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Reverse Auction im Gesundheitssystem ? der neue Megatrend?





10. October 2007 | Claudius Schikora

Patienten haben das Recht, ihren Zahnarzt und Arzt frei zu wählen. Im Internet sind Preisvergleiche für Zahnersatz und Arztleistungen möglich.

Wie funktioniert das?

Unter dem Pseudonym „Feldmaus" stellt eine Patientin aus der Nähe von Ludwigshafen den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes im Internet auf eine Plattform wie Arzt-Preisvergleich.de ein. 13.407,54 Euro verlangt ihr Hauszahnarzt für Brücken, Kronen und Implantate. Deshalb sucht die Patientin im Umkreis von 100 km um ihren Wohnort günstigere Angebote. Und wie man es von eBay und Co. kennt, entbrennt gegen Ende ein Preiskampf – mit dem Unterschied, dass hier die Preise unterboten werden – eine Reverse Auction, ähnlich wie wir Sie auch von my-hammer.de kennen.

Die ersten Kostenschätzungen erhält „Feldmaus“ erst einen Tag vor Ende des Preisvergleichs. Unter Pseudonymen machen ihr verschiedene Ärzte Angebote. "Implantologe" aus Frankfurt bietet die Behandlung für 8.265,00 Euro an, “topsmiledesigner“ aus Hüttenberg für 5.564,00 Euro und „Praxis Einfühlsam" aus der Nähe von Mannheim verlangt nur 4.000,00 Euro. Zwei Minuten vor Schluss schaltet sich noch „implant“ aus Möglingen mit 4.464,10 Euro ein. „compazz“ unterbietet jedoch schließlich alle Kollegen mit 3.754,10 Euro.

Nun hat „Feldmaus" die Wahl. Entscheidet sie sich für das günstigste Angebot, reduziert sie ihren Eigenanteil um 72 Prozent und spart unterm Strich 9.653,44 Euro. „compazz“ hat seine Praxis allerdings in Boppard, ca. 100km entfernt. Der Preis ist auch nicht das alleinige Kriterium, nach dem der Patient seine Wahl treffen muss. So hat „compazz“ bisher erst sechs positive Bewertung von anderen Patienten erhalten, „implant“ dagegen schon 39. Allerdings gibt der Arzt als einziger bei Labor/Material nicht Deutschland an. „Praxis Einfühlsam“ dagegen macht zwar nicht das günstigste Angebot, liegt jedoch von der Entfernung am nächsten, bezieht das Material aus dem eigenen Meisterlabor und hat bereits 235 positive Bewertungen erhalten. Hat sie sich entschieden, kann „Feldmaus“ ein unverbindliches Beratungsgespräch bei dem ausgewählten Arzt wahrnehmen. Sie ist nicht verpflichtet, sich bei einem der Ärzt in Behandlung zu begeben. 

arzt-preisvergleich.de

Die  Anbieter der virtuellen Plattformen, wie MediKompass mit arzt-preisvergleich.de möchte die Kosten der ärztlichen Behandlung reduzieren – jedoch bei gleichbleibender Qualität. Möglich wird dies durch den Wettbewerb der Ärzte untereinander. Teilnehmen können alle Ärzte, die sich auf der Website registriert haben, wenn sie in Deutschland zugelassen sind und hier eine eigene Praxis haben.

Das Prinzip der Internetpreisvergleiche entstand im Jahre 2005 als Reaktion auf die Einführung der Festzuschüsse bei Zahnersatz im Januar 2005. Seither müssen sich die Zuschüsse der Krankenkassen nach dem zahnärztlichen Befund richten. „Der Patient entscheidet, ob er die so genannte Regelversorgung wählt, für die die Krankenkasse je nach Bonus einen Festzuschuss zahlt", weiß Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen. „Bei einer andersartigen Versorgung (zum Beispiel einer Vollkeramik- statt einer Metallbrücke) oder einer höherwertigen Versorgung, wie ein Implantat, wird es für den Patienten teurer.“

Außerdem können Zahnärzte und Labore hierbei für ihre Leistungen den erhöhten Satz abrechnen – wie bei Privatpatienten. In der Folge verzichten einige Patienten wegen zu hoher Kosten sogar ganz auf ihren Zahnersatz oder suchen nach Billigangeboten im Ausland. Eine Studie der Fachhochschule für angewandtes Management und HPMS im Dezember 2006 hat ergeben, dass 63 % der gesetzlich Versicherten und 54 % der privat Versicherten Patienten nicht wissen, dass es bei ärztlichen Behandlungen Preisunterschiede in Deutschland gibt. Um den Patienten hier eine Alternative zum Ausland oder zum Nicht-Behandeln zu geben, sind die Preisvergleichsplattformen mit dem Reverse-Auction-Prozess entstanden und versuchen Transparenz in die Preise zu bringen.

Prof. Dr. Dr. Claudius Schikora (Professor im Privatdienst) ist Mitgründer und Geschäftsführer von Arzt-Preisvergleich.de


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10. October 2007 - 08:27, abgelegt in Kategorie: Arzt-Preisvergleich, Makro-Trends, eLAB Projekte

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Eine Reaktion zu “Reverse Auction im Gesundheitssystem ? der neue Megatrend?”
  1. Arztbewertung und Praxismarketing Am 22. October 2007 um 19:14 Uhr

    [...] Daneben gibt es noch Seiten, die sich dem Thema Arzt-Preisvergleich widmen und für die dort aktiven Ärzte eine Bewertung anbieten (primär Augenärzte und Zahnärzte). Da der Fokus auf Preisvergleich und Senkung der Kosten für den einzelnen Patienten liegt und nicht so sehr auf der flächendeckenden Bewertung von Ärzten, soll hier ein Verweis auf einen interessanten Artikel zu reverse auction im Gesundheitssystem und eine Auflistung der Anbieter genügen: [...]

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