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Was Twitter so besonders macht





2. December 2008 | René Seifert

Twiitter LogoWas mir schon seit einiger Zeit dämmert, ist die subtile Vielschichtigkeit der Kommunikation im Rahmen von Web 2.0 Diensten. Zum Teil getrieben von Features, Default-Einstellungen, oft aber auch von Usern selbst "erfunden", bevor sich diese neuen Ideen rasch durchs ganze soziale Netzwerk verbreiten.

Beispiel: Was für einen Unterschied in der Wertschätzung es macht, ob man auf XING eine Kontaktanfrage einfach nur bestätigt oder ob man dies mit einer kurzen Nachricht begleitet. Oder Facebook: Immer öfter findet eine klassische 1:1-Kommunikation nicht übers private Nachrichtensystem statt, sondern auf der "Wall", was andere nicht nur zufällig daran teilhaben lässt, sondern über einen entsprechenden Feed der Person im eigenen Netzwerk mit der Nase förmlich draufstößt. 

Und in diesem Zusammenhang kommt man natürlich nicht an Twitter vorbei, welches im meinen Augen die Regeln für Kommunikation und die Auswirkungen auf die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen neu definiert. Siehe dazu auch einen super Post von Meister Tim O’Reilly. Auch bemerkenswert, wie Twitter in diesem Jahr laut Google Trends in Deutschland angezogen hat.

Twitter in Deutschland
Was macht Twitter so besonders?

  • Die Mitmachhürde liegt so verdammt niedrig. Wenn ein normales Blogpost nicht total irrelvant-trivial sein soll, dann sollte man sich irgendein Thema aus den Fingern saugen, sich überlegen was man in welcher Struktur sagen will und es dann auch noch halbwegs lesbar formulieren. Dieses Problem kennt Twtter nicht. Vom System her ist die Länge auf 140 Zeichen beschränkt.
  • Der Dienst ist ein Spiegel der augenblicklichen Gedanken eines Menschen und das Abbild seiner gegenwärtigen Aufmerksamkeit.
  • Twitter ist per Default ist ein Push-Kanal, den man einfach "followen" kann ohne vorher eine Kontaktanfrage zu stellen. Andereseits kann ein Nutzer seine Tweets auf "privat" stellen, um das "followen" vorher zu genehmigen.
  • Die User selbst haben durch ihr Nutzungsverhalten den Dienst reicher und anspruchsvoller gemacht. Was anfangs recht experimentell mit "Stehe gerade an der Bushaltestelle" oder "Saufe gerade Capuccino" begann, hat sich als Kanal für vielschichtige Kommunikation entwickelt.
  • Was ich mit der Vielschichtigkeit der Kommunikation meine:
    • Standard: Man twittert linear etwas in die Welt hinaus.
    • Verbreiterung: Man bezieht sich bei seinem Tweet mit der Syntax @[username] am Beginn der Nachricht auf ein anderes Mitglied. Sofern ein Dritter beide Mitglieder verfolgt, bekommt er die Nachricht auch in seine soziale Timeline.
    • Eins zu Eins: Die direkte Nachricht mit der Syntax d [username] geht nur an den einen Empfänger. Klassiker. Besonders hilfreiche Alternative aus meiner Erfahrung in den USA, wo man oft dank verschiedener Standards der Mobilfunkbetreiber nicht sicher sein kann, ob eine SMS auch ihr Ziel erreicht.
    • Retweeting: Man nimmt einen Tweet auf und "forwarded" ihn sozusagen in das eigene soziale Netzwerk, wobei man dem eigentlichen Urheber mit seinem Usernamen nennt und es den Leuten im eigenen sozialen Netzwerk leicht macht, ihn direkt zu "followen".
    • Shortlink: Dank Diensten wie Thwirl oder Tinyurl schaffen es Links, die selbst schon länger als die 140 Zeichen wären, als Verweis auch noch in den Tweet.

  • Mit Twitter verschwimmen die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben. Es gibt nur ein Leben. Authentizität entsteht nur, wenn man nicht krampfhaft versucht eine hohe Mauer dazwischen zu ziehen. So hab’ ich auf meinem Profil schon über die Eule auf meinem Fenster in Bangalore, die Lektüre vom Economist zu den Anschlägen in Mumbai als auch einen Hinweis auf einen Post auf diesem Blog getwittert.

Was mich abschließend an Twitter so anspricht ist das Gefühl am Leben von so vielen Menschen teilzuhaben, die mir etwas bedeuten. Auch wenn man sich längere Zeit nicht persönlich spricht, so ist man sehr viel schneller bei gemeinsamen Bezugspunkten ohne dass man erst die eingerostete Leier von "wie geht’s so" und "was hat sich bei Dir die letzte Zeit so getan" zum Warmwerden braucht.


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2 Kommentare »
2. December 2008 - 07:31, abgelegt in Kategorie: Analyse, Communication, Content, Deutschland, Facebook, Innovation, Makro-Trends, Region, Social Networks, Web 2.0

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2 Reaktionen zu “Was Twitter so besonders macht”
  1. gutefrage.net Am 12. January 2009 um 19:24 Uhr

    Wir twittern auch http://twitter.com/gutefrage_net zwar noch nicht so lange, aber als kurzes Up-Date auf unserer Presseseite (http://www.gutefrage.net/presse) war es schon nützlich. Wir überlegen gerade wir gutefrage.net durch Twitter als Unternehmen zeigen können, in dem sich was tut und in dem “echte” Menschen arbeiten.

  2. iForia.de - Der Blog Am 4. February 2009 um 16:33 Uhr

    Twitter. Oder: der Megafail, den bei der Company wohl keinen interessiert……

    Ihr kennt Twitter? Ja, das ist dieser possierliche Microblogging-Dienst, der seit geraumer Zeit in aller Munde ist.
    Eigentlich eine tolle Sache! Account anlegen, interessanten Menschen “followen“, mit der Zeit (und unter Zuhilfenahme von ei…

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