | René Seifert

Techcrunch50: Swype mit Potenzial zur Tipp-Revolution

Mit "Dicke Hose"-Sprüchen halte ich mich zurück so weit es geht, aber diese Technologie ist der Hammer, der allen 2000 Teilnehmern auf der Techcrunch 50 den Atem stocken ließ. Denken wir noch mal knapp 10 Jahre zurück, als SMS in die Gänge kam. Da musste man auf einer frickligen Tastatur Buchstabe für Buchstabe eingeben – bis T9 erfunden wurde. Woaßt scho, da wo man nach ein paar Buchstaben das beabsichtigte Wort vorgeschlagen wird …

Erfunden hat die Technologie Cliff Kushler, der mit seiner neuen Company Swype die Latte noch mal ein schönes Stück höher legt und souverän überspringt. Swype macht das Tippen nämlich gänzlich überflüssig, was sich in Zeiten von Touchscreens à la iPhone mit einfacher und schnellerer Eingabe bezahlt macht. Was man tut ist ganz einfach: Mit dem Finger oder dem Griffel fährt man nur die Buchstaben auf der Tastatur nacheinander pro Wort ohne Absetzen ab und der Algorithmus erkennt das Wort mit hoher Trefferquote. Weitere Anwendungen, die in der Luft liegen, gehen in die Richtung mittels Gesten auf der Spielkonsole Wii Buchstaben abzufahren um damit zu schreiben.

Das Ding ist richtig groß, die ganze Jury (siehe Post über Mobile oben) hat es nicht mehr auf den Stühlen gehalten und alle wollten das Ding live ausprobieren und es hat funktioniert. Aber machmal reichen Worte nicht aus, um die Dinge zu beschreiben, daher kann ich nur wärmens empfehlen sich das Video der Präsentation hier anzuschauen.

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10. September 2008 | René Seifert

Live von der Techcrunch50: Mobile nach dem Mittagessen

Die erste Runde von heute Vormittag ist geschlagen, die ich später noch nachtragen werde (meinem Akku ging der Saft aus). Jetzt geht’’s um 14.20 Uhr weiter mit dem Themencluster "Mobile". Geile Jury mit Craig Newman (Craigslist), Tim O’Reilly (O’Reilly Media), Josh Kapelmann und Even Williams (Twitter).

Mytopia sind mit der Mission angetraten "Make the world play together". Der Dienst nimmt sich das Problem zur Brust, dass es in der mobilen Welt noch eine Vielzahl von Plattformen gibt (Microsoft Mobile, Symbian, J2ME etc.), die jedem Entwickler die Haare zu Berg stehen lassen, weil sie den Entwicklungsaufwand ohne Not und Nutzen verfielfachen. Witzig: Zur Demo hat der Gründer 5 verschiedene Smartphones unter den Präsentationsbeamer gelegt und da gab’s auch die Panne zum Vorführeffekt. Was Mytopia jetzt launcht, ist ein Entwicklungsframework "RUGS" für Spiele, so dass man als Entwickler nur ein mal entwickeln muss und die Multi-Plattform Anpassung von selbst funktioniert. Die Jury nimmt sich den jungen Mann Guy Ben-Artzi gut zur Brust, will wissen wie er damit Geld verdienen will oder ob er sich als Tool- oder Content-Company verrsteht. Da bleiben die Antworten – wie durchaus auf der ganzen Techcrunch 50 – eher dünn bis schweigsam.

Ring frei für tonchidot, ziemlich abgefahrene Applikation, die mich ein bisschen an ein Head-Up Display im Cockpit von Kampfflugzeigen erinnert. Der Pilot schaut nach vorne durchs Fenster und auf die Scheibe werden ihm die wichtigsten Flugdaten projeziert. In diesem Fall ist das Cockpit das iPhone, durch das man mittels Video-Funktion live in z.B. eine Fußgängerzone glotzt, und dank GPS und der Applikation von Tochidot bekommt man bunte Widgets Tags auf z.B, auf die sichtbaren Häuser gesetzt, die einem zeigen um welches z.B. Restaurant es sich handelt und wie die Speisekarte aussieht. Man geht in einen Laden, dann bekommt durch das gleiche Verfahren Preisvergleiche zu den Produkten vor einem. Während ich hier live schreibe, kommen zunehmend Zweifel auf, ob die japanischen Gründer mit einem völlig überdrehten Auftreten und wenig Substanz beim Nachfragen nicht um eine Hape Kerkeling-mäßige Verarsche  handelt, bei der es Mike Arrington und die Jury reingefallen sind. Abgefahrene Nummer, gute Show, haben uns hier alle weggeschmissen.

fitbit will das Problem lösen, dass die Amerikaner immer fettter werden, 60 Prozent sind entweder übergewichtig oder fettleibig. Das Produkt ist ein unauffälliger schwarzer Clip, der in der Lage ist das eigene Bewegungsprofil zu messen und drahtlos und automatisch ins Internet zu übertragen. Dort loggt man sich auf seiner Profilseite ein, die einem alle "Telemetriedaten" wie Kalorienverbrauch oder Schlafmuster anzeigt. Zusätzlich gibt man dann noch ein, was man so an Essen und Trinken zu sich genommen hat. Der Dienst erlaubt es dann, dass man sich Ziele setzt und sowohl Kalorienaufnahme als auch -verbrauch im Griff behält. Das echt Coole daran ist die Verbindung aus Hardware und Software, der schon ziemlich in Richtung "Ambient Computing" geht und mit einem Kaufpreis von $99 dabei die Tür zu einem nachvollziehbaren Businessmodell aufmacht. Alles in allem ist der Dienst einer der Innovativsten, die bisher auf der ganzen Techcrunch50 präsentiert haben.

 

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9. September 2008 | René Seifert

Techncrunch50: Neue Dienste nach Tag 1

Bevor es gleich mit der Session für den Tag 2 weiter geht, an dieser Stelle noch ein paar erwähnenswerte Start-Ups vom gestrigenn Auftakt. Shryk ist eine Dienst, der Teenagern erlaubt spielerisch ein Gefühl für Geld zu vermitteln, was es heißt duch Autowaschen das Taschengeld aufzubessern, sich Klamotten zu kaufen und gleichzeitig etwas zum Sparen beiseite zu legen. Blahgirls wurde Demi Moore-Gatten und Gründer Ashton Kutcher präsentiert, ein schrilles, interaktives Videoformat für Teenage-Mädel welches stilistische Erinnerungen an South Park weckt.

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DotSpots hat den Anspruch einen plattformübergreifenden Standard dafür zu setzen, dass man auf inhaltebasierten Seiten wie bei Fußnoten Anmerkungen und Kommentare hinzufügen kann, die sich sogar bei Agenturmeldungen auf alle Plattformen erstrecken, die die gleiche Meldung bringen. FairSoftware war einer meiner Favoriten, weil er durch ein cooles Produkt die Grenzen zwischen einem Unternehmen mit Gesellschaftern und einem Projekt mit Freelancern verschwimmen lässt. Man setzt ein Projekt auf, benennt Projektteilnehmer und gibt ihnen virtuelle Aktien, definiert Einbehaltungsquoten für Gewinne, mögliche Verwässerungen und vor allen Dingen schließt man untereinander einen bindenden Vertrag. Die eingehenden Einnahmen werden dann wie in einer Gesellschaft nach dem Aktienschlüssel verteilt und ausgeschüttet. Wenn das Projekt so gut läuft, dass man nun noch doch lieber aus einer "richtigen Firma" heraus operiert, dann bietet einem FairSoftware bereits die richtige Grundlage für den Übergang dafür.

Yammer ist so eine Idee, bei dem man sich ans Hirn haut und sagt "ja, klar, warum bin ich da nicht selbst draufgekommen". Yammer ist Twitter fürs Unternehmen. Das heißt man hat eine Vielzahl von sinnvollen Einstellungen, damit man in der Firma unter sich ist. Aus der Sektion "Advertising & Commerce" hat sich AdGregate Markets hervorgetan, weil es das Problem löst, dass man für eine transaktionsbezogene Werbung auf einer Publisher-Seite immer erst von der Seite weggeführt wird. AdGregate erlaubt es eine Produkt aus dem Werbebanner heraus zu bestellen und dort die gesamte E-.Commerce Bestellung abzuschließen.

OtherInbox schließlich was noch so ein anderer Publikumsliebling, der dem Nutzer erlaubt on the fly beliebig viele E-Mail Adressen wie z.B. amazon@rene.otherinbox.com oder beateuhse@rene.otherinbox.com usw. für alle Dienste zu erzeugen, mit denen man so zu tun hat und die einem zusammen genommen pro Tag 30 bis 100 Mails pro Tag verschicken, aber die man eben wegen lästiger E-Mail Flut nicht in der Hauptinbox haben will. Am Ende kann man sich pro E-Mail Adresse clusterweise einen Überblick über die eingegangenen Mails verschaffen und sich sogar eine Zusammenfassungsmail an die Hauptmail schicken lassen.

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Spannender Tag war’s gestern, was uns noch zusammenfassend auffiel ist dass das Zeitalter von Communities vorbei zu sein scheint. Es war kein einziges Start-Up dabei, welches versucht von Null kritische Masse aufzubauen, vielmehr versucht man Dienste à la Hangout (haben auch gestern präsentiert) auf den bestehenden Massen-Netzwerken wie Facebook oder MySpace aufzusetzen.

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9. September 2008 | René Seifert

Tag 1 Techcrunch50: Man muss schon was zeigen

Der erste Tag Techcrunch 50 ist vorbei, Arnd und mir brummt ordentlich der Schädel nach so einer geballten Dosis von heute 16 Start-Up Präsentationen, Panel-Diskussionen und jeder Menge guter Gespräche mit anderen Teilnehmern. So weit hat sich die Fernreise allemal gelohnt.

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Nachdem wir heute morgen überraschenderweise die Konferenz in Hab-Acht Stellung zur amerikanischen Nationalhymne begonnen hatten, ging’s dann auch los mit den Start-Ups, die je 8 Minuten präsentieren durften. Anschließend gab’s immer noch eine kleine Grillung durch eine erfahrene Jury mit z.B. Marissa Meyer (Produktchefin von Google), Yossi Vardi (legendärer Investor aus Israel), Netscape- und Ning-Gründer Marc Andreessen oder Salesforce-Gründer Marc Benioff.

Weltwunder wurden erwartungsgemäß nicht gezeigt, das meiste ist eher inkrementelle Innovation, aber was auffiel ist, dass die Qualität der Produkte schon verdammt ausgereift gewesen ist. Dabei muss man bedenken, dass die Auflage für die Präsentation auf der Techcrunch50 unmissverständlich war: Vorher nur Entwicklung und Stealth-Mode, man durfte nicht mal verraten dass man von den über 1000 Bewerbern ausgewählt wurde. Erst auf der Konferrenz wurde der Schleier feierlich gelüftet.

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Einige Start-Ups haben einen fetten Aufwand getrieben, um im Frontend eine ansprechende "User Experience" zu bieten, andere wiederum bestachen durch eine bemerkenswerte technologische IP (=Intellectual Property). Alles in allem musste man schon etwas zeigen, um vor diesem Publikum und dieser Jury bestehen zu können. Die Zeiten, wo man einer fehlerhafte und lausig aussehende Beta-Version mal in der Markt schmeißt und dann hofft und verbessert scheinen mir entgültig vorbei zu sein.

Allerdings konnten viele Start-Ups nicht mit einem klar erkennbaren Geschäftsmodell überzeugen, die Auffassung "Build first and they will come" ist durch aus noch verbreitet, aber selbst die anwesenden VCs und Business Angels haben sich nicht grundsätzlich dagegen gesperrt, wenn das "Problem, welches man löst dabei nur groß genug" ist.

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13. April 2008 | René Seifert

WiWo-Gründerwettbewerb: Alles, was man zur Inkubation braucht

Gerne ein Hinweis an dieser Stelle auf den WiWo-Blog und Sebastian Matthes über den neuesten Gründerwettbewerb der WirtschaftsWoche (WiWo). Aufgerufen sind Gründerteams (mindestens 2 Leute), einen Businessplan samt Executive Summary einzureichen. Um das (künftige) Geschehen so plastisch wie möglich schildern zu können, wird auch ein "Probetagebuch" über die Gründungsphase erbeten. Weitere Voraussetzung: Es soll aus dem Businessplan absehbar sein, dass durch das Geschäft binnen zwei Jahren 20 Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Was mir an dem Wettbewerb gefällt, ist die Tatsache dass man nicht eine Finanzierung mit Cash-Überweisung garantiert bekommt und gut isses, sondern die Dienstleistung zu all den nötigen Hebeln, um ein Start-Up ins Rollen zu bringen. Dafür sorgen eine ganze Reihe kompetenter und renommierter Profis wie eine ´Werbeagentur, Personalberatung, Wirtschaftskanzlei und die Wirtschaftswoche selbst. Teilnahme an einer "Accelerator-Programm" kommt von der weitweit aufgestellten Entrepreneurs’ Organization und für das Finanzielle erhält man Zugang zu einem breit aufgestellten Business Angel-Network. Also alles, was man so zur erfolgreichen Inkubation braucht und mit dem wir uns bei eLAB seit zwei Jahren auch ständig herumschlagen …

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3. April 2008 | René Seifert

Twingly: Neue Blog-Suche (ohne Spam)

Twingly habe ich mir heute mal rausgegriffen, weil der Dienst aus Schweden einerseits nett gemacht ist und andererseits aus Innovationssicht ganz gut zeigt, dass man absolut nicht Ideenpionier sein muss, um sich mit einem neuen Dienst auf den Markt zu trauen.  Der Dienst ist noch in der Private Beta, hier ein Screenshot mit der Beispielsuche für "Holtzbrinck eLab".

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Twingly ist eine Suchmaschine rein für Blogs, die für sich in Anspruch nimmt "spam free" zu sein. Dies wird über eine handverlesene Vorauswahl angesehener Blogs erzielt, von denen man ausgeht, dass sie nicht auf Schrott linken. So versucht man den Index über eine kontinuierliche "Whitelist" sauber zu halten, als ihn – wie sonst oft üblich – über eine Blacklist wieder zu putzen.

Außerdem lassen sich die Treffer nach Zeit wie üblich bei Blogs sortieren, alternativ über eingehende Backlinks oder auch über den so genannten "Twingly Rank", der sich aus verschiedenen Parametern zusammensetzt, vor allem aber eine Feedback-Schleife der Nutzer à la Digg durch Votings einbezieht. So weit so gut, habe soeben auch unseren eLAB-Blog gerade "gepingt", damit er künftig nach jedem neuen Post von Twingly indiziert wird. Alles in allem macht die Suchmaschine einen sympathischen Eindruck, zu dem man gerne wiederkommt.

Was ich aber für besonders erwähnenswert finde ist der Mut und der klare Fokus, mit dem das Unternehmen einen ziemlich eng besetzten Markt betritt. Es gibt auf der einen Seite die reinrassige Blog-Suche bei Google, die vielleicht auch nicht viele kennen. Dann gibt’s freilich den alten Platzhirschen bei den Blogsuche, der vor gar nicht allzulanger Zeit auch noch ein agiles und schnell wachsendes Kitz durch den virtuellen Wald getrabt ist: Technorati.

technorati_holtzbrinck-elab

Aber man muss das Kitz von ehedem nur mal anschauen und spontan fällt einem auf, dass es Fett angesetzt hat und jetzt eben den behäbigen Hirschen gibt. Ziemlich überladen sieht die Seite aus. Vergleicht man vor allem die Einstiegsseiten, so sieht Technorati eher aus wie ein multimedialer Content-Aggregator, während Twingly mit einer Suchbox und sonst nichts auskommt.

Die Nische, die Twingly dabei ausgemacht hat, kommt sicher auch von der Beobachtung dass Technorati laut Alexa seit Anfang 2007 bei der Bewegung durch Raum und Zeit nur den Sinkflug erlebt hat. Und so gibt es im Sinne der "Blue Ocean Strategy" mit der alten Philosophie "weniger ist mehr" eine realistische Chance einen Platz neu zu besetzen, der von einem früher sehr erfolgreichen Player aufgegeben worden ist. Mit einem guten Produkt und einer fokussierten Umsetzung kann es somit allemal gut gehen, das Feld von hinten aufzurollen. Twingly hätte den Erfolg verdient.

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10. November 2007 | René Seifert

Dopplr: Distribution in bestehende Netzwerke

Ein kleiner, aber feiner Dienst ist Dopplr. Dopplr löst ein so enges Problem, dass eigentlich schon an der Grenze zur beliebten Frage steht: "Ist das ein eigener Service oder "nur" ein Feature?" Aber es reicht zu einem eigenem Dienst, vor allem weil man das enge Problem sehr tief greifend gelöst hat. Wenn man sich einmal etwas näher mit der Plattform beschäftigt hat, dann stellt man fest, dass die Realisierung in den jetzigen Zustand richtig aufwändig gewesen sein muss.

Worum geht’s?
Bei Dopplr gibt man seine geplanten Reisen bzw. Standorte in der Zukunft ein, legt fest mit wem man diese Daten teilen möchte und das System teilt einem mit, ob sich jemand aus dem eigenen Netzwerk zur gleichen Zeit am gleichen Ort befindet. Ganz einfach. Dazu gibt es noch ein zusätzliches Beschreibungsfeld, wo man zu den Strukturdaten "24.11.2007, Mumbai (Indien)" in Freitext hinzufügenkann z.B. "Café Leopold in Colaba". Das erhöht die Chancen der Begegnung ungemein. Das System überzeugt durch eine Vielzahl von unterstützenden Features wie Auto-Complete bei der Orteingabe (zum Zweck der Eindeutigkeit), einem sauberen Kalender in Java-Script, Widgets für z.B. Facebook und einem ansprechenden Design. Hier als Beispiel meine aktuelle Übersichtsseite in Listenform:

dopplr

Distribution
Das Management versteht es ebenso, die Distribution schlau anzugehen und neben der üblichen viralen Verbreitung "Mitglied lädt seine Kontakte" ein, auf bestehende "Netzwerke" im weitesten Sinne zuzugreifen. So bekam ich als Dopplr-Mitlied dieser Tage eine Mail mit dem Titel "The Dopplr 100 and The Dopplr 100 Business Schools"

A few weeks ago we announced a list of 100 global companies and organisations whose members are all invited to join Dopplr. Many of them have really welcomed our invitation — especially enterprises like Nokia, IBM, Sun, Google, Cisco, Yahoo, Microsoft and the BBC who are using the service en masse! When a new traveller joins from a Dopplr 100 network they can easily find other members of the same network, making it easier to share information about future trips amongst colleagues. The whole list of enterprises can be seen at http://www.dopplr.com/100

Now Dopplr is welcoming 100 Business Schools into Dopplr in a similar way. Faculty, students and especially the alumni are all invited. The full list of schools can be found at http://www.dopplr.com/mba100

Die Idee dahinter ist so einfach wie genial und unterliegt einer schlichten Annahme: Mit Kollegen aus meiner eigenen (Groß-)firma bin ich tendenziell bereit meine Reisedaten zu teilen, ebenso mit den Kommilitonen bzw. Alumnies meiner Business School. Sicherlich kann man das auch out-opten, wenn man nicht mag. Aber zunächst überwindet man dadurch das alte leidige Problem, Netzwerkmomentum bis zur kritischen Masse aufzubauen. Man bekommt als Nutzer schneller das Gefühl: Hier tut sich was.

Die Identifikation funktioniert über die E-Mail Adresse. Nur wenn Hans Mustermann bei Microsoft tatsächlich die E-Mail hans.mustermann@microsoft.com besitzt, kann er auch auf den Link in der Bestätigungsmail klicken und so dem Microsoft-Netzwerk auf Dopplr beitreten.

Von Facebook lernen
Vergleicht man an dieser Stelle die Vorgehensweise von Facebook so stellt man fest, dass die Methoden zur Distribution ähnliche sind, nur aus unterschiedlichen Richtungen kommen: Facebook begann zunächst mit Business Schools, dann Großunternehmen als geschlossenen Netzwerken und öffnete sich schließlich ganz, während Dopplr ganz offen begonnen hat und sich jetzt in die bestehenden Netzwerke von Business Schools und Großunternehmen hineinwanzt. Den Trick sollte man sich merken.

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