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Facebooks vorbildliches Eco-System





12. July 2007 | René Seifert

Die Blogosphäre beäugt seit Wochen immer intensiver die Entwickung bei Facebook, und dabei geht es nicht nur um das Wahnsinns-Wachstum auf 27,9 Millionen Unique Users im Juni und den zunehmenden Vergleich mit dem Riesen MySpace. Ein Grund scheint zu sein, dass die Plattform immer mehr als Schweizer Messer im Internet genutzt wird, vor  allem unter Studenten in den USA zur Organisation von gemeinsamen Projekten. Auch gehört es zunehmend zum guten Ton, dass man sich auf Facebook kurzschließt wenn man sich irgendwo zufällig kennengelernt hat. Ist mir neulich auch so passiert mit einer Kanadierin, die auf dem Flug LH 755 von Bangalore nach Frankfurt neben mir saß. Dass der Dienst fast schon süchtig machen kann und sich als problematischer Zeitfresser entpuppt, thematisiert hier Martin Varsavsky.

Vor allem aber wird besonders viel über Facebook gesprochen, seit sich das Social Network Ende Mai mit "f8" als Plattform geöffnet hat. Mit diesem Schritt hat Facebook seine Schnittstellen offen gelegt und erlaubt es anderen Applikationen, so der Nutzer es wünscht, in seine Profilseite eingebunden zu werden. Ein Beispiel ist eine Weltkarte,auf der man ganz einfach markieren kann, so man überall schon gewesen ist:
070712_where_I've_been_facebook
Der Clou daran: Die eingebundenen Applikationen dürfen Werbung enthalten, deren Erlöse zu 100-Prozent beim Urheber verbleiben. Wenn man angesichts der Mächtigkeit und Nutzerzahl von Facebook so will: Ein Netz im Netz, welches mit seiner eigenen äußerst strukturierten Semantik fast schon einem Betriebssystem gleicht.

Man hätte ja darauf wetten können, dass es nicht lange dauert bis spitz definierte Geschäftsmodelle entstehen, die ausschließlich auf f8 von Facebook setzen:

  • Der VC Buy Funds aus aus San Francisco hat einen Seed Fund mit mit dem Namen "AppFactory" aufgesetzt, der die Entwicklung von Applikationen auf Facebook mit einem Zuschuss zwischen US-$ 25.000 und 250.000 finanziert.
  • fbExchange hat in der der Tradition von LinkExchange eine Systematik zu entwickeln, wie man eine Textwerbung bei sich in der Applikationen einrichtet und im Gegenzug von anderen Seiten auf Facebook ringartig verlinkt wird. Mashable orakelt, ob sich Facebook diesen Ansatz lange gefallen lassen wird.
  • Schließlich geht Lookery etwas gradliniger vor und positioniert sich als klassiches Vermarktungsnetzwerk der Applikationen durch Einbindung von Werbung. Angeblich sollen sogar schon erste Verträge mit Kunden existieren.

Es tut sich was bei Facebook und man kann meiner Meinung gar nicht genau genug hinschauen, um zu lernen wie man Dinge im Web 2.0 richtig macht.


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12. July 2007 - 08:38, abgelegt in Kategorie: Communities, Social Networks, Web 2.0

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Eine Reaktion zu “Facebooks vorbildliches Eco-System”
  1. bwl zwei null » Rivva, Techmeme und die gute alte Zeitung Am 27. August 2007 um 15:01 Uhr

    [...] Spätestens an die dieser Stelle müssen die guten alten Zeitungsverlage sich Gedanken machen, wie sie noch auf diesen Zug aufspringen können! Denn sonst entsteht im Netz schon bald ein ziemlich perfektes Nachrichtensystem, das ganz ohne Zeitungen lebt und wo allenfalls noch nach der Schnittstelle zu Facebook (und Konsorten) gefragt wird, nicht mehr aber nach den Schlagzeilen der New York Times. [...]

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