Das Christkind muss in diesem Jahr ein Braumeister sein. Mit Bussen legten wir gestern Abend aus der Münchner Sonnenstraße ab mit Kurs auf Aying im Südwesten der Stadt, dort auf das Allerheiligste der 4400-Seelen Gemeinde zu: Die Ayinger Brauerei für unsere Weihnachtsfeier 2008. (Alle Fotos vom Event hier in diesem Flickr-Album).
So sehr wir alle bei eLAB und seinen 14 Ventures auch unseren Job im Internet lieb haben, so haben wir schon gestaunt wie so ein altes und ehrliches Handwerk wie das Bierbrauen den Sprung in die Gegenwart geschafft hat: Das Reinheitsgebot von 1513 auf einer High-Tech vollautomatisierten Produktionsanlage im 21. Jahrhundert Tag für Tag stoisch durchzulittern – wie wir dank einer kompetenten Führung durch den Betrieb erfahren haben.

Im "Kommandostand" der Privatbrauerei stehen zwei Computer, die einem visuell anzeigen wenn etwas im Prozess hakt und gegebebenfalls nachts oder am Wochenende den "BvD" (=Braumeister vom Dienst) automatisch aus dem Bett telefonieren. Ansonsten dominiert in der Produktionsanlage ein sauberes chromglänzendes Ambiente.

Das erste Freibier gab’s auch direkt aus dem Reifetank für das Kellerbier (unfiltriert, siehe Bild oben), bevor es dann im ersten Stock im Brauereigasthaus mit mehr und noch mehr Freibier zünftig weiter floss. Es zeugt zweifelsfrei von einer toleranten und friedfertigen Weihnachtsgesellschaft, wenn in einem solchen Rahmen auch Weintrinker geduldet wurden ;-) Stephan stellte seiner Rede für die Rückschau fest, dass es auch noch ein Jahr 2008 vor September und der Krise gab, in dem innerhalb der Ventures Großartiges geleistet worden ist.

Freilich könne niemand die augenblicklich schwierige Konjunkturlage leugnen, deren weitere Entwicklung in 2009 zudem mit Unsicherheit behaftet ist, aber gerade in solchen Zeiten seien Fokus, Leidenschaft und der Glaube an den eigenen Dienst erst recht die wichtigsten Kräfte für unternehmerischen Erfolg.
Die Rückschau der etwas anderen Art lieferten der Nikolaus und Krampus, die in der Verkörperung des Edlen durch Arnd bzw. des Proleten durch mich bis auf die Kostümierung keiner Schauspielerei bedurften. (Ich hatte mich einfach 3 Tage lang nicht rasiert.)

Venture für Venture wurde zum hochnotpeinlichen Verhör nach vorne befohlen und musste dem Nikolausi ein kleines Kunststückchen vorführen, bevor man ein Geschenk in der Bilanz als GWG aktivieren und gleich wieder abschreiben durfte. Hut ab vor dem Einfallsreichtum: Von einem Medizinquiz ("Wie viele Kalorien hat ein Teelöffel Sperma?") durch NetDoktor bis hin zu einer Abwandlung von "We will rock you" in "We will jog you" durch Jogmap wurde nichts ausgelassen.

Gar nicht zu reden von der geilen Fresserei einer hervorrangenden Bayerischen Küche vom Brauereiherd, wo die Krustensau mit Blaukraut und Knödeln den Weg in unsere gierigen Rachen gefunden hat. Und ein unendlicher Strom an perlendem Freibier hat dann dafür die gesorgt, dass die Peristaltik die Nahrung geschmeidig in den Magen zur weiteren Verwertung befördert. Bei uns verkommt nämlich nix.
Zurück in den Bussen machte sich angenehme Trägheit nach einem ehrlichen bayerischen Abend, so dass es nur noch ein harten Kern zur After-Hour in die Milchbar eine Tür weiter vom eLAB-Büro geschafft hat.

Erwiesen ist jedoch, dass zwischen 1513 und 2008 in wirtschaftlichen Höhen und auch in Tiefen eines in Stein gemeißelt steht: Hopfen und Malz – Gott erhalt’s :-)
Trackback URL für diesen Artikel:
Einen Kommentar schreiben