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Raus aus der Pupertät: 2008 werden Social Networks erwachsen





29. January 2008 | Andreas Goss

Der Online Competitive Intelligence Service hitwise hat vor kurzem eine Studie veröffentlicht, die die in 2007 gemachten Erfahrungen von Social Networks im Vereinigten Königreich untersucht. Die Studie versucht außerdem abzuschätzen, was sich in Bezug auf diese Netzwerke in 2008 erwarten lässt. Spannende Frage: Lassen sich die äußerst interessanten Erkenntnisse der Studie auch auf Deutschland übertragen? Hierzu sollte man zunächst die Märkte für Social Networks in Deutschland und im Vereinigten Königreich in Bezug auf ihre Nachfrage genauer betrachtet.

Eurostat  zeigt, dass der Anteil aller Personen, die einmal pro Woche im Jahr 2007 auf das Internet zugegriffen haben in Deutschland und dem Vereinigten nahezu identisch ist. Er liegt für Deutschland bei 64 % und für das Vereinigte Königreich bei 65 %. Eine größere Lücke klafft allerdings bei der Nutzung von Social Networks, wie eine comScore Studie belegt. Demnach brachten es Social Networks im August 2007 auf soviele Unique Visitors aus dem Vereinigten Köngreich, dass dies bereits 78 % aller Internetnutzer dieses Landes entspricht, wohingegen der Anteil für deutsche Internetnutzer nur bei 47 % lag. Folglich kann man die Ergebnisse der hitwise Studie nicht vollständig für den deutschen Markt übertragen. Dafür eignen sich die Ergbnisse aber hervorragend als zukünftiger Benchmark deutscher Social Networks, denn bis zum Jahr 2012 sollen laut Datamonitor mehr als 20 Millonen Deutsche Mitglied in mindestens einem Social Network sein.

Ausgewählte Ergebnisse der hitwise Studie für 2007:

  • Platzhirsche: Die Konkurrenz zwischen Social Networks ist groß. Wesentliche (> 2 %) Marktanteile besitzen aber nur drei: Facebook (38 %), Bebo (28 %) und MySpace (19%). Auch in Deutschland wächst die Zahl der Social Networks zunehmend und wird dabei von nationalen Größen wie StudiVZ oder XING angeführt.

  • E-Mail auf dem absteigenden Ast: Eine zunehmende Zahl der Internetnutzer im Vereinigten Königreich zieht es vor per Social Network anstelle von E-Mails zu kommunizieren. So ist der Internet Traffic zu Social Networks größer, als der zu E-Mail Diensten. Nutzer ziehen es also vor innerhalb geschlossener Netzwerke in Form von Gruppendiskussionen, Pinnwänden und privaten Nachrichten zu kommunizieren. Der noch bestehnde Vorteil des E-Mail Verkehrs dürfte wohl die Möglichkeit von Datenanhängen sein sowie eine Kommunikation außerhalb geschlossener Netzwerke.
  • Alt aber oho: Die Lücke zwischen Social Networks Nutzern zwischen 18-24 -die den Löwenanteil bereitstellen- und Nutzern um 55+ schließt sich zunehmend schneller. So verzeichneten Social Networks im Vereinigten Königreich in 2007 einen Zuwachs von 6 % für Nutzer ab 55+, während sich der Anteil der Nutzer von 18-24  um 3,5 % reduzierte. Auch in Deutschland finden sich zunehmend in Social Networks ältere zwischen jungen Nutzern wieder, wie z.B. bei Facebook oder StudiVZ. Außerdem bilden sich en gros Nischen Social Networks für die sogenannten Silver Surfer, die ihrem Bedürfnis nach sozialem Kontakt auch im Internet nachgehen wollen.
  • Frische Nutzer: In 2007 schaufelten Social Networks im Vereinigten Königreich 7,7% Upstream Internet Traffic zu allen anderen Webseites und sind damit die zweitwichtigste Quelle für Traffic nach Suchmaschinen. Am meisten profitieren hierbei Unterhaltungs und Musik Webseiten.

Und was hält Zukunft laut hitwise bereit:

  • Social Networks werden E-Mail Kampagnen für virales Marketing ablösen.
  • Zielgruppen werden sich in Social Networks für Marketing Kampagnen besser als je zuvor erfassen lassen.
  • Die Macht des Konsumenten wird sich durch Social Networks manifestieren, welche eine ideale Platform für Beschwerden und Protestbewegungen bieten.
  • Spezialisierte Social Networks werden weiter wachsen. Sie werden es jedoch nicht schaffen, generalistische Social Networks zu überholen. Für Firmen bedeutet dies, dass sie in beiden Formen der Netzwerke präsent sein müssen.
  • Social Networks werden sich zunehmend verbessern, vor allem im Bereich Suche. Denn sie enthalten hochspezifischen Content, der durch ausgefeilte personalisierte Suchfunktionen erschlossen werden muss.

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29. January 2008 - 13:24, abgelegt in Kategorie: Communities, Makro-Trends, Social Networks, Uncategorized

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10 Reaktionen zu “Raus aus der Pupertät: 2008 werden Social Networks erwachsen”
  1. Basic Thinking Blog | Social Networking Am 30. January 2008 um 15:15 Uhr

    [...] Andreas Gross/eLab verweist auf eine Studie aus England (.pdf !!), die sich mit den englischen Nutzern von SNs beschäftigt. Und fasst einige Key Learnings zusammen. [...]

  2. ICANN, Yahoo, Ebay, Soziales Netzwerken : Der Blogbote Am 30. January 2008 um 15:48 Uhr

    [...] Raus aus der Pupertät: 2008 werden Social Networks erwachsen holtzbrinck-elab.de >> (via basicthinking.de) [...]

  3. vipraum Am 30. January 2008 um 17:17 Uhr

    Heißt es nicht "Pubertät"? Oder soll das in diesem Fall was mit Pupsen zu tun haben?

  4. Ist Holtzbrinck tatsächlich pleite? | dpetereit.de Am 30. January 2008 um 21:21 Uhr

    [...] Erstaunt las ich dann heute bei Rivva einen Beitrag des – man lese und staune – Holtzbrinck E-Lab-Blogs! Hoppla, dachte ich. Die leben ja doch noch! Flugs surfte ich die Website an und fand dort unter dem Punkt Kontakt auch eine E-Mailadresse, nämlich kontakt@holtzbrinck-elab.de. Ich stellte also die Unterlagen, die ich an die Digital GmbH gefaxt hatte, nochmal als PDF zusammen und mailte sie mit der Bitte um Weiterleitung an Frank Penning an die kommunizierte E-Mailadresse. [...]

  5. Online Social Networks in Zahlen Am 14. February 2008 um 12:41 Uhr

    [...] Die Lücke zwischen den aktiven, dynamischen 18-24-Jährigen, die den größten Anteil der Inhalte bereitstellen und den sogenannten Silver-Surfern, wächst zunehmend schneller. Im Vereinigten Königreich verzeichneten OSN einen Nutzerzuwachs bei 55+ von 6%, während sich der Zuwachs der Anteil der Nutzer von 18-24 um 3,5% reduzierte.4 [...]

  6. 24/7 - Der Wochenrückblick (KW 05/08) » Allgemein » sumaphil.de Am 18. February 2008 um 03:34 Uhr

    [...] Andreas fasst die wichtigsten Punkte einer hitwise-Studie über Soziale Netzwerke zusammen. Interessant scheint mir v. A. die Substitution weg von der E-Mail hin zu Social Networks. Könnte noch spannend werden, insbesondere auch im Hinblick auf die interessanteren Werbemöglichkeiten über solche Netzwerke. [...]

  7. Martin Am 3. May 2008 um 18:02 Uhr

    Hat jemand die Studie von hitwise?
    http://mel.hemstone.com/wp-content/uploads/2008/01/hitwise-social-networking-report-2008.pdf
    ist nicht mehr verfügbar :( Auch kein googlen hat geholfen

  8. Andreas Am 5. May 2008 um 09:08 Uhr

    Hi Martin,

    tut mir leid, aber auch ich kann die Studie nicht mehr finden.

    Viel Glück trotzdem, vielleicht taucht sie ja noch irgendwo unter den versch. Suchmaschienen auf.

  9. Online Social Networks in Zahlen | weandx Am 27. August 2008 um 17:00 Uhr

    [...] Die Lücke zwischen den aktiven, dynamischen 18-24-Jährigen, die den größten Anteil der Inhalte bereitstellen und den sogenannten Silver-Surfern, wächst zunehmend schneller. Im Vereinigten Königreich verzeichneten OSN einen Nutzerzuwachs bei 55+ von 6%, während sich der Zuwachs der Anteil der Nutzer von 18-24 um 3,5% reduzierte.4 [...]

  10. Online Social Networks in Zahlen :: denQuer Am 23. August 2009 um 16:25 Uhr

    [...] Die Lücke zwischen den aktiven, dynamischen 18-24-Jährigen, die den größten Anteil der Inhalte bereitstellen und den sogenannten Silver-Surfern, wächst zunehmend schneller. Im Vereinigten Königreich verzeichneten OSN einen Nutzerzuwachs bei 55+ von 6%, während sich der Zuwachs der Anteil der Nutzer von 18-24 um 3,5% reduzierte.4 [...]

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