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Marissa Meyer beim Web 2.0 Summit: Usability und Geschwindigkeit





10. November 2006 | René Seifert

Was User wollen, hatte Johannes Altmann schon vor ein paar Wochen auf unserem Blog gefragt. Gestern hat Marissa Meyer, Produktchefin bei Google, die Frage noch einmal auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco an einem sehr konkreten Beispiel aufgegriffen. web2summit06_105

Bei Google passiert nichts hoppla-hopp, sondern nur nach reiflicher und detaillierter Planung. So ging es darum die Anzahl der „Default“-Trefferanzeigen nach einer Suche zu optimieren. Urprünglich bei 10 hat man User befragt, was ihnen am liebsten wäre. Antwort: 20 wären besser, 30 optimal. Google geht mit einem derartigen Ergebnis in der Weise um, dass man bei 2 % aller Nutzungen der Google-Suchbox diesen neuen Default-Wert ausliefert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit 98 % eine valide Kontrollgruppe zur Verfügung hat.

Das Ergebnis war vernichtend: Die Anzahl der eingegebenen Suchen, quasi der Traffic für Google, in der vermeintlich optimierten Seite lag um 20 % niedriger als in der Kontrollgruppe. Meyer wollte es anfänglich gar nicht wahrhaben, überprüfte ob es nicht irgendwo in der Messung eine „Bug“ gegeben habe. Fehlanzeige. Das Ergebnis war korrekt.

Als man sich in die Analysen vertieft hatte, kam man rasch auf des Rätsels Lösung: Geschwindigkeit. Während die durchschnittliche Ladezeit der Seite bei 10 Treffern  0,4 Sekunden beträgt, erhöht sich dieser Wert bei 30 Anzeigen auf 0,9 Sekunden. Keine Ewigkeit, aber dennoch ausreichend, um ein Fünftel der Nutzer vor der intensiverer Verwendung der Suchmaschine abzuschrecken.

Die Erkenntnis laut Meyer: „Slow and steady doesn’t win the race, it’s all about speed”. Was man bei Google zum Anlass nahm, sich auch andere Produkte wie z.B. Google Maps kritisch anzuschauen. Dieser Dienst hatte in der Zwischenzeit allerhand coole Features, leider aber auch jede Menge Fett angesetzt. Die Seite war im Schnitt 100 kB schwer. Nach einer kleinen Verschlankungskur wurde der Wert auf 70 bis 80 kB reduziert und siehe da: Der Traffic stieg messbar an.

Was Usability in einem größeren Kontext angeht, setzt Google seine Seiten auch nach einem eindeutigen Muster auf: Lieber den Nutzer oft zum Klicken bringen, wo er durch einen schnellen Seitenaufbau regelmäßig belohnt wird, als ihm wenige Seiten mit relativ lansamen Ladezeiten anzubieten.

Philosophisch gesehen ein weiterer Beleg für die allgegenwärtige Beschleunigung unserer Zeit. Allerdings hat man an der Richtigkeit dieser Ausführungen nicht den geringsten Zweifel, wenn sie von einer beeindruckenden Frau wie Marissa Meyer stammen, die selbst schneller spricht als der Rest der Menschheit denken kann …


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10. November 2006 - 17:34, abgelegt in Kategorie: Events, Sonstiges

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2 Reaktionen zu “Marissa Meyer beim Web 2.0 Summit: Usability und Geschwindigkeit”
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