Das neue Wort des Tages gleich zum Start: "E-Health". So wie E-Banking oder E-Learning, jetzt also auch "E-Health". Es gibt eine neue Studie zum Thema, herausgebracht vom Branchenverband BITKOM.
Demnach sucht jeder dritte Deutsche medizinischen Rat im Internet; das kann sich mit weit über dem EU-Durchschnitt von 20 Prozent sehen lassen. Nur die Holländer liegen mit 45 Prozent und die Finnen mit 44 Prozent noch weiter vorne.
BITKOM-Vizepräsident Jörg Menno Harms macht zwei Gründe für den Trend verantwortlich: zum einen ein gestiegenes Gesundheitsbewusstein, zum anderen eine Zunahme von Qualität bei den Online-Angeboten. Der höheren Qualität stimme ich vorbehaltlos zu, glaube aber dass das höhere Gesundheitsbewusstsein insbesondere durch bessere Angebote im Netz geschärft worden ist. Ein typischer Fall von Innovation, der ein Henne-Ei Problem löst und sich im Erfolg nunmehr wechselseitig befeuert.
Als klassische Beispiele nennt BITKOM: "Infos über Krankheiten, Ernährungstipps für Babys oder Erläuterungen zu Arzneimitteln." Genau. Das Spannende daran ist aber, dass es über die "Old Media One-2-Many"-Berieselung auch zunehmend Dienste gibt, wo die Nutzer in ihren verschiedenen Rollen als Patienten oder Ärzte in sinnvoller Weise miteinander in Kontakt treten. Wir von eLAB sind in diesem Zusammenhang nicht ganz untätig geblieben und haben uns in den vergangenen Monaten an den beiden Plattformen Arzt-Preisvergleich.de und helpster.de beteiligt.
Arzt-Preisvergleich.de (APV) bahnt basierend auf einem gut operationaliserbaren Leistungsgesuch bzw. Heil- und Kostenplan mögliche Arzt-Patientenbeziehungen an, indem registrierte Ärzte ihre Gebote abgeben können. Für den nachfragenden Patienten kommt aber im Gegensatz zu z.B. eBay nicht automatisch beim niedrigsten Gebot ein verbindlicher Vertrag zu Stande. Stattdessen kann er in Ruhe – auch dank der Bewertungenen vorheriger Patienten auf dem Dienst – die für sich beste Entscheidung beim Preis-Leistungsverhältnis treffen.
helpster.de ist APV insofern vorgelagert, als dass es ein Informationsbedürfnis des Gesundheitsinteressierten auf Peer-2-Peer Ebene befriedigt, bevor man üblicherweise einen Arzt konsultiert. So bewerten Nutzer ihren Arzt, was anderen wiederum hilft einen vertrauensvollen Arzt in ihrer Nähe ausfindig zu machen. Andererseits tauschen sich Nutzer in Foren und Erfahrungsberichten zu Krankheiten und ihren Therapien aus. Das hilft ihnen als Patienten, beim nächsten Arztbesuch informierter aufzutreten.
Medizin in Internet steht noch ganz am Anfang und meine Prognose ist, dass in überschaubarer Zukunft bei "E-Health" Dienste entstehen, die das Gesundheitswesen ordentlich durcheinanderwirbeln werden. Und das ist im Sinne aller Beteiligten, denen die Gesundheit der Patienten und Fairness gegenüber Ärzten wirklich am Herzen liegt, kein schlechtes Szenario.
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[...] holtzbrinck-elab.de haben gestern die These aufgestellt, ‘Gesundheit online befände sich im Aufwind‘ und beziehen sich dabei auch auf einen Artikel auf bitkom.org. Exemplarisch werden zwei Plattformen angeführt, an denen sie beteiligt sind und über die ich schon im vergangenen Jahr kurz berichtet hatte. Es handelt sich um [...]
Ich denke, der deutschsprachige Raum ist noch mehr als ein Entwicklungsland in Sachen eHealth. Die Politiker denken da immer nur an Gesundheitskarte, selten aber wirlich an Projekte für Patienten. Bestes Beispiel : Wir waren mit unserem Frage-Antworten-Expertensystem <a href="http://web4health.info/de">web4health Gesundheit und Psychologie</a> 2004 einziger "deutscher" Teilnehmer im Finale des eHealth Award der Europäischen Union. Die Veranstaltung in Cork (Irland) präsentierte verschiedene Ideen zum Einsatz des Medium Internet in der Patientenversorgung. Von einer entsprechenden Umsetzung von sinnvollen Konzepten ist man bei uns aber noch Lichtjahre entfernt…
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