Die Hoffnung stirbt zu letzt – das russische Sprichwort passt wie die berühmte Faust auf das Auge, wenn es um Location Based Services (LBS) geht. Stellen Sie sich vor: Sie landen in Barcelona und erhalten sofort von Ihrem Smartphone alles was Sie brauchen: Hotels, Restaurants, Tipps, Wetter, Navigation etc. – Das Tolle daran, dass Smartphone weiß von alleine wo Sie sind, was Sie machen und was Sie wollen.
Jeder kennt diese „Visionen“. Die Realität: Sie landen in Barcelona und als T-Mobile-Kunde brauchen Sie erst einmal eine extra PIN, damit Sie so was „altmodisches“ wie Ihre Mailbox abhören können …
Gesprächskiller Nummer Eins auf Kongressen etc. ist die Frage, was denn die Lunch-Teilnehmer so mit ihrem Handy machen … und schon sind Themen wie LBS selbst bei den „Heavy Usern“ unter ferner liefen. Was sind die Gründe?
Meine These: LBS funktioniert nur, wenn die Lokalisierung automatisch und kostenlos vorhanden ist. Aber der Empfang von GPS-Signalen setzt entsprechende Hardware voraus. Wer läuft schon mit einer Bluetooth-GPS-Maus um den Hals herum? GPS inside dem Handy gibt es vereinzelt (Siemens, Motorola, HP), aber es ist eine absolute Nische. Wird sich das ändern? Erst einmal nicht, denn die Integration einer GPS-Antenne steht auf der Prioliste weit hinten bei den Herstellern. Handys sollen flach sein, gut aussehen, lange Stand-by-Funktion haben etc. Die Nachfrage bestimmt den Markt und die fragt im Augenblick coole Farben nach …. Und dann gibt es noch die „ungenaue“ Ortung via Auslesen der Mobilfunkzelle. Jedoch bis die Aktivierung statt gefunden hat, vergehen oft einige Viertelstunden. Kein Wort zu den Kosten der Anbieter …
Und trotzdem, das Internet wird mobil. Google schließt Deals mit T-Mobile und Vodafone, um Google mobile als Gateway zum Internet auf den Handys vorab zu installieren. Nokia versteht sich genauso. Das Smartphone als Medium für alle bekannten Dienste und Services, die der Nokia-Besitzer kennt und nutzt. Hier die Grafik einer Nokia-Präsentation auf den Canalys Navigation Forum 2006:
Meine Meinung: Die Zukunft von LBS liegt nicht auf dem Handy sondern im Internet. Dienste wie Google Map, Yahoo Map und Live Search verändern die Präsentation und Verarbeitung von Informationen. Outllook direkt mit Virtual Earth verknüpft – eine Vision, die mit dem nächsten Windows Betriebsystem vor der Tür steht.
Ich erlebe und gestalte es gerade hautnah mit dem Projekt Pointoo von Holtzbrinck eLab. Pointoo bietet Nutzern die Möglichkeit, sich ihren eigenen indviduellen LBS aufzubauen und nach allen Regeln der Community-Kunst zu nutzen (Wir arbeiten daran!). Unter www.pointoo.mobi gibt es die optimierte Website für kleine Bildschirme und geringe oder teure Datentransfers zu den mobilen Medien. Fazit: Das World-Wide-Web wird lokal!
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Andererseits wird Navigation ein wichtiges Thema werden. Der GPS-Empfänger steckt zwar nicht im Handy, aber im Navigerät, das zumindest die Autofahrer mit auf die Reise nehmen. Für Gastronomie-Führer zum Beispiel wird die GPS-Angabe irgendwann zur Regel werden. Und wenn es erstmal Dienste gibt, die GPS-Positionen auswerten, werden auch die Mobilfunkbetreiber ihrerseits saubere Schnittstellen zur Verfügung stellen. LBS hat bei weitem nicht das erfüllt, was vor Jahren angekündigt wurde, aber tot ist es auch noch nicht.
Eure Uhr geht vor. ;-)
Ich habe schon 1999 an LBS und Personalisierung geglaubt und glaube immer noch, dass sich feste ("Internet") als auch mobile Dienste dorthin entwickeln sollten.Warum das immer noch nicht passiert ist verstehe auch auch nicht. Genausowenig die die Telcos, die versuchen immer schnellere mobile Datendienste zu verkaufen (GPRS, HSCSD, EDGE, UMTS, HSDPA, …) aber mit Preismodellen bei denen der Download der spiegel.de Homepage mehrere Euro kostet. GPRS haben wir schon seit Jahren und es liefert eine Geschwindigkeit, die in etwa einer Modemverbindung entspricht (inzwischen im Idealfall sogar mehr) und damit sind Millionen Internet-User prima ausgekommen (und vielen reicht es sogar immer noch) und das Internet und seine Dienste haben sich in dieser Zeit prächtig entwickelt. Alles wäre technisch auch längst mobil möglich gewesen, aber bei den Preisen probiert es jeder höchsten einmal aus.Ich befürchte die Telcos wollen am liebsten immer alles elber machen und kontrollieren, sind dann aber im Endeffekt nicht so visionär, um es dann eben auch gut umzusetzen. Geschlossene Mobil-Angebote wie z.B. Vodafone-Live erreichen eben auch bei weiten nicht was z.B. mit i-Mode in Japan geschaffen wurde. Dort gab es eine offene Plattform, sinnvolles Revenue-sharing und der Kreativität aller Content- und Service-Anbieter wurden (sehr erfolgreich) freiem Lauf gelassen.LBS ist nicht deshalb noch nicht erfolgreich weil es noch kein GPS im Handy gibt. Wenn ich in einer Stadt ankomme, dann reicht es völlig zu wissen, dass ich z.B. in Barcelona bin. Auch die Information, dass ich am Flughafen bin und nicht am Strand ist durch Auswertung er Funkzelleninformationen zu gewinnen und das reicht völlig, um mir z.B. gleich eine Info zu schicken wo ich eine günstige Autovermietung bekomme. Das mir GPS sagen könnte, ob ich 10m weiter links oder rechts stehe ist für die meißten Services total egal.Wahrscheinlich würden mobile LBS schon längst weiter verbreitet und erfolgreich sein, wenn die Telcos einen offenen, günstigen und schnellen Zugriff auf die Positionsdaten der Handys ermöglichen würde – natürlich nur mit Zustimmung des Besitzers.
Pointoo in 2007…
Wir wünschen allen Nutzern einen super Start in 2007 – mögen sich Eure Wünsche, Träume und Hoffnungen erfüllen! Wir haben unsere Roadmap für 2007 im Kopf. Pointoo startete zur Cebit 2006 in einer Pre-Beta-Phase und sah ganz anders aus als……
Ich glaube, dass das Thema LBS in 2007 wieder an Dynamik gewinnen wird. Es ist zwar richtig, dass die Technologie schon seit 10 Jahren vorhanden ist, aber die (marktbeherrschenden) Telcos sind gerade in einer Phase des Umdenkens.
Während E-Plus im deutschen Markt eine klare Kostenführerschaft anstrebt und sich deshalb von den meisten Multimediadiensten (z.B. i-mode) getrennt hat, versuchen die anderen drei "echten" MNOs den Wettbewerb durch Differenzierung zu gewinnen. Im puren Mobilfunkmarkt haben die MNOs hier schon (fast) alles ausprobiert, mit dem man sich differenzieren könnte:
SMS: ErfolgMMS: Größtenteils hinter den Erwartungen zurückPush-to-Talk: Kompletter MiserfolgMobile Portale: Größtenteils hinter den Erwartungen zurückLB: (noch) MiserfolgDaraus ist zwangsläufig zu schliessen, dass die Telcos sich über anderen Themen (neben dem Mobilfunk) differenzieren müssen. Das Schlüsselwort heisst hier (mal wieder) Medienkonvergenz. Damit einher muss aber auch ein Umdenken gehen – der Kunde wird nicht für jede Aktion sofort zu Kasse gebeten (15 cent pro Ortungsabfrage; 10 cent pro 10 KB GPRS traffic etc.), sondern das Geld wird zukünftig über Services verdient.
Hier schliesst sich der Bogen zum Thema LBS. Falls die MNOs den (Endkunden)Preis pro Ortung auf Null setzen, mobile Flatrates einführen sowie dieses Tarife transparent kommunizieren, kann das noch ein Erfolg werden. Leider glaube ich, dass sich die Großkonzerne damit sehr schwer tun werden.
In der Zwischenzeit wird es vielleicht das eine oder andere Start-Up geben (einige gehen derzeit in Deutschland an den Start), welches diese Probleme für die MNOs löst.
[...] Im November 2006 stellte ich die Frage: Location Based Services – Quo vadis? In der letzten Woche hat TomTom nun in Cannes seine neue Navigations-Software als Version 7.0 vorgestellt. Nicht verwunderlich: Der Communitiy-Aspekt rund um Location Based Services wurde weiter ausgebaut. So können jetzt TomTom-Nutzer u.a. Fehler in der digitalen Karte, bei POIs (Points of Interest) melden und mit anderen Nutzern teilen. Detail-Infos hier gibt es bei Pocketnavigation.de – Partner von Pointoo. [...]
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