Faktoren für Glaubwürdigkeit von Corporate Blogs
19. October 2008 |
René Seifert
Vor ein paar Wochen hatten wir auch auf eine wissenschaftliche Umfrage der LMU München verlinkt, bei der sich Daniel Pfeiffer vom Institut für Kommunikationswissenschaften einen Überblick über die Glaubwürdigkeit von Corporate Blogs verschaffen wollte. Etwas was wir für diesen unseren Blog freilich sehr spannend finden. Die Ergebnisse liegen nun vor und bei einem Stichprobenumfang von n=360 Befragten kam im Wesentlichen folgendes heraus:
- Es gibt einen erstaunlich großen Zusammenhang zwischen Branche und Glaubwürdigkeit: Internet & „EDV“ liegen an der Spitze – da haben wir ja noch mal Glück gehabt :-). Im Gegensatz dazu bilden, Bau und Immobilen nur knapp vor Banken und Versicherungen das Schlusslicht, – was einen in Zeiten wie diesen auch nicht sonderlich verwundern muss.

- Weiterhin fand ich recht interessant, welche Faktoren zur Glaubwürdigkeit auf einem Corporate Blog beitragen. In den Beiträgen sollten Quellenangaben (z.B. auch durch Verlinkung) angegeben sein, die Autoren des Blogs namentlich aufgeführt-sein und es sollten regelmäßig neue Artikel veröffentlicht werden. Das waren die Top 3-Nennungen. Ansonsten werden als eher nicht so wichtig viele Bilder, Videos und auch Perfektion bei Rechtschreibung genannt. Irgendwie ist das alles nachvollziehbar, weil man ansonsten vom Eindruck recht schnell wieder bei den Stereotypen der hochglanzpolierten PR-Abteilung landet. Umgekehrt heißt das aus Machersicht, dass diese „Faktoren“ gleichzeitig unaufwändige Instrumente zur Steigerung der Glaubwürdigkeit bedeuten, die jeder selbst in der Hand hat.
- Inhaltlich schlagen sich aktuelle Themen aus der Branche am besten, ebenso persönliche Eindrücke von Mitarbeitern sowie soziale und kulturelle Aktivitäten. Wenig glaubwürdig dagegen schneiden allgemeine politischen Themen ab („erspar mir den Stammtisch im Netz“) , die finanzielle Situation des Unternehmens und Eigenwerbung.
- Sensationell übrigens die Hierarchie der Glaubwürdigkeit (in absteigender Reihenfolge): Ein anerkannter Experte mit einem Gastbeitrag rangiert ganz oben, dann folgt der „ganz normale Mitarbeiter“ ohne Führungsposition, dann erst sein Abteilungsleiter, dann der Azubi oder Praktikant noch bevor man dem mit den Insignien der Macht gesalbten und hoch verehrten Herrn Vorstandsvorsitzenden das Wort für bare Münze nimmt. Der hat einen schwachen Trost: Noch weniger glaubt man nur eine einer unternehmensfremden unbekannten Person. Saugeil, was.
Die ganze Studie sowie eine knackige 9-seitige Zusammenfassung kann man sich direkt auf der Seite von Daniel Pfeiffer herunterladen. Gutes Werk, vielen Dank. Öffnet auch mir in einigen Bereichen die Augen, wo wir selbst noch etwas nacharbeiten können, während wir in anderen Teilen nicht so schlecht dastehen. Gerne an der Stelle auch das Angebot: Wer für den eLAB-Blog einen Gastbeitrag schreiben möchte, so etwas wie wir es im Kaliber von Florian Huber über die „Wahl des richtigen Domainnamens“ oder von Matthias Marschall über „Agile Development“ schon hatten, sehr gerne. Einfach E-Mail an mich (rene.seifert [at] gmail.com), erst stimmen wir uns kurz übers Thema und Rahmen ab, dann kommen wir ins Geschäft. So läuft’s Business … :-)
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k/
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