contentTop

Globale-Studie: Wie wir online Unbekannten vertrauen





12. January 2009 | René Seifert

Nachdem sich das “Mitmach-Internet” nun bin in den letzten Winkel dieser Welt breit gemacht hat, wo es wenigstens einen Online-Anschluss gibt, hat sich die Marketing-Beratung Universal McCann an ein paar spannende Fragen in diesem Dunstkreis heran gemacht. Im besonderen, wie das Internet unser Verhältnis zu “Unbekannten” verändert hat. In einer Studie von 17.000 Teilnehmern aus 29 Ländern kamen auch einige recht bemerkenswerte Erkenntnisse heraus. Die ganze Studie kann man sich direkt hier als PDF von der Agentur-Seite herunterladen oder ansonsten eleganter hier online bei Slideshare ansehen.

Am meisten ins Auge gestochen sind mir diese beiden Grafiken, die in absteigender Rangreihe darstellen wem wir vertrauen. (Sorry vorab, wenn man es schlecht lesen kann, bitte auf die Grafiken klicken, dann gehen sie in einer augenfreunlicheren Größe auf.)

Wem wir vertrauen 1

bzw. wem wir eher weniger vertrauen (weiter hinten in der Skala):

Wem wir vertrauen 2

Was einem da entgegenspringt:

  • Das eigene soziale Netzwerk hat immer noch die größte Relevanz.
  • Platz 5, 6 und 8 besetzen Seiten, denen entweder durch das “Wisdom of the Crowds”-Phänomen oder einen algorithmischen Vergleich Glaubwürdigkeit zugeschrieben wird.
  • Old Media: Kommt im Mittelfeld, Zeitschriften und Zeitungen schneiden besser ab als die Glotze.
  • Einzelmeinungen von Unbekannten (Leserbriefe, Kommentare bei Blogs, persönliche Blogs) fallen in der Glaubwürdigkeit spürbar ab.
  • Werbung: Jo mei, wie wir in Bayern sagen, da magst am Liebsten davon laffa (=laufen).
  • Ganz am Ende der Nahrungskette stehen E-Mails von Firmen. Wer ist eigentlich nicht taub nach 10 Jahren Spam? Noch unglaubwürdiger schneiden nur noch Empfehlungen von Promis ab. Muss man sich bald Sorgen um das Einkommen von Kaiser Franz machen?!?

In der Studie wird weiterhin erläutert, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen Alter der Internet-Nutzer und ihrer Bereitschaft Fremden zu vertrauen. Es handelt sich also nicht um ein womöglich angenommenes “Generation Y“-Phänomen. Es gibt aber eine Korrelation zur Bildung, nämlich je höher die Bildung, desto mehr vertraut man Unbekannten.

Bei 29 Ländern im Panel gab’s auch Vergleiche zwischen verschiedenen Nationalitäten. Bei der Frage inwieweit Soziale Netzwerk-Dienste dazu dienen, neue Freunde kennenzulernen stehen Länder aus den “Emerging Markets” wie die Philippinen, Indien, Pakistan und Mexiko klar an der Spitze, bevor mit großem Abstand die so genannten “Entwickelte Welt” folgt.

Meine Erklärung dafür: So wie diese Länder das Festnetz-Telefon übersprungen haben und gleich mit dem Handy ihren Erstkontakt bei der Telefonie erlebt haben, so kamen Online-User in diesen Ländern nie mit dem drögen “Lese-Netz” in Berührung. Sie kannten nie etwas anderes als das Internet zum Mitmachen – das “Web 2.o”.


Artikelinformation

, , , , ,
Artikel-Feed,   Kommentar-Feed,
1 Kommentar »
12. January 2009 - 19:37, abgelegt in Kategorie: Analyse, Asia/Pac, Deutschland, Europa, Makro-Trends, Marketing, Region, Social Networks, U.S.A., Web 2.0

Trackback URL für diesen Artikel:

http://www.holtzbrinck-elab.de/blog/globale-studie-wie-wir-online-unbekannten-ve
rtrauen/trackback/


Eine Reaktion zu “Globale-Studie: Wie wir online Unbekannten vertrauen”
  1. “Community First” | Leander Wattig Am 15. January 2009 um 07:06 Uhr

    [...] verschiedentlich untersucht. Die Marketing-Beratung Universal McCann hat dies in jüngster Zeit getan. Dort zeigt sich, dass die Menschen vor allem ihrem sozialen Netz, d.h. der Familie, den Freunden [...]

Einen Kommentar schreiben

 

RSS: FEED ABONNIEREN

ARCHIV