Fachverlage stehen genauso wir ihre Kollegen von den Publikumsverlagen vor der Frage, wie kann ich Web 2.0 sinnvoll nutzen? Die Bandbreite der Antworten reicht von Hysterie („Wir müssen sofort was machen bei Second Life …“) bis hin zu stoischen Negieren („Meine Experten bloggen nicht, das ist was für Selbstdarsteller …“). Dazwischen liegen Antworten, die ein Bauchgefühl umschreiben, man müsse was tun verbunden mit der Frage was, wann und wie …?
Im Rahmen eines Vortrages für Fachverleger hatte ich mich Ende 2007 auf die Suche nach Best-Practise-Beispielen der Fachinfos gemacht. Das war ein schwieriges Unterfangen. Im Bereich der Wissenschaftsmedien gibt es einige vielversprechende Ansätze, aber im Großen und Ganzen tat ich mich schwer, „Gewinner“ dieser Entwicklung zu präsentieren.
Warum war das so? Eigentlich bieten Fachverleger mit ihren Inhalten und bestehenden „Communities“ rund um das Fachthema eine gute Basis für kommunikative Angebote im Web. Hier zeigt sich schon eine erste Barriere: Fachverleger mit ihren Fachinformationen sind gewohnt zu „informieren“. Sie besaßen oft — und glauben immer noch zu besitzen – den exklusiven Zugang zu Informationen, Kommentaren und der Zielgruppe. Und nun soll man plötzlich kommunizieren und teilen? Die Innovation beschränkt sich dann häufig auf eine Umfirmierung von „Fachverlag“ zu „Fachmedien“ …
Welche Rahmenbedingungen und Chancen setzt Web 2.0 für Fachverlage? Tim O´Reilly hat in seiner Studie „Web 2.0 Principles and Best Practices“ die wesentlichen Markttreiber für Web 2.0 beschrieben:
Wenn einige dieser Rahmenbedingungen schon heute Einfluss auf das operative Geschäft eines Fachverlegers nehmen, dann macht es Sinn, sich mit den Erfolgsfaktoren für entsprechende Angebote auseinanderzusetzen. Wenn – was ich oft höre – diese Rahmenbedingungen „angeblich“ keine Rolle spielen, dann sollten zumindest strategische Optionen durchdacht werden. Oft ist es heilsam, dem Verleger seine Zielgruppe von Morgen auf StudiVZ zu zeigen – das hilft enorm …
Erfolgsfaktoren für Web 2.0-Projekte sind nach Tim O´Reilly:
Der Weisheit letzter Schluss? – Wenn ich als Fachverlag die Entwicklungen Revue passieren lasse und mir die Mediennutzung von heute in Statistiken und von morgen im Zimmer meiner Kinder anschaue, dann gibt es für mich genügend Gründe zu warten (spätestens bis aus den Studenten von heute angestellte Experten etc. geworden sind) und im Bestehenden zu „verharren“.
Wenn ich mich dann aber frage, warum ich keine Studentenabos mehr verkaufe, warum nutzt der Verband xy das Internet als eigene Plattform und nicht mehr meine Medien, warum bloggt da ein Ingenieur mit seinem Fachwissen, warum bekomme ich dauernd Einladungen zu Xing, warum ändert sich da die Welt, warum … spätestens jetzt ist es Zeit, sich dem Thema offen zu nähern – ohne Vorurteile. Nicht alles, was Web 2.0 ist oder sich nennt macht Sinn für einen Fachverlag. Aber ein ehrlicher Relevanzcheck der Entwicklungen und Blick über den Tellerrand der eigenen Printwelt ist angeraten.
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Interessanter Beitag, der vielleicht zum Umdenken beiträgt.
[...] Fachmedien und Web 2.0 Sascha Schmidt schreibt im eLAB-Blog über die Auswirkungen von Web 2.0 für Fachmedien und zitiert Erfolgsfaktoren aus der Studie Web 2.0 Principles and Best Practices von O´Reilly und vergleicht Sie u.a. mit dem Status-quo bei B2B-Medien. Bei Fachverlegern ist daher ein Umdenken angesagt – sie glauben häufig noch den exklusiven Zugang zu Informationen zu “besitzen”. Sascha Schmidt kritisiert, dass sich die Innovationen häufig auf die Umfimierung von “Fachverlag” zu “Fachmedien” beschränken. [...]
[...] redaktionelles Angebot von Peter Turi für Medienschaffende, das unglaublichen Erfolg hat. Einige Verlage wie Holtzbrinck beobachten die Entwicklung sehr aufmerksam, zeigt sie doch, dass sich ein attraktives, rentables [...]
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