Letzten Freitag hatte ich das Vergnügen, im Rahmen einer "University" der Entrepreneurs’ Organization in Delhi den Ausführungen von Nandan Nilekani zu lauschen, einem der Mitgründer, CEO (zwischen 2002 und 2007) und jetzigen Co-Chairman des Software-Riesen Infosys. Das Image von Indien beginnt sich auch hierzulande zu wandeln, auch wenn ein Bild wie dieses nicht nur in unseren Köpfen, sondern vor allem auch im indischen Alltag immer noch gang und gäbe ist.
Aber nichts ist wahrer als der geflügelte Satz auf dem Subkontinent: "Whatever you say about India, also the exact opposite is true." Ein Paradebeispiel für das andere Ende der Skala ist eben diese Firma Infosys, die im demnächst endenden Geschäftjahr 2007/2008 mehr als US-$ 4 Milliarden Dollar Umsatz machen wird, bei einer Nettorendite von 25 % und einer Marktkapitalisierung von US-$ 20 Milliarden. Eine der Lieblingszahlen, die Infosys beschreiben, sind die Neueinstellungen, nämlich 2.000 – pro Monat. Infosys macht im wesentlichen folgendes:
Infosys’ service offerings span business and technology consulting, application services, systems integration, product engineering, custom software development, maintenance, re-engineering, independent testing and validation services, IT infrastructure services and business process outsourcing.
Aus meiner eigenen Anschauung nach 4 Jahren in Indien wird Infosys wie keine andere Firma bewundert, geachtet und respektiert. Zum einen über wegen ihrer bescheidenen Anfänge: Infosys hat ganz klein begonnen. Im Jahr 1981 mit sieben Gründern und einem Startkapital von US-$ 250 (i.W. zweihundertfünfzig; und es fehlen keine "Tausend" oder so …) Zum anderen vor allem aber auch wegen seiner "Werte-DNA"; die die Gründer von Anfang an in die Philosophie des Unternehmens injiziert haben: Keine Vetternwirtschaft, keine Korruption, stattdessen Leistungsprinzip und Fairniß – allesamt Eigenschaften, die selbst in 2008 in indischen Unternehmen noch keine Selbstverständlichkeit darstellen.
Der Weg zu dieser Größe war ein Langer. Infosys brauchte 10 Jahre bis 1991 um US-$ 5 Millionen Umsatz zu erzielen, weitere 10 Jahre später in 2001 waren es 100 Millionen, und 7 Jahre später nun der Quantensprung auf 4 Millarden Dollar. Vor welchen Herausforderungen und Entscheidungen stand das Management, um dieses raketenartige Wachstum zu stemmen? Nandan Nilekani, vom Time Magazine in 2006 als einer der 100 einflussreichsten Menschen auf dem Planeten gekürt, nennt folgende:
Was mich jedoch am meisten an diesem Mann beeidruckt hat, ist neben seiner vollkommene Erdung die Fähigkeit komplexe Themen verständlich einzuordnen und trotz seines geschätzen Privatvermögens von US-$ 1,3 Milliarden eine gesunde Besorgnis für die Herausforderungen von morgen an den Tag zu legen. Und dabei macht der 52-Jährige am wenigsten vor sich selber halt: "Was muss ich tun, damit ich Infosys nütze und nicht zu einer Hypothek werde?"
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[...] der letzten Jahren waren mit 20 bis 30 % p.a. und Traummargen von 24 % sensationell. (Siehe auch dieser Post auf dem eLAB-Blog zum Werdegang der indischen [...]
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