Manche Trends schwappen eben doch noch von den USA von uns. In Amerika machen bereits 81 % der Bevölkerung regelmäßigen Gebrauch von Gutscheinen, denn drüben blickt man auf eine alte Tradition aus dem 19. Jahrhundert zurück. Wenn man in den USA unterwegs ist, dann bekommt man an allen Ecken und Enden neben einem Flyer oder Prospekt gleich einen Coupon dazugesteckt, mit dem man einen ordentlichen Rabatt in X Prozent einheimsen kann. Häufig aber heißt es in der Ansprache “Buy 1 – get one for free” oder so.
In diesem recht zahlenintensiven Artikel von Money CNN wird unter Berufung PR Newswire die massive Größenordnung des Marktes beleuchtet: 231 Milliarden Gutscheine sind in diesem Jahr in den USA Umlauf, vor allem konnte man mit Einsetzen der Krise förmlich zusehen, wie sich aus gemeinen Käufern sparbewusste Schnäppchenjäger geworden sind. Alleine in den ersten 9 Monaten diesen Jahres wuchs die Ersparnis durch solche Coupons um 30 %, oder in absoluten Zahlen auf dem US-Markt um 600 Millionen Dollar, gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr zuvor.
Dieser Trend scheint auch an Deutschland nicht spurlos vorbei zu gehen. Als im August 2001 das Rabattgesetz und die Zugabeverordnung gekippt wurden, war schon mal die nötige gesetzliche Grundlage geschaffen. Immerhin bieten laut einer Mediastudie dieser Tage die Hälfte der Händler bereits in der einen oder anderen Form Gutscheine an, 12 % planen derartige Maßnahmen. In den meisten Fällen zahlt man als Händler beim ersten Verkauf über einen Coupon zwar drauf, aber diese Kundengewinnungskosten amortisieren sich leicht über den Customer Lifetime Value, wenn man mit dem Kunden von da an eine erfolgreiche Geschäfsbeziehung aufbaut.
Wie man es auch für diesen Sektor nicht anders erwarten würde, verlagert sich ein Großteil des Geschehens derzeit vom Papiergutschein zum Abschnibbeln hin zum virtuellen Gutschein zum Anklicken, wie es zum Beispiel das Angebot von www.paperball.de/gutscheine vormacht. In den USA wuchsen Online-Coupons noch schneller als der Gesamtmarkt, nämlich in den ersten 9 Monaten mit 41 % gegenüber dem Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor. In Deutschland kommen sogar schon die Hälfte der eingelösten Gutscheine aus dem Internet.
Das Prinzip läuft online nach ähnlichem Muster: Diverse Services wie zum Beispiel www.gutschein-arena.de aggregieren die laufenden Angebote von den bedeutendsten Anbietern, die pro Firma oft zeitlich oder inhaltlich (auf bestimmte Produktkategorien) begrenzt sind. Ein Beispiel von einem bekannten Einzelhändler:
Details zum Neckermann Gutscheincode:
Gutschein Code: “XMAS” – hier klicken
Gutschein-Betrag: 10 Euro
Gültig bis: 13.12.2009
Mindestbestellwert: 25 Euro
Gibt man den Code am Ende der Bestellung im Online-Shop ein, so werden die 10 Euro automatisch gutgeschrieben.
Die wachsende Bedeutung des Internet lässt sich auch ein wenig am steigenden Suchvolumen für Gutscheine ablesen.
oder hier der Double-Key mit “Otto Gutschein“, der übers Jahr ein stetiges Wachstum hingelegt hat.
Gutscheine scheinen – im wahrsten Sinne des Wortes – ein krisensicheres Papier zu sein, welches sich gerade als nächstes zu seinem Siegeszug durch das Internet anschickt. Meine Progonose ist, dass wir demnächst noch extrem spannende Anwendungen in der Verbindung von Mobile, aktuellem Standort, Brick-and-Mortar Läden, dem eigenen Profil und dem Sozialen Netzwerk erleben werden.
Usecase: Ich lauf am Starbucks vorbei und mein PDA meldet mir: “Dein Kumpel Schorschi ist grad alleine drin, gesell Dich dazu. Starbucks gibt Dir 20 % Rabatt auf Dein Lieblingsgetränk Caffe Latte Venti.”
Trackback URL für diesen Artikel:
Einen Kommentar schreiben